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 Psychotherapie News  Juni 2000   Psychotherapie
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Sechs Prozent von Deutschlands Kindern beim Psychotherapeuten - Wenn das Psychotherapiehonorar nicht reicht, hilft Beten

Köln/München (16.06.2000) - Mehr als sechs Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland waren schon einmal in psychotherapeutischer Behandlung. Gründe dafür seien unter anderem Ängstlichkeit, Depressivität und Zwänge, teilte die Universitätskinderklinik Köln am Freitag mit. Für die nach Uni-Angaben erste deutsche Studie über psychische Auffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen seien rund 2.900 Vier- bis 18-jährige befragt worden.

Bei der Untersuchung habe sich herausgestellt, dass Kinder sich selbst anders einschätzen, als dies ihre Eltern tun, hieß es. Die Eltern der Vier- bis Zehnjährigen hätten als häufigste Probleme Schul- und Beziehungsprobleme, Aufmerksamkeitsstörungen und oppositionelles Verhalten angegeben. Die Elf- bis 18-jährigen hätten hauptsächlich psychotische Symptome für ihre Schwierigkeiten genannt. "Eltern haben nicht in alle Lebensbereiche ihres Nachwuchses Einblick", hieß es in der Studie. Deshalb entgehe viele Eltern ein möglicher Alkohol- oder Drogenkonsum ihrer Sprösslinge.

Wie die Studie weiter ergab, sind Ängste, Depressionen und sozialer Rückzug bei Mädchen häufiger als bei Jungen. Aufmerksamkeitsprobleme, aggressive und hysterische Verhaltensweisen seien dagegen bei Jungen eher zu beobachten, so die Experten.

Wer bei Kassenhonoraren unterhalb der Praxiskosten für seine Sprösslinge keinen Therapieplatz bei einem qualifizierten Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten findet, braucht weder alle Hoffnung auf gesunde Kinder fahren zu lassen noch an Wunder zu glauben. Er sollte zumindest der Kraft des Betens vertrauen. Eine zusammenfassende Analyse von 23 Studien sei zu dem Schluss gekommen, dass Beten und spirituelles Heilen auf Distanz tatsächlich die Gesundheit fördert, schreibt die "Ärztliche Praxis" in ihrer neuesten Ausgabe (Nr. 48, S.8).

Der US-Mediziner John Astin von der Universität Maryland (Baltimore) habe dabei herausgefunden dass Beten, Handauflegen und spirituelles Heilen über Distanz in 13 Studien (57 Prozent) positive Einflüsse zeigte. So ließen laut Fachjournal die Schmerzen nach oder die Heilzeit verkürzte sich. Die Erfolgsquote liege deutlich höher als ein Zufallsbefund. Bei einer Studie mit 1.000 Herzkranken habe sich durch Beten die Komplikationsrate um zehn Prozent gesenkt. Dabei hatten andere Menschen Fürbitten für die Patienten gesprochen.

Am Wirksamsten erwies sich das Handauflegen. Diese Methode geht von einem Energiefeld aus, das den menschlichen Körper umgeben soll. Astin der sich als "aufgeschlossener Skeptiker" bezeichnet, hatte 23 Studien zum Thema "Heilen auf Distanz" mit zusammen 2.774 Patienten untersucht. Bei allen untersuchten Studien habe es eine Placebo-Kontrolle gegeben. Ob es auch nützt, für sich selbst zu beten, konnten die Forscher mangels Kontrollmöglichkeiten nicht herausfinden. Sicher ist nur: Es kostet auch nichts.


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