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Heilfasten
und Küssen: Macht glücklich und ist gut für's Herz
Göttingen
(01.04.2000) - Heilfasten macht glücklich. Das ergab jedenfalls
eine Studie des Neurobiologen und Stressforschers an der
Universität Göttingen, Professor Gerald Hüther. Beim Heilfasten
handelt es sich um keine Nulldiät. Die Körperfunktionen werden
mit etwa 250 Kalorien in Form von Gemüsesäften oder Suppen am
Laufen gehalten. Ein "Gute-Laune-Effekt" stelle sich
nach zwei bis drei Tagen ein, wird der Wissenschaftler in der in
Hamburg erscheinenden Gesundheitszeitschrift "Vital"
zitiert.
Hüther begründet den Effekt so: "Zum einen fallen beim
Fasten die Blutwerte des Stresshormons Kortisol bis zur Hälfte
ab, man wird also ruhiger. Zum anderen greift Fasten in Prozesse
des so genannten serotogenen Systems ein." Die Zellen dieses
Gehirnbereichs schütteten das Serotonin aus, das als
"Gute-Laune-Stoff" gelte und sich harmonisierend auf das
zentrale Nervensystem auswirke. Beim Fasten steige etwa am dritten
Tag der Serotonin-Spiegel im Gehirn, was die Stimmung hebe.
Fastende können nach Angaben von Hüther in einen Zustand
geraten, in dem sie sich plötzlich befreit von Ängsten und
Anspannungen fühlen. Das könne durchaus zu einer seelischen
Abhängigkeit führen. Psychisch labile Menschen sollten deshalb
auf das Fasten verzichten. Bei Mädchen oder jungen Frauen, die
wenig gefestigt seien, könne Fasten sogar in Magersucht enden,
warnt der Wissenschaftler.
Die Wirkung des Heilfastens sei auch abhängig von der Haltung des
Fastenden. "Der wohltuende Effekt stellt sich nur ein, wenn
man positiv gestimmt ist", sagte Hüther. Während des
Fastens sollte man frei von beruflichen und anderen
Verpflichtungen sein, rät er. Wichtig sei die ärztliche
Begleitung. Ärztliche Kontrollen zwischendurch verhinderten
Herz-Kreislauf-Probleme und Mangelerscheinungen.
Und wer sich daneben Zeit zum Küssen nimmt, tut auch noch was
für sein Herz. Ein Kuss wirkt auf das Herz wie 100 Meter Joggen.
29 Muskeln werden beim Küssen beansprucht, besonders der Musculus
orbicularis oris, der den Mund in "O"-Stellung hält.
Ebenso setzt die Nebenniere beim Küssen Adrenalin frei, die
Bauchspeicheldrüse produziert Insulin, das Immunsystem schickt
Abwehrzellen durchs Blut, die alte Schadstoffe eliminieren. Ein
Kuss bringt das Herz auf bis zu 150 Schläge pro Minute und lässt
den Blutdruck auf 180 steigen.
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