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Blindes
Vertrauen zu Ärzten führte zu 18 Jahren Blindheit: Fachärzte
erkannten Grauen Star nicht
London/Bonn
(14.03.2000) - Die britische Rentnerin Jean Baxter (76) kann nach
18 Jahren der Blindheit wieder sehen - weil ein Augenoptiker beim
Anpassen einer Brille bemerkte, dass sie lediglich an Grauem Star
litt. Die Frau aus Warlingham im Süden Londons kann nach einer
relativ einfachen Operation zur Entfernung des Grauen Stars wieder
bestens sehen - auch völlig ohne Brille. "Es ist so, als ob
ich in eine wunderbare Welt der Fraben und Formen zurückgekehrt wäre",
sagte sie am Dienstag der britischen Nachrichtenagentur PA.
Fachärzte des staatlichen britischen Gesundheitswesens (NHS)
hatten 1982 den Grauen Star nicht erkannt, sondern eine erbliche
Erblindung diagnostiziert. Daraufhin hatte die damals 58 Jahre
alte Frau noch einmal einen neuen Beruf gelernt - als Lehrerin für
Blindenschrift.
Sehen kann sie wieder, weil sie trotz Blindheit darauf bestand,
ihre alte starke Brille weiterhin zu tragen, "damit meine
Freunde mich weiterhin auf der Straße erkennen". Als ihr
Mann sie jetzt überredet hatte, doch mal ein moderneres Gestell
mit neuen Gläsern zu kaufen, untersuchte die Optikerin im
Brillenladen sie eingehend und stellte dann die Frage:
"Wissen Sie eigentlich, dass Sie nur Grauen Star haben?"
Baxter sagte, sie wolle entgegen dem Rat ihrer Freunde die Ärzte
nicht auf Schadenersatz verklagen: "Es ist nicht mehr
wichtig. Ich freue mich so, wieder sehen zu können."
Viele Patienten stellen keine Fragen - Ratgeber für den
Arztbesuch
Obwohl Mediziner längst nicht mehr als "Halbgötter in
Weiss" gelten, fühlen sich viele Menschen beim Arztbesuch
befangen. Das "Fachchinesisch" der Gesundheitsexperten
verstehen die meisten nicht, und nur wenige trauen sich zu fragen,
so die Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucherverbände
(AgV) in Bonn. Patienten, die in der Praxis selbstbewusst ihre
Rechte einforderten, seien nach wie vor die Ausnahme.
Hilfe soll jetzt ein neuer Ratgeber der AgV und verschiedener
Verbraucherschutzorganisationen bringen. Darin werden
Anhaltspunkte für die Auswahl eines guten Arztes genannt, die üblichen
Untersuchungsmethoden und -befunde sowie Laboruntersuchungen
werden vorgestellt. Ein Serviceteil mit Erläuterungen von
Fachbegriffen, Literatur- und Internettipps rundet den
157-seitigen Ratgeber ab. Informationen:
Informations-Tipp:
Das Buch "Besuch beim Arzt" kann im Doppelpack mit einem
"Patiententagebuch" gegen Rechnung über 20,50 Mark
bestellt werden beim AgV-Versandservice, Postfach 1116, 59930
Olsberg (Tel.: 02962/90 86 47, Fax: 02962/90 86 49, Internet:
www.agv.de)
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