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Das Erfolgsrezept: Wie Sie Millionär werden und auch im Alter sexuell potent bleiben

München/London/Bonn/Stuttgart (30.05.2000) - 50 Jahre Nichtrauchen können einen Menschen zum Doppelmillionär machen. Bei einer klugen Anlagestrategie ließen sich mehr als zwei Millionen Mark erwirtschaften, was eine stolze Zusatzrente in Höhe von monatlich 17.700 Mark bedeute. Das rechnete der Ärztliche Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit anlässlich des Weltnichtrauchertags an diesem Mittwoch (31. Mai) in München vor.

Stecke ein Raucher die täglichen fünf Mark für eine Schachtel Zigaretten nicht in den Automaten, sondern in ein Sparschwein, sei das nach einem Jahr mit 1.825 Mark gefüllt. Wenn ein junger Mann diesen Betrag von seinem 15. Lebensjahr an in Aktienfonds mit einer Wertsteigerung von zehn Prozent investiere, besitze er mit 65 Jahren mehr als 2,1 Millionen Mark, errechneten die Ärzte.

Alleine von den zehnprozentigen Zinsen dieses Vermögens ergebe sich eine monatliche Zusatzrente von rund 17.700 Mark. Nichtraucher leben nach Angaben der Mediziner statistisch gesehen zudem zehn Jahre länger als hartnäckige Qualmer. Rauchen sei die mit Abstand größte vermeidbare Ursache für häufige Erkrankungen und vorzeitigen Tod.

Sport im Alter hält sexuell aktiv

Sollte die Geldanlage wider Erwarten - was gelegentlich geschieht - "den Bach hinunter" gehen, dann halten britische Forscher für das längere Leben einen guten Rat bereit: Sport treiben.

Ältere Männer, die regelmäßig Sport treiben, produzieren größere Mengen des Sexualhormons Testosteron. Das hat eine am Dienstag veröffentlichte Studie der britischen Universität Newcastle ergeben. An der Studie waren zehn Männer im Alter zwischen 55 und 65 Jahren beteiligt, die jede Woche mehr als 60 Kilometer Marathon laufen. Im Vergleich zu zehn sportlich weniger aktiven Gleichaltrigen wurden bei ihnen erhöhte Werte eines Wachstumhormons und des Sexualhormons Testosteron festgestellt.

Die Marathonläufer produzierten die vierfache Menge des Wachstumshormons und 25 Prozent mehr Testosteron. Die Produktion beider Hormone geht vom 40. Lebensjahr an zurück, was zu Muskelabbau und vermindertem Sexualtrieb führen kann. Die Leiterin der Studie, Prof. Pat Kendall-Taylor, sagte: "Unsere Untersuchung liefert den Beweis dafür, dass Männer, die regelmäßig Sport treiben, nicht nur gesünder sind, sondern auch mehr Hormone produzieren, die für junge und sexuell aktive Körper kennzeichnend sind."

Wem die Natur verwehrt, dem hormonellen Glück als Marathonläufer auf die Sprünge zu helfen, der kann noch das wohl erstrebenswerteste Gut der menschlichen Gemeinschaft zu finden hoffen: Weisheit. Allerdings nicht ohne Hürden: Ein Stuttgarter Ärzteführer, der als glückloser Leserbriefschreiber von sich Reden macht, stellte für sich fest, "als Marathon-Läufer bin ich völlig ungeeignet, weil ich dazu viel zu schwer bin". So versuchte er, spötteln seine Kollegen, mit einem "messianischen Eifer" seine "Heilsbotschaft" von einem Ärztekartell zu verbreiten und war dann gleichwohl "noch vor dem Sprung als Bettvorleger gelandet", wie die Ärzte-Zeitung am 20.12.1999 feststellte.

Gehirn entwickelt sich im Alter weiter - doch es gibt Unterschiede

Ältere Menschen haben zwar eventuell Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis - in der Spezialisierung ihrer Gehirnstrukturen sind sie den Jüngeren jedoch weit voraus. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität Trier. Sie stellten fest, dass sich im Laufe des Lebens im Gehirn immer mehr Zellverbände auf verschiedene Aufgaben spezialisieren. Mit jeder neuen Erfahrung würden die Strukturen im Gehirn komplexer. Dieser Prozess halte über die gesamte Lebensspanne hinweg an.

Mit den Forschungsergebnissen lasse sich erklären, warum ältere Menschen oftmals als weise erlebt werden, obwohl physiologisch gesehen bereits im Alter von 25 Jahren erste Abbauprozesse im Gehirn beginnen. Nicht alle Menschen profitierten allerdings von diesen positiven Begleiterscheinungen des Alters. Vorzugsweise Männer halten sich nach Untersuchungen von US-Wissenschaftler von Natur aus für unfehlbar.

Wenn Männer ihre Fehler nicht zugeben können, ist die Natur schuld daran. Sich für unfehlbar zu halten, gehört zum Jahrmillionen alten Programm der Arterhaltung. Das sagte der Psychologie-Professor George Smalley aus New York gegenüber der in Hamburg erscheinenden Zeitschrift "Für Sie" (Ausgabe 12/2000). Nach seinen Untersuchungen ist die "Fehlerlosigkeit" eine Eigenschaft, die sich 73 Prozent der Männer, aber nur elf Prozent der Frauen zusprechen.

Ein Mann merke nicht, wenn er einen Fehler macht, so Smalley weiter. Und falls er es merke, streite er es ab. Wenn sich aber ein Fehler nicht mehr abstreiten lasse, werde der Mann wenigstens jemanden finden, auf den er die Schuld schieben könne. Die Schwierigkeit, Fehler zuzugeben, mache es Männern auch schwerer, aus ihnen zu lernen, so US-Anthropologe David Buss gegenüber der Zeitschrift. Deshalb entwickelten sich Frauen ein Leben lang, während ein Mann von früher Jugend an so ziemlich derselbe bleibe.


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