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   PSYCHOTHERAPIE - Zeitschrift zur Psychotherapie, Psychoanalyse & Verhaltenstherapie       ISSN 1616-3753 
PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753) - Herausgeber: Dietmar G. Luchmann, Dipl.-Psychologe & Psychotherapeut * Denken lernen statt Pillen schlucken - Kognitive Psychotherapie hilft am effektivsten.

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Postkarte einer Klientin: "...nach nur 3 Therapiestunden war der Flug nach Ibiza ein wunderschönes Erlebnis!"
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ABARIS-Klient im Interview von FOCUS TV
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im ABARIS Institut für Psychotherapie, Stuttgart. Ein Klient im Interview:

"Nach über zehn Jahren Angststörung in nur zehn Stunden zum Therapieerfolg."


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 Websprechstunde
Psychotherapie und Coaching bei ABARIS
Dietmar Luchmann
Diplom-Psychologe, Psychotherapeut u. Coach:

"Psychoanalyse bei Angst- und Panik-Störungen darf heute als Kunstfehler gelten. Besser kann kognitive Verhaltenstherapie eine Angst- und Panik- Störung lösen - oft nur in bis zu 10 Stunden."

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Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und ihr trauriger Seelenzustand


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 Leserbriefe Leserbriefe
Rat vom Arzt war Hölle
"Nach meiner ersten Panikattacke wurde ich in eine tiefenpsychologische Therapie geschickt. Da ich damals den Begriff Angst- und Panikstörung nicht kannte, bin ich brav dem Rat meines Arztes gefolgt. Um es kurz zu machen: die wöchentlichen Sitzungen waren die Hölle!..."


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  PSYCHOTHERAPIE > Psychotherapie im Internet

Zur DruckversionLeserbriefe
© PSYCHOTHERAPIE 21.10.2002

DPI Deutschsprachiges Psychotherapieforum im Internet - Untergang der Kultur in der deutschen Psychotherapie ?

Mobbing der Heiler
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und ihr trauriger Seelenzustand

VON CHRISTOPH J. STENGEL

Das Internet hat der Psychotherapie den Mythos des Rationalen und den Nimbus des Heilers genommen. Psychotherapeuten, die sich im Web präsentieren, lassen für jedermann erkennbar werden, wie irrational, zerrissen und krank der Berufsstand der Seelenheiler selbst ist. Den erschreckenden und traurigen Seelenzustand vieler Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten offenbaren besonders eindrucksvoll die Internetforen. Ein Beispiel ist das "Deutschsprachige Psychotherapieforum im Internet DPI e.V.".

Am Anfang des "Deutschsprachigen Psychotherapieforum im Internet" stand eine für den Facharzt für Psychotherapeutische Medizin Dr. med. Christian Anger aus Erfurt brillant erscheinende Idee: Aus seiner Mailingliste für Psychotherapie, die er seit 1996 betreibt, sollte "eine Kommunikationsplattform für alle psychotherapeutisch/psychosomatisch tätigen Psychologen und Ärzte" werden. Der Arzt und Psychoanalytiker Christian Anger träumte von der "Integration verschiedener therapeutischer Schulen", von "überregionalem fachlichen Austausch und Diskussion" und von der "Information über berufspolitische Sachverhalte". Je mehr sich diese Idee, ein Schulen übergreifendes Psychotherapeuten-Forum im Internet aufzubauen, jedoch als Flop entpuppt, umso heftiger scheint Anger für seine Phantasterei in den Newsgroups des Usenet zu werben, z.B. in der Newsgroup de.sci.psychologie, de.sci.medizin.misc und de.sci.medizin.psychiatrie.

Christian Anger wirbt im Usenet für sein Psychotherapie-Forum

Auf der Homepage des "Deutschsprachigen Psychotherapieforum im Internet" heißt es: "Wir wollen dazu beitragen, Vorurteile zwischen den verschiedenen psychotherapeutischen Schulen und Richtungen, aber auch zwischen den Berufsgruppen, die Psychotherapie betreiben, zu überwinden. In einer offenen Diskussion und abseits von Lobbyismus und wirtschaftlichen Verteilungskämpfen praktizieren wir einen fachlichen Erfahrungsaustausch, welcher unserer Arbeit und damit dem Wohl der Patienten und Klienten dienen kann." Tatsächlich habe ich das DPI Psychotherapie-Forum, über das ich hier als ehemaliger Teilnehmer berichte, als ein zunehmend intolerantes und aggressives Mobbing-Forum erlebt, in dem die offene und fachlich anspruchsvolle Diskussion nicht gefördert, sondern erstickt worden ist.

Schulen übergreifendes Psychotherapie-Forum - eine Illusion

Angesichts der existierenden vielen hundert psychotherapeutischen Schulen, die teilweise so unverträglich sind wie Feuer und Wasser, hätte die Frage gestellt werden müssen, ob es überhaupt realistisch ist, ein Schulen übergreifendes Psychotherapeutenforum im Internet aufzubauen. Zwischen Psychotherapeuten verschiedener Schulen, deren theoretische Ansätze und praktische Konzepte sich oft wechselseitig ausschließen, einen kreativen Austausch über alle psychotherapeutischen Themen anregen zu wollen, war schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt. Und bei derart unüberbrückbaren Entwürfen von Psychotherapie und Gesundheit eine damit einhergehende fachliche Qualifizierung als Beitrag zur Überwindung der Schulengrabenkriege leisten zu wollen, konnte nur als Hybris imponieren und als Desaster enden.

Dies alles hinderte Christian Anger als Urheber und ursprünglichen Hauptimpulsgeber des DPI Psychotherapieforum nicht, sich in einer beeindruckenden Weise zusammen mit den Initiatoren der ersten Stunden und weiteren Hinzugestossenen für diese Idee zu engagieren. Sie begannen in einem sowohl anerkennenswerten wie rührenden Bemühen dieser Phantasie einer großen gemeinsamen Psychotherapie Leben einzuhauchen. Viel Engagement und viele gute Ideen kamen zusammen, um den unterschiedlichen Facetten psychotherapeutischen Daseins die Fiktion einer gemeinsamen Plattform zu bieten.

Doch warum werden Menschen Psychotherapeuten? Weil sie sich und andere besser verstehen wollen, weil sie helfen wollen und in der Hilfe einen Anstoß erleben zusätzlich an ihrem "Handwerk zu feilen". Auch weil sie Freude haben sich auszutauschen und es als Bereicherung empfinden, die Buntheit und Komplexität menschlichen Erlebens zu erfahren. Und, nicht zuletzt, weil sie den kollegialen Disput über psychotherapeutische Themen als positive Anregung erleben, den eigenen Horizont zu erweitern und sich selbst darin menschlich weiter zu entwickeln. Nur der ist ein guter Psychotherapeut, der auch bereit ist, über sich zu reflektieren und Fehler, wie vielfältige und alltägliche Formen von "Unmenschlichkeiten", über Bord zu werfen.

So habe ich das als Psychologischer Psychotherapeut gehalten und gelernt. In all den vielen Fachgruppen von der Ausbildung bis in die berufliche Tätigkeit habe ich diesen toleranten, offenen, anregenden Austausch als bereichernd erlebt. Natürlich gab es auch in der Ausbildung, in der Fortbildung und in den Berufsjahren jene Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Kollegenkreis, die offensichtlich nicht durchblickten, die ihre skurrilen Gedanken pflegten und etwas merkwürdig im Umgang waren. Doch denen ging man - ungeachtet ihrer Zahl - einfach aus dem Weg und man hatte seine Ruhe vor ihnen. Mit den in meiner Vor-Internet-Zeit guten Erfahrungen, und über viele Jahre aufgebauten positiven Erwartungen gegenüber einem Fachaustausch, bin ich zum DPI Psychotherapieforum gestoßen und sehr schnell bestürzt aufgeschreckt worden durch einen intoleranten, rechthaberischen und rüden Umgang, wie ich das in akademischen Kreisen bisher nicht kannte und gar nicht für möglich hielt.

Psychotherapeuten oft selbst psychisch schwer gestört

   
 PSYCHOTHERAPIE Buch-Tipp
Eva Jaeggi: Und wer therapiert die Therapeuten?Jaeggi, Eva: Und wer therapiert die Therapeuten? Stuttgart: Klett-Cotta, 2001.

Die 1934 in Wien geborene und seit 1999 emeritierte Professorin für Klinische Psychologie hat den Geisteszustand ihrer Kollegen untersucht: Psychotherapeuten werden als Menschen gesehen, die "selbst Probleme haben", durch ihren Beruf "selbst hoffen, mit sich ins reine zu kommen", "selbst krank" oder "irre und absonderlich" sind. Ihre Therapie wird empfunden "wie wenn ich bei meiner Oma einen Kaffeebesuch mache". Folgerichtig fragt Jaeggi: "Kann sich unsere Gesellschaft diese Psychotherapie überhaupt leisten?"
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Doch wirklich überraschend ist dieses Mobbing unter Psychotherapeuten nicht. Der traurige Seelenzustand von Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist öffentlich hinlänglich bekannt, seit dem es die Psychotherapie als Beruf gibt. Auch Eva Jaeggi, emeritierte Psychologie-Professorin und Psychotherapeutin berichtet in ihrem unlängst erschienen und behutsam selbstkritischen Buch "Und wer therapiert die Therapeuten?" über den erschreckenden Zustand der staatlich approbierten Seelenheiler: "Natürlich ist nie auszumachen, ob sich zum Beruf des Psychotherapeuten eventuell besonders labile Naturen hingezogen fühlen ... Die berichteten Zahlen über schwere psychische Störungen (während Ausübung des Berufes) variieren: 73 % schwere Angststörungen ...  90 % (undifferenzierte) schwere psychische Störungen ...  82 % schwere persönliche Probleme infolge Beziehungsschwierigkeiten, 57 % Depressionen, 11 % Süchtige und 2 % Suizidversuche ... diese Zahlen genügen, um sich ein Bild davon zu machen, daß der Beruf des Psychotherapeuten nicht unbedingt der gesündeste ist oder nicht unbedingt die gesündesten Menschen anzieht" (S.113).

Teilnehmer im DPI Psychotherapieforum im Internet, die versuchten, ihre Themen sachlich zu präsentieren, wurden inquisitorisch abgekanzelt. Ihre Beiträge wurden als Quatsch, Unsinn, illusionistisch, überholt, gefährlich, methodisch falsch, unverantwortlich etc. bezeichnet, ohne diese erheblichen und geradezu diffamierenden Einwürfe auch nur im geringsten zu begründen.

Gesinnungs- und Listenpolizisten tauchten auf und wachten über das richtige Denken, resp. die richtigen Theorien, und/oder wollten die Bestimmungsmacht haben, wie Themen zu behandeln seien und wie eine Fallbesprechung auszusehen hat, ohne jedoch nur im geringsten das zu repräsentieren, was man eine überzeugende Fachautorität nennt. Ging es dabei noch um einen Wettstreit über die besseren Argumente und den einordnenden Bezug zu vorhandenen Theorien? Nicht im geringsten! Manche Teilnehmer hielten nur das für das "non plus ultra", was sie als Denken in ihrem eigenen Kopf vorfanden.

Jede anknüpfende Aufforderung, im Psychotherapie-Forum darzulegen, in welchem Bezug die Auslassungen und Einwürfe zu den herkömmlichen Theorien stehen, wurde als lästige Einmischung empfunden. Und kaum einen hat es gestört, obwohl die Psychotherapeuten-Berufsverbände ethische Grundsätze formulieren, dass Psychotherapeuten aktiv werden sollten, wenn sie beobachten, dass offensichtlich grobe Unkenntnis über die Verwendung psychotherapeutischer Methoden und Theorien besteht oder sogar schädigend gearbeitet wird. So bietet im DPI Psychotherapieforum jemand seit Anbeginn großspurig Intervision und Supervision an, der tatsächlich nur die Geister verwirrt und realiter all das repräsentiert, was tunlichst nicht Supervision sein sollte.

Ein Auszug:

"Wer Gerd Boettcher kritisiert geraet gnadenlos ins Abseits und wird von ihm und von seinen Vasallen mit heiligem Zorn verfolgt, auch wenn die Kritik berechtigt ist.

Gerd Boettcher? Ich dachte bisher immer, Rudolf Sponsel wäre der böse Bube. ...

Wisst ihr was Kinders! Geht alle in euer Bett! Ihr merkt nichtmal, daß ihr allesamt auf dem absteigenden Ast sitzt. ..."

Psychotherapeuten sind per Gesetz dazu verpflichtet, sich fortzubilden und sich über die aktuellen Strömungen der Psychotherapieforschung auf dem laufenden zu halten. Das Sozialgesetzbuch erwartet "qualitätssichernde" Maßnahmen. Solche Erwartungen werden jedoch regelhaft enttäuscht.

Wer diesen eigentlich selbstverständlichen Anspruch hat und zeitgemäße Themen, Fragestellungen und Anregungen einbringt, dessen Beitrag läuft bestenfalls ins Leere und landet im Nichts der Resonanzlosigkeit - dem Schweigen im Walde. Oder, was häufig vorkommt, der dargebotene Inhalt wird ignoriert und es werden lediglich in einer Antwort ein paar Zeilen herausgegriffen, um herumzumäkeln und irgendwelche herabsetzenden Einwürfe zu machen, die mit dem eigentlichen Thema gar nichts zu tun haben.

Psychotherapeutischer Grabenkrieg statt Diskussion

Manche Teilnehmer sind regelrecht auf der Lauer, um einen Beitrag auf diese Weise mit gezielter Abwertung zu quittieren. Meist sind dies Teilnehmer, die sich selten oder nie mit eigenen Beiträgen melden, aber gerne Gelegenheiten benützen, um ihre Polemik abzuschießen. Man kann den Eindruck gewinnen, das Psychotherapieforum biete selbstunsicheren und aggressionsgehemmten ebenso wie frustrierten und deprimierten Psychotherapeuten ein Instrument, sich durch das Abbürsten anderer Teilnehmer ein wenig kranke Selbstbefriedigung zu verschaffen.

Qualitätssicherung im DPI Psychotherapieforum? Weit gefehlt! Ein maßgeblicher Initiator sagte mir sogar einmal, als ich das niedrige Niveau ansprach und um dessen Anhebung warb, ihm ginge es gar nicht um Qualität! Es geht scheinbar um das Herunterfahren einer Qualität, indem man sich hinter das Psychotherapeutengesetz zurück entwickelt, das die niedrigen Standards und die zuweilen hanebüchene Scharlatanerie in der Psychotherapie beenden sollte. Leider hat gerade der Gesetzgeber die Böcke und Gärtner in den Psychotherapeutenkammern zusammen in einen Topf geworfen.

Diese desaströse Situation, welche die ohnehin durch tiefe Gräben getrennten rückwärtsgewandten Psychoanalytiker und modernen Verhaltenstherapeuten eine gemeinsame Selbstverwaltung übergestülpt hat, wird im DPI Psychotherapieforum im Internet noch verschärft, indem man zulässt, dass das DPI unterwandert wird durch Personen der so genannten "Heilpraktikerpsychotherapie". Man benötigt für diese besondere Form der "Psychotherapie" lediglich eine Heilpraktikerzulassung durch Absolvierung einer einschlägigen Prüfung und kann sich dann, z.B. mit einem Hauptschulabschluss, immer noch das Schild "Psychotherapie" an die Türe hängen und seine Dienste anbieten.

Psychotherapeuten dürfen sich diese Schmalspur-Ausgebildeten nach dem neuen Psychotherapeutengesetz nicht mehr nennen, aber sie dürfen ihre "freie Psychotherapie" betreiben, wie sie ihren Substanzmangel häufig verbal verklären. Und da sind sie dann, diese Möchtegernpsychotherapeuten und wetteifern mit den akademischen Psychotherapeuten, indem sie ihr Niveau zum Besten halten; die meisten davon üben sich jedoch im Schweigen aus Angst, schnell entblößt zu werden und sich zu blamieren, bestimmen aber auch so deutlich genug das Gesamtniveauklima.

Wer nähere Auskunft über diese klammheimliche Unterwanderung möchte, stößt in ein Wespennest! Überhaupt drängt sich einem Mitempfindendem zunehmend der Eindruck auf von recht ungehobelten Umgangsformen, von nichtakademischen "Tugenden" mancher Teilnehmer, die thematisch gar nicht bei der Sache bleiben können, ihre eigene Logik betreiben und sich auszeichnen durch manch krasse Verkennungen des jeweils Dargestellten, bis hin zu deutlich psychotischen Wahrnehmungsverzerrungen, die dennoch von den meisten Teilnehmern als das "Übliche" genommen werden. Der "Bodensatz der Psychotherapie" - so hat das einmal ein kundiger und schon längst und resigniert ausgestiegener Kollege treffend benannt. Ein ganz besonderes Milieu hat sich da eingerichtet, das sicher nicht charakteristisch für die gesamte Psychotherapeuten-Szene ist. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich. Und nur der wird letztlich integriert und anerkannt, der sich anpasst an die gewissen Verdrehtheiten, die Wertediffusion, die Korrumpiertheit bezüglich ethischer Grundsätze, den Gesinnungssumpf, die soziale Gleichgültigkeit und Resonanzlosigkeit und die Verwaschenheit der Maßstäbe.

Psychoanalytiker als Zensoren

Mit der Zeit wird einem teilnehmenden Beobachter deutlich, dass auf seltsame (oder typische?) Weise, so wie im Internet üblich, auch hier Charaktere mit eher destruktiven Tendenzen sich eine Plattform zu schaffen versuchen und das Geschehen in den Listen des Forums zu dominieren trachten. Psychotherapeuten, so sie ihr Handwerk verstehen, sollten ein gerüttelt Maß an Menschenkenntnis haben, sollten bewandert sein im Umgang mit schwierigen Menschen und über eine hohe soziale Kompetenz verfügen, um mit Konflikten umgehen und diese bewältigen zu können. Und natürlich sollte diese soziale Kompetenz auch im fachkollegialen Umgang untereinander vorherrschen. Sogar die Statuten mancher Berufsverbände legen fest, dass der kollegiale Umgang in einer würdigen Form sich abspielen sollte und alles vermieden werden sollte, was den Berufsstand in Misskredit bringen könnte. Auch die gerade entstehenden psychotherapeutischen Kammern formulieren berufsethische Normen im fachlichen Miteinander und bilden Schlichtungsstellen für Auswüchse. Mit einer ungeheuren Naivität - oder psychotherapeutischem Größenwahn - meinte man im DPI Psychotherapieforum gerade diese dialogunfähigen, kommunikationsgestörten und in hohem Masse destruktiven Teilnehmer integrieren zu können und hielt das Ganze dann für einen rühmlichen Versuch Schulengräben zu überwinden und da ein Gespräch weiter möglich zu machen bzw. offen zu halten, wo es gar kein Gespräch gab.

Die Chaoten und so genannten "Destruktoren" waren gleichzeitig die Hätschelkinder des Forums und man sah ihnen, wenn auch teilweise mit Bedenken, dennoch zu, wie sie weiter ihr Unwesen trieben und reihenweise ihr Gift sprühten, dass viele durch Nichtschreiben gar nicht mehr wagten in ihre Schusslinie zu kommen und/oder sich entsetzt und angewidert zurückzogen oder gänzlich sich aus dem Forum entfernten. Es gab Bemühungen, dem destruktiven Treiben Einhalt zu gebieten. Es gibt und gab jedoch kein wirkliches Verständnis und kein rechtes Gespür dafür, was ein kreatives Austauschklima ausmacht, und auf welche Weise man den Nährboden für einen konstruktiven Dialog pflegt. Und es gibt kein rechtes Verständnis darüber, wie sich die zerstörerischen Prozesse äußern und wie ihnen begegnet werden kann; Ignoranz, Stumpfheit, Dumpfheit und eine bedrückende weitgehende emotionale Resonanzlosigkeit gegenüber sozialen Prozessen sind Hauptströmungen im Forum - ein schaudernder Blick hinter die Fassade von Psychotherapeuten jeden Geschlechts und Alters.

   
 PSYCHOTHERAPIE Buch-Tipp
Rolf Degen: Lexikon der Psycho-IrrtümerDegen, Rolf: Lexikon der Psycho-Irrtümer. Frankfurt/Main: Eichborn-Verlag, 2000.

Mit seinem Angriff auf den "Irrgarten" von nunmehr 600 konkurrierenden Therapierichtungen enthüllt der von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie mit dem "Preis für Wissenschaftspublizistik" ausgezeichnete Journalist die "reine Quacksalberei" großer Teile der Psycho-Zunft. Provokant trägt das Buch damit zur Entwicklung wissenschaftlicher Psychotherapie als echte Heilungsalternative bei - durch fulminante Abrechnung mit falschen Grundannahmen von Psychoanalyse, Psychosomatik und Esoterik.
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Das ausgefeilte Mobbing, das die Heiler im Umgang in diesem Psychotherapie-Forum miteinander praktizieren, lässt auf die Missachtung und das Unvermögen gegenüber den Hilfe suchenden Klienten schließen: Die "vernichtenden Ergebnisse der Psychotherapie-Forschung", so bemerkt Rolf Degen in seinem populären "Lexikon der Psycho-Irrtümer", haben "einen äußerst demokratischen und egalitären Charakter: Psychotherapeuten können Neurosen nicht besser heilen als jeder wohlmeinende Laie, und sie leiden selbst in erhöhtem Maße an den 'Verrücktheiten', die sie bei anderen therapieren wollen" (S. 63f.).

Die "Selbstverwaltung" im selbsternannten "DPI Deutschsprachigen Psychotherapieforum im Internet" sah auf ebenso erschreckende Weise ungerührt zu, wie immer wieder hoffnungsvolle und begabte Menschen auftauchten, wie mit ihnen Ansätze von positiver inhaltlicher Auseinandersetzung entstanden und wie dann wiederum, durch die immer selben Leute, zunehmend eine Kette unsachlicher Angriffe stattfand und Inhalte platt gewalzt wurden, die jeden kreativen Austausch erstickten und dazu führten, dass wertvolle Teilnehmer die Segel strichen.

Psychotherapeuten sollten Fachleute für Beziehungspflege sein; sie sollten darüber Bescheid wissen wie sich kreative und positive Beziehungsstrukturen offenbaren, wie man sie pflegt und fördert und sie sollten ein sehr gutes Gespür dafür haben, wie sich negative und destruktive Beziehungsmuster zeigen und was notwendig ist sie zum positiven zu verändern oder zumindest in ihrer schädigenden Wirkung auszubremsen. Und Psychotherapeuten sollten sich über solche Zusammenhänge verständigen. Psychotherapie ist auch aktive Beziehungspflege zwischen Psychotherapeut und Patient. Beziehungspflege ist solchermaßen psychotherapeutisches Handwerk.

Im DPI Psychotherapieforum im Internet findet hingegen auf merkwürdige Weise über solche Themen und die damit zusammenhängenden Vorgänge keine Verständigung statt, ja es ist sogar so, dass eine ganz unheimliche Verquickung gerade mit jenen Teilnehmern besteht, die sich auf offene und/oder subtile Weise destruktiv gebärden und damit so etwas wie ein Negativ-Gesamtklima aufrechterhalten. Die schweigende Masse trägt gewissermaßen dieses Klima und hat eine heimliche Freude an den Kämpfen "auf der Bühne" und sieht ungerührt zu wie die Ungehobelten austeilen und die wenigen Empfindsamen weiter genüsslich verletzen.

Psychotherapeuten als Mobbing-Profis

Ich habe ein geradezu lehrbuchmäßig abgelaufenes Mobbing-Geschehen mit einer ihr Opfer blutrünstig hetzenden Meute miterlebt und kaum einer hat bemerkt, was da vor sich geht. Das Forum erscheint bei alledem wie eine Art Gegenwelt, eine Welt, in der die Maßstäbe vertauscht sind und geradezu in ihr Gegenteil verwandelt sind. Statt Erhellung gibt es Verschleierung und Verdunklung, statt Aufklärung, statt geistiger Freiheit und Aufgeschlossenheit gibt es Dumpfheit, Stumpfheit und eine schizoide Distanz. Es existiert eine geradezu chronische sozial-emotionale Resonanzunfähigkeit und ein Unverständnis gegenüber all den engagierten Versuchen, frei und vorurteilsfrei über alles reden zu wollen. Das Forum in seiner Gesamtwirkung kommt mir teilweise wie eine gestörte Persönlichkeit vor mit Zügen von Soziopathie, also einer Unfähigkeit wichtige soziale Signale aufzunehmen und angemessen zu verarbeiten wie zu beantworten.

Nach ausreichender Teilhabe empfinde ich das DPI Psychotherapie-Forum inzwischen geradezu als eine Vernichtungsmaschine für jeden Versuch einer direkten, profunden, klugen, intelligenten inhaltlichen und vor allem erlebensnahen Auseinandersetzung. Die Diskussion über die Probleme alltäglicher Praxisarbeit eines Psychotherapeuten finden im DPI keinen Platz (mit Ausnahme einer berufspolitischen Liste). Mit fast hundertprozentiger Sicherheit kann man vorhersagen, dass ein solcher Versuch Alltagsprobleme zu besprechen früher oder später zu unsachlichen persönlichen Angriffen führt. Oder es herrscht "Schweigen im Walde" und der ursprüngliche Beitrag findet keine Antwort oder - eine weitere beliebte Variante - man fängt an themenfremd zu palavern. Die Schwätzer kommen aufs Parkett mit Dampfplaudereien, mit Witzchen und Bonmots und/oder mit Gratulationstouren, indem meist einem der "falschen Götter" im Forum gehuldigt wird.

Die Vermeidung eines unmittelbaren Austausches realer Erlebenswirklichkeiten aus dem Psychotherapeutendasein scheint mir in diesem Psychotherapie-Forum schon institutionalisiert zu sein. Es offenbart sich eine Vermeidungsstruktur, die den so Handelnden u. U. bei ihren Patienten als Störung entgegenkommt, die sie dann therapieren sollen, obwohl sie selbst in diesen neurotisierenden Vermeidungsmustern gefangen sind. Psychotherapeuten führen sich hier vor als der sprichwörtliche "hilflose Helfer", der da helfen will, wo er selbst sich bisher nicht zu helfen vermochte. Überhaupt bietet sich das Forum als eine vorzügliche Adresse an, um alle landläufigen Vorurteile über Psychotherapeuten, Psychologen wie Ärzte, bestätigt zu bekommen.

Über lange Phasen wurde das Forum dominiert von auch im psychologischen Usenet bekannten Personen und/oder von Personen bei denen man zunehmend in Zweifel kam, ob sie ihrer psychotherapeutischen Tätigkeit geistig überhaupt gewachsen sind, so waghalsig und fern von jeder üblichen theoretischen Einordnung wie praktischen Erfahrung formulierten Letztere ihre ganz eigenen Theorien.

Psychoanalytiker als Zensoren

Einer der dominierenden Protagonisten, der Herausgeber der Berliner Blätter für Psychoanalyse, hat es mittlerweile geschafft, mit seinen Adepten weitgehend das Klima des gesamten Forums zu bestimmen und alles auszugrenzen bzw. unsachlich anzugreifen, was seiner Politik und seinem Gesinnungsgeist nicht huldigt. Ausgerechnet in Christian Anger, der ursprünglich Aufgeschlossenheit und Toleranz institutionalisieren wollte, findet er einen tatkräftigen Mithelfer. Wer den Protagonisten kritisiert gerät gnadenlos ins Abseits und wird von ihm und von seinen Vasallen mit heiligem Zorn verfolgt, wie im Forum geklagt wurde - auch wenn die Kritik berechtigt ist. Somit ist ausgerechnet ein lehranalytischer Vertreter der ursprünglich aufklärerischen Kraft der Psychoanalyse zum Tabuthemenverteiler geworden und entrüstet sich über ihm nicht genehme Themen, z.B. Mobbing unter Ärzten, ethische Normen und die Moral der Helfer oder die Auseinandersetzung mit destruktiven Mustern und Strukturen.

Zwangsweise wird man bei diesen Vorgängen an die Rituale und "heiligen Zirkel" mancher Psychotherapieschulen - auch der psychoanalytischen - erinnert, in denen sorgfältig überwacht wird, wer Zugang zu den inneren Kreisen hat und wer konform mit den etablierten Gedankenströmungen ist. Abtrünnige werden schnell ausgemacht, auf vielfältige Weise mit ihren Äußerungen in Misskredit gebracht und im Zweifel aus dem eigenen geistigen Leib exkorporiert.

All das oben Geschilderte hat dazu geführt, dass im DPI weitgehend nur noch auf sehr abstrakter Ebene diskutiert wird - mit Inhalten, die sich oft auf die theoretischen Urgroßväter beziehen, z.B.: Was ist die Seele? Welche philosophisch-psychologische Wurzeln haben die Methoden. Ein Austausch über die Gegenwartsliteratur findet nicht statt oder es werden unverbindliche Allgemeinplätze ausgetauscht. Einzelne Teilnehmer reiten dabei ihre theoretischen Steckenpferde, wobei sich bei manchen Beiträgen jeder kundige Psychotherapeut fragt, was die angesprochenen Inhalte überhaupt noch mit Psychotherapie zu tun haben. Die Vermeidung alles Unmittelbaren und Direkten hat sich durchgesetzt und prägt das schizoide Großklima, indem sich die meisten Personen bedeckt halten.

Psychotherapieforum als Karikatur von Psychotherapie

Was im "Deutschsprachigen Psychotherapieforum im Internet" geschieht, ist gleichsam eine Karikatur von Psychotherapeuten und von Psychotherapie. Psychotherapeuten sollen, wenn sie glaubwürdig sein wollen, offen sein, "authentisch" sein, direkt und ohne Verstellung. Wie sonst können sie ihren Patienten vermitteln, selbst zu sich und zu ihren Erfahrungen zu stehen, wenn sie das nicht vorleben können. Im Psychotherapie-Forum rennen die meisten mit Masken herum und schauen mit Befremden auf denjenigen der offen ist. Wenn derjenige dann auch noch seine verletzte Seite zeigt, empört aufschreit, wenn er schlecht behandelt wird bzw. wenn er würdige Umgangsformen anmahnt, dann wird dieses gesunde Selbstbewusstsein in misstrauischer Distanzierung betrachtet und mit der Zeit werden solche Äußerungen in Sündenbockkreationsmanier als Stänkereien betrachtet. Der Status quo hat für normal zu gelten. Wer offen für seine Rechte eintritt und sich gegen das Unrecht der "Destruktoren" wehrt, der wird mit autoritär-elterlicher Missbilligung als "böser Bube" betrachtet und man klebt ihm das diskriminierende Etikett "Streithahn" auf die Stirn. So werden die Verhältnisse auf den Kopf gestellt. Förderung von Wehrhaftigkeit und gesunder Selbstbehauptung als ein immanenter Kern von Psychotherapie findet im Forum keine positive Bestätigung.

In dieser Hinsicht ist das DPI Psychotherapie-Forum ein exzellentes Spiegelbild der autoritären und menschenverachtenden Zustände in manchem Psychoanalyse-Institut. "Schlimme Erfahrungen waren für mich in meinem eigenen Institut öffentliche Falldarstellungen, die ich miterlebt habe (und ich würde daher um nichts in der Welt einen eigenen Fall vorstellen wollen!)", berichtet die Psychoanalytikerin Eva Jaeggi in ihrem Buch (S 134): "Die jeweiligen Therapeuten, die sich dieses masochistische Vergnügen gegönnt hatten, saßen wirklich auf dem 'heißen Stuhl'. Es brandete ihnen eine Welle von Besserwisserei entgegen ..."

Die aktuelle Psychotherapie, geschweige denn die Auseinandersetzung damit, findet im DPI Psychotherapieforum keinen Raum (ganz rudimentär noch in einer Traumaliste). Jeder Versuch, aktuelle Strömungen in der Psychotherapie anzusprechen und neue oder gar erst entstehende Themen einzubringen, findet entweder gar keine Antwort, weil das Thema den Teilnehmern noch gar nicht präsent ist, oder wird früher oder später in irgendeiner Form mit Abwertung bedacht.

Selbstüberschätzung und Selbsttäuschung

Dem längeren Betrachter wird auch deutlicher, dass viele, die sich tummeln sehr wenig psychotherapeutische Erfahrung haben, manche wohl gar keine Psychotherapeuten sind, viele sich kaum ernsthaft und systematisch mit psychotherapeutischen Themen beschäftigen, akademische Kardinaltugenden vermissen lassen und kaum einer eigenständig praxisbezogene Themen vorantreibt. Einige treten in der Pose des erfahrenen Könners auf, reden bzw. schreiben aber dann doch nur inhaltsleeres Zeug oder können ihren Anspruch nicht halten.

Die Selbstüberschätzungen sind teilweise grandios. Ein Hauch von Modrigkeit und Leblosigkeit weht durch das Forum, denn auch ganz aktuelle soziale und gesellschaftliche Themen finden kaum einen Platz. Psychotherapeuten als Pulsmesser unserer Zeit, als Menschen, die mit den derzeitigen Strömungen, ganz besonders mit den innovativen Strömungen unserer Zeit in Kontakt sind, die Signalgeber und Ausdruckorgan dafür sind, lassen sich im Forum nur mühsam ausmachen. Im DPI Psychotherapie-Forum ist da weitgehend tote Hose, grausame Ödnis. Wer neue Gedanken einbringt und aufnimmt, dem schlägt eine Dumpf- und Stumpfheit entgegen, die erdrückend ist. Keine Spur von Neugier, Interesse oder gar wacher Aufmerksamkeit. Ich habe das ein wenig so wie "Hospitalismus für Erwachsene" erlebt.

Im psychotherapeutischen Diskurs geht es wesentlich um die möglichst präzise Erfassung von Realität. Es geht, und sollte gehen, um ein Erfassen von Wirklichkeit und der bestmöglichen Annäherung an die Wahrheit eines Vorgangs. Für Psychotherapeuten sollte ein Bemühen spürbar und selbstverständlich sein nach einer "Objektivität der Betrachtung" und danach, die jeweilige Wahrheit möglichst genau zu erfassen. Doch die Wahrheit oder gar Objektivität der Betrachtung will im Forum kaum einer, schon gar nicht eine "persönliche Wahrheit des real Erlebten" oder gar eine berechtigte Kritik über die tatsächlichen Verhältnisse. Es ist nahezu atemberaubend wie häufig und wie konsequent die jeweils eigenen verzerrten Sichtweisen gepflegt und anderen übergestülpt werden. Projektion pur!

Mittlerweile ist im DPI Psychotherapie-Forum jede Kritik unerwünscht. Wer sich kritisch über das Geschehen im Forum bzw. in einer Liste äußert, wird auf eine eingerichtete "Motzerliste" verwiesen, also quasi in den Keller abgeschoben und ausgegrenzt oder er wird unter "Moderation" gestellt, d.h. seine Mail wird vorab kontrolliert und dann entschieden, ob die Mail freigegeben wird. Letzteres gilt auch für eine berechtigte Kritik. Die "Moderation" war ein ursprünglich sinnvolles Instrument für die Zügelung der "Destruktoren", wurde dann aber immer mehr genutzt, um unliebsame Kritik abzuwürgen.

Der Server steht im ostländischen Erfurt und unweigerlich generieren solche Bezüge und die Verhältnisse im Forum Erinnerungen an den kleinbürgerlich-muffigen Stasi- und Unterdrückungsstaat DDR.
Es existiert im DPI Psychotherapieforum ein geradezu ungewöhnliches Unwissen und eine groteske Instinktlosigkeit über die Kriterien der Unterscheidung einer berechtigten Kritik von einer unangemessenen und unakzeptablen Äußerung (z.B. eine Beleidigung und unsachliche persönliche Angriffe). So bleiben Beleidigungen und unsachliche Angriffe oft unbemerkt und/oder ungeahndet, werden also gar nicht als solche erkannt und gelten als "normal". Dem gegenüber können Beschreibungen realer Vorgänge, mithin der Versuch der Annäherung an die Wahrheit eines Geschehens, schnell auf "spitze Finger", auf Empörung und auf Versuche von Diskreditierung und Ausgrenzung stoßen. Kritische und berechtigte Äußerungen werden als unziemliche Angriffe verkannt und in kleinbürgerlich-autoritärer Weise geächtet. Man findet sich also im Spießerland und unter Verhältnissen korrumpierter und verdrehter Moral, die eine Wertediffusion und Unrecht perpetuieren.

Mit der Unterdrückung und Zensur einer berechtigten Kritik, also mit der Unterdrückung einer Aussage, die begründet und zutreffend ist, verkehrt sich der Bestimmungszweck eines Psychotherapie-Forums in sein genaues Gegenteil. Psychotherapeuten können ihr Handwerk und ihren Beruf nur dann angemessen ausführen, wenn sie geistig unabhängig sind und wenn sie über ALLE Themen offen und tabufrei sprechen können. Viele psychische Störungen haben mit einer Verinnerlichung von Tabus und mithin auch mit einer Verinnerlichung von Sprechverboten und Äußerungsverboten zu tun. Wer in einem psychotherapeutischen Dialog anfängt Sprechtabus zu setzen, z.B. den Ausdruck dessen was man unmittelbar erlebt und womit man sich thematisch beschäftigt, der unterdrückt und tötet ab. Wer also anfängt Erleben zu zensieren und Themen unter Tabus zu stellen, der fängt an die Psychotherapie in ihrem Kern zu zerstören. Doch solche Zusammenhänge sind ausgerechnet in einem Psychotherapeutenforum nicht diskussionsfähig bzw. werden mit Verweis auf die "Motzerliste" abgedrängt.

Psychotherapeuten in gesellschaftstypischer Erstarrung

Damit komme ich zu dem Schluss, dass ausgerechnet ein Forum für Psychotherapeuten, das zu neuen Ufern aufbrechen wollte, den allgemeinen Zustand unserer Gesellschaft, also Erstarrung und Stagnation, widerspiegelt und durch die selbst aufgebauten Tabus einen kleinbürgerlichen und spießigen Mief erkennen lässt, wie er so typisch für die DDR war, auf dessen ehemaligem Territorium der Server steht. Mein Eindruck ist, dass die bestimmenden Kräfte des Forums einen "spießbürgerlichen Obrigkeitsstaat" errichtet haben bzw. aufrecht erhalten, indem jede direkte offene, kritische Auseinandersetzung erstickt wird, ganz besonders, wenn man die "Obrigkeit" berechtigt (!) kritisiert. Aufgeschlossenheit, Offenheit und Toleranz, als Voraussetzung für ein gutes Austauschklima, sind damit gründlich verbannt. Psychotherapeuten sind/sollten sein Fachleute für Veränderung. Wer im DPI Psychotherapie-Forum Veränderung möchte im Sinne von Aufgeschlossenheit, Lebendigkeit und einem guten Nährboden für kreative Gespräche, wer ein besseres menschliches und fachliches Niveau möchte, wer sich für Qualität einsetzt, der fährt früher oder später gegen eine Wand, trifft auf beinharten Widerstand, der erlebt die institutionalisierten Betonköpfe und Hardliner der ewig Unerreichbaren. Auch die Psychotherapeuten im Forum sind in die heute gesellschaftstypische Verkrustung, Unbeweglichkeit und Erstarrung verfallen. Früher, zu den Pionierzeiten des DPI Psychotherapie-Forums, konnte man zumindest noch seine Vorstellungen mitteilen, auch wenn sie in weiten Strecken keine lebendige Resonanz erhielten.

Mittlerweile, seit eine "qualitätsbewusste" Psychoanalytikerin mit im Vorstand des DPI sitzt, ist eine Struktur und ein System entwickelt worden, das man als ein nahezu perfektes System der (schizoiden) Abschottung bezeichnen kann. Jeder kann sich hinter jedem verstecken, niemand ist wirklich verantwortlich und am Ende ist man nur noch der Willkür oder der persönlichen Rachsucht eines Listeninhabers (Owners) ausgesetzt, der nach eigenem Gutdünken richtet und z.B. Ausschlüsse verhängt, weil ihm eine außerhalb seiner Liste geäußerte und berechtigte Kritik nicht gefällt.

Kritikfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Konflikttoleranz und hohe Kompetenz bei der Bewältigung von Konflikten, die zu den Kerntugenden eines Psychotherapeuten zählen (sollten), erwartet man bei den meisten aktiv Teilnehmenden und bei den Verantwortlichen (der Vorstand und die so genannten "Gestalter") vergebens. Gestaltet wird letztlich die psychotherapeutische Kommunikationslosigkeit; Erneuerung und Veränderung finden nicht statt.

"Nicht nur die Berufswahlmotive sind durchtränkt von diesem Größenwahn des 'Besonderen'", schreibt die Psychotherapeutin Eva Jaeggi auf Seite 216, "auch die vielen Bemühungen von Psychotherapeuten, sich ihre eigene Situation schönzureden, sich die Tatsache ihrer oft schlechten privaten Beziehungen irgendwie per Verleugnung und Projektion schmackhaft zu machen, zeugen davon."

So brauchte die vermeintlich brillante, aber illusorische Idee vom Schulen übergreifenden Psychotherapieforum gar nicht an die Wand gefahren zu werden: Die Kommunikationsdefizite vieler Psychotherapeuten und Psychoanalytiker haben das DPI Psychotherapieforum gleichsam in den Beton des selben selbstgefälligen Schweigens gegossen, mit dem Psychoanalytiker auch auf die Fragen ihrer Klienten, wie diese ihre Probleme lösen können, regelhaft mit der teuer in Rechnung gestellten Demütigung antworten: "Das müssen sie schon selbst herausfinden".

   
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So heilt auch das DPI Psychotherapieforum effizient - von der Illusion, dass Psychotherapeuten und Psychoanalytiker zu heilen vermögen. Sie können, wie auch dieses Forum überzeugend vorführt, viel zu oft nicht einmal sich selbst helfen. Eine Beobachtung, die PSYCHOTHERAPIE am 25.01.2002 bereits mit dem Psychotherapeuten-Forum vom Verband Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (VPP im BDP e.V.) ausführlich dokumentieren konnte.

Es bleibt die Frage, ob sich Gesellschaft und Gesundheitssystem solche Psychotherapeuten leisten können.

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