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 Psychotherapie News  Mai 2000   Psychotherapie
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"Nachteulen" leiden oftmals unter üblichen Bürozeiten: Im Extremfall Beruf wechseln

Berlin (31.05.2000) - Wer morgens stets unausgeschlafen und tagsüber wenig leistungsfähig ist, gehört möglicherweise zu den Nachteulen, deren biologischer Rhythmus Nachtaktivität verlangt. Abends rechtzeitig ins Bett zu gehen, bedeute für diese Menschen eine Quälerei, die in schwere Schlafprobleme münden könne, berichtete Prof. Werner Herrmann auf dem 49. Deutschen Ärztekongress in Berlin.

Bei den Betroffenen sind die Schlafgewohnheiten oftmals schon seit der Kindheit bekannt. Wenn sie - beispielsweise im Urlaub - ihrer inneren Uhr folgen dürfen, schlafen sie laut Herrmann problemlos ein und ihre Schlafstruktur sei normal. Den "extremen Eulen" mit ihrer Phase der höchsten Aktivität am Abend sei schwer zu helfen. Im Extremfall müsse der Beruf gewechselt werden.

"Ein angestrengtes Schlafenwollen wirkt Schlaf verhindernd", mahnte Marie-Luise Hansen, die wie Herrmann an der Psychiatrischen Klinik der Freien Universität Berlin arbeitet. Sofern Schlafstörungen auf ungünstigen Gewohnheiten beruhen, ließen sie sich eventuell durch ein paar einfache Änderungen beseitigen.

Dazu gehöre, erst ins Bett zu gehen, wenn man wirklich müde sei. Könne man nicht einschlafen oder wache man nachts auf, sollte das Zimmer gewechselt und sich dort so lang beschäftigt werden, bis man müde sei - ohne auf die Uhr zu schauen. Was nachts an Schlaf versäumt wurde, dürfe keineswegs morgens angehängt werden. Vielmehr, rät Hansen, sollte der Betroffene früh aufstehen und tagsüber arbeiten, um dann abends - hoffentlich - müde ins Bett zu sinken.

Bei der Ursachenforschung zum "Restless-Legs-Syndrome", dem meist nächtlichem Kribbeln und Zucken der Beine, sind die Mediziner bislang nicht vorangekommen. Das unbedingte Bedürfnis, die Beine zu bewegen, und die intervallartig auftretenden Zuckungen verscheuchen oftmals den Schlaf. Etwa 13 Prozent aller Patienten mit chronischer Schlafstörung leiden darunter.

Nach Angaben von Hansen diskutieren Mediziner, ob die "ruhelosen Beine" Folgen von Eisen- oder Folsäuremangel, einer Dialyse, von Gicht, Diabetes und Schilddrüsenfunktionsstörungen oder von Medikamenten wie Antidepressiva und Blutfettsenkern sein könnten. Eine Therapie könne mit Magnesium, Folsäure und Dopamin versucht werden, in ganz hartnäckigen Fälle von Restless-Legs-Symdrome auch mit Opiaten.


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