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Schlafwandeln
häufig unterschätztes Phänomen - Gehirn gerät öfters aus dem
Gleichklang
Münster
(06.07.2000) - Das Phänomen des Schlafwandelns wird nach Ansicht
des Münsteraner Neurologen Peter Lüdemann häufig unterschätzt.
Viele Betroffene gingen erst zum Arzt, wenn etwas passiert sei und
sie etwa ihr Kleinkind während des Schlafwandelns fallen gelassen
hätten, erklärte der Oberarzt der Münsteraner Klinik für
Neurologie der Westfälischen Wilhelms-Universität in einem Gespräch.
Erwachsene Schlafwandler sollten auf jeden Fall einen Arzt
aufsuchen, denn es könnten auch nächtliche epileptische Anfälle
die Ursache sein. Diese seien gut behandelbar, sagte Lüdemann.
Die richtigen Medikamente setzten "das Gehirn quasi wieder in
Gleichklang" und verhinderten die unbewussten Spaziergänge.
Vor allem Kinder und Senioren gehören laut Lüdemann zu den
Schlafwandlern. Bei beiden Gruppen seien Fehlleistungen des
Gehirns für die unfreiwilligen Ausflüge verantwortlich. Ursache
sei bei Senioren ein gealtertes und bei Kindern ein unreifes Hirn,
erklärte der Neurologe. "Nahezu alle Kinder sind von Störungen
wie Schlafwandel, Albträumen oder Nachtschreck betroffen." Für
Eltern bestehe aber kein Grund zur Sorge - bis zur Pubertät
stelle sich meist der normale Schlaf wieder ein.
Unter Erwachsenen mittleren Alters leidet dem Experten zufolge
dagegen nur einer von 100 unter der mitunter gefährlichen
Schlafstörung. Insgesamt verunglückten Schlafwandler selten -
obwohl sie laut Lüdemann nicht die Arme schützend vor den Körper
strecken: "Das kenne ich nur aus Filmen."
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