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Psychologenkongress: Gutes Schulklima fördert Persönlichkeit - Eltern sollen nicht bei Hausaufgaben helfenJena (22.09.2000) - Ein gutes Unterrichtsklima fördert nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern nicht nur die Leistungen der Schüler, sondern auch die Entwicklung der Persönlichkeit. Zu diesem Ergebnis kam eine Gruppe Berliner und Potsdamer Psychologen nach Auswertung eines Modellversuches, teilte die Friedrich-Schiller- Universität Jena mit. Ihre Studie stellen sie ausführlich beim fünftägigen 42. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie vor, der vom 24. bis 28. September in Jena stattfindet.In einem günstigen sozialen Klima hätten sich die Schüler neue Aufgaben zugetraut, berichteten die Wissenschaftler. Zudem sähen sie sich besser in der Lage, soziale Konflikte zu bewältigen und blickten optimistischer in die Zukunft. Im Gegenzug nahmen depressive Verstimmungen, Unlust auf Schule und körperliche Beschwerden ab. Als wesentliche Kriterien für ein gutes Schulklima ermittelten die Forscher gute persönliche Beziehungen zu den Lehrern und Schülern untereinander sowie Leistungsrückmeldungen, die der individuellen Entwicklung der Lernenden gerecht werden. Defizite stellten sie vor allem in den neuen Bundesländern fest, wo Leistungsdruck und soziale Härte häufiger den Schulalltag dominierten. Generell werde an deutschen Schulen die soziale Kompetenz gegenüber Unterrichtsinhalten und Schulstrukturen zu sehr vernachlässigt, hieß es. Psychologen vom Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, die ihre Forschungsergebnisse auf dem Kongress vorstellen, empfehlen Eltern, ihren Kindern nicht bei den Hausaufgaben zu helfen. In der Regel habe etwa ein Schüler der siebenten Klasse am Ende des Schuljahres einen höheren Wissensstand erreicht, wenn er selbstständig die Aufgaben erledigt. Dies fanden die Wissenschaftler bei der Befragung von 2.123 Schülern heraus. Hausaufgaben seien grundsätzlich für die Entwicklung des Leistungsniveaus der Schüler unverzichtbar, sagen die Forscher. Aber offensichtlich komme es dabei auf das richtige Maß und die Qualität an. Zu viele Hausaufgaben behindern eher die Lernfortschritte als sie zu fördern. Denn wer lange über Aufgaben brüten muss, verliert die Motivation und schließlich die Lust am Fach. Die Häufigkeit von Hausaufgaben hat darauf aber keinen Einfluss. Die Berliner Wissenschaftler haben sich in ihrer Studie zunächst auf einige Fragestellungen und auf das Fach Mathematik konzentriert. Sie wünschen sich aber noch mehr Forschungen zu diesem Thema. Dabei müsse nicht zuletzt die Qualität der Gestaltung von Hausaufgaben durch die Lehrer eine Rolle spielen. Zu dem Psychologiekongress in Jena werden etwa 2.000 Psychologen aus Deutschland sowie aus Österreich und der deutschsprachigen Schweiz erwartet. Die offizielle Eröffnung ist am Montag. [Zitierweise dieses Beitrags: PSYCHOTHERAPIE, Bd. 1 (2000), Report: 22. September 2000] Zum Thema
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© 2000 PSYCHOTHERAPIE, Stuttgart PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753) erscheint im ABARIS Institut für Moderne Psychotherapie und Verhaltenstherapie, Stuttgart. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers. |
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