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 Psychotherapie News  Juni 2000   Psychotherapie
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Kampf dem Wahn: Forscher starten Offensive gegen Schizophrenie

Düsseldorf (14.06.2000) - Deutsche Wissenschaftler haben eine Offensive gegen die Schizophrenie gestartet. Bundesweit liefen am Mittwoch 30 Forschungsprojekte an, um dem psychischen Leiden besser zu begegnen. Zwischen zehn und 15 Prozent der Erkrankten begehen Selbstmord. Daneben gilt sie als teuerste aller psychischen Krankheiten. Ein von der Bundesregierung mit mehr als 25 Millionen Mark gefördertes "Kompetenznetz" soll die Arbeit koordinieren und die Ergebnisse in die Praxis umsetzen. Das Auftakttreffen fand am Mittwoch in Düsseldorf statt.

Rund ein Prozent der Bevölkerung erkrankt an Schizophrenie. Die volkswirtschaftlichen Kosten der Schizophrenie werden auf jährlich sieben Milliarden Mark geschätzt. Besonderes Augenmerk legen die Forscher auf die Früherkennung. Durchschnittlich dauere es fünf Jahre, bis die Krankheit nach ersten, meist unbemerkten Anzeichen behandelt werde, berichteten die Wissenschaftler. Deswegen sollen in Köln, Düsseldorf, Bonn und München Früherkennungszentren auf- und ausgebaut werden.

Zudem soll Hausärzten ein Fragebogen bereitgestellt werden, um die Risikogruppe besser zu erkennen und früher behandeln zu können. Schizophrenie tritt meistens zwischen dem 15. und dem 40. Lebensjahr auf. Menschen mit psychisch kranken Verwandten und solche, bei denen während der Geburt Komplikationen auftraten, gelten als besonders gefährdet.

Konzentrationsmängel, Depressivität und Leistungsschwund können erste unspezifische Anzeichen sein. Zwei Drittel der Patienten erkranken mehrmals. Die genaue Ursache der Krankheit ist immer noch unklar. Stress gilt als Auslöser. Kognitive Verhaltenstherapie kann helfen, Stress- und Alltagsbewältigung einzuüben. Fortschritte bei der Klärung der Ursache erwarten Wissenschaftler von der Genforschung.


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