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Wenn
das Denken aussetzt: Der Duft des Eisprungs macht Männer blind
und wild
Neu-Isenburg
(01.03.2000) - Der Duft des weiblichen Eisprungs macht Männer
"blind" und "wild". Entscheidend sind dabei
Duftstoffe, die während des Eisprungs im Schleim der Scheide
entstehen - unabhängig von der Attraktivität der Frau. Das haben
Forscher in Wien herausgefunden, wie die in Neu-Isenburg
erscheinende "Ärzte-Zeitung" in ihrer heutigen Ausgabe
berichtet.
Die Wissenschaftler ließen Männer an synthetisch erzeugten
Duftstoffen riechen, an so genannten Ovulations-Kopulinen. Das
Ergebnis: Mit den Kopulinen in der Nase "bricht die Fähigkeit,
die Attraktivität zu beurteilen, völlig zusammen", zitiert
die "Ärzte-Zeitung" Prof. Karl Grammer vom
Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtethologie in Wien. Zuvor noch
als unattraktiv eingestufte Frauen wurden so begehrenswert.
Die Forscher hatten 66 jungen Männern Fotos von fünf
unterschiedlich schönen Frauen vorgelegt. Die Männer, die zuvor
an den Ovulations-Kopulinen gerochen hatten, stuften alle Frauen
als mehr oder weniger gleich begehrenswert ein, obwohl sie sie
zuvor unterschiedlich attraktiv fanden. Die Wissenschaftler werten
dies als Beweis für die enorme Bedeutung chemischer Prozesse bei
zwischenmenschlichen Beziehungen.
Parallel zum partiellen Verlust der Urteilskraft ließen die
Duftstoffe auch den Testosteron-Wert der Männer deutlich steigen.
Das Hormon ist für den männlichen Sexualtrieb mitverantwortlich.
Die Probanden hatten vor und nach dem Kopuline-Schnüffeln
Speichelproben abgeben. Dabei zeigte sich, dass der
Testosteron-Wert mit dem Duft des Eisprungs in der Nase am höchsten
war. Vaginalsekrete, die zu anderen Zeitpunkten des Zyklus, etwa
kurz vor oder während der Menstruation entstehen, wirkten
deutlich weniger.
Die "Ärzte-Zeitung" zitiert den Wiener
Verhaltensforscher mit der Feststellung: "Es findet eine Art
chemische Kriegsführung zwischen den Geschlechtern statt, die auf
einer Ebene abläuft, die kognitiv nicht zugänglich ist!"
Der Volksmund pflegt diesen Sachverhalt deftig auf den Punkt
bringen: "Wenn der Schwanz steht, schaltet das Gehirn
ab". Schöner hat ihn die Schauspielerin Elga Andersen
(1937-1994) beschrieben: "Sex ist nicht eine Sache der
Kurven, sondern der Ausstrahlung. Männern wittern den Sex-Appeal
auch dann, wenn er in einen Sack eingenäht ist." Was in
umgekehrter Weise auch für Frauen gilt.
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