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© PSYCHOTHERAPIE 25.01.2002Psychologen-Berufsverbände
BDP und VPP mit dreistem Coup: Internet-Diebe verkaufen "Gütesiegel psychologische Online-Beratung"
Gülle- oder Gütesiegel ?
Rechtsverstöße und "Scheisskerle" im Verband der Psychologischen Psychotherapeuten - VPP im BDP
VON REINHILD SONNENSCHEIN
Der "Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V." - kurz BDP -
ist schon mit der "Büchse der Pandora" verglichen worden. Jener Büchse in der
griechischen Mythologie, aus der sich - von Pandora geöffnet - alle Übel in die Welt ergossen; nur die
Hoffnung blieb darin zurück. Zeus sandte Pandora auf die Erde, um die Menschen zu strafen, die ihn
beleidigt hatten. Sie trug ein Gefäß bei sich, das nicht mit Segnungen gefüllt war, sondern mit
Flüchen: Zwist, Leid, Tod, Krankheit und alle sonstigen Übel. Und übel wird Beobachtern, die
verfolgen, was sich vom BDP und dessen Psychotherapie-Sektion, dem zugehörigen Verband der
Psychologischen Psychotherapeuten (VPP im BDP), ergießt: Flüche, Verunglimpfungen, Rechtsbrüche und -
ein wertloses "Gütesiegel psychologische Online-Beratung".
Besucht man das vom "Verband der psychologischen Psychotherapeutinnen und
Psychotherapeuten im BDP e.V." im Internet betriebene Psychotherapeuten-Forum, so kann man leicht
den Eindruck gewinnen, sich unter Verrückte verirrt zu haben: Von 29 Forumsbeiträgen im nachfolgend
wiedergegebenen vergrößerten Ausschnitt von September bis Oktober 2001 demonstrieren allein 12 Beiträge (41 Prozent)
beeindruckende Gesprächsführungskompetenz durch eine gepflegte Konversation mit der wechselseitigen
Titulierung "Scheißkerle" bzw. "Scheisskerle". Acht
ebenso bedeutungsvolle weitere Beiträge (28 Prozent) erörtern die auf die bekannte Titelgläubigkeit
der Deutschen und ihrer Psychotherapeuten zielende Frage, ob der Titel "'Prof. Dr.'
[...] doch noch besser als 'Dr. Dr.'" ist.

Erst die "Pressemitteilung Berliner Psychoanalytiker (BBPP)" von dem Berliner
Psychoanalytiker Gerd Böttcher am 05.10.2001, eine Offerte zum "Praxissitztausch"
von Ulrike Hensgen-Möck am 03.10.2001 und eine Information zur "Psychotherapeutenkammer
Berlin" von Gerd Böttcher am 07.09.2001, nach eigener Darstellung "Mit-Gründer
des Berliner Berufsverbandes psychologischer Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker",
lassen erahnen, auf einer Website von Leuten zu sein, die weismachen wollen, der psychischen
Gesundheit zu dienen. Bei den tatsächlich diskutierten Themen, die überwiegend wohl für
Fäkalienliebhaber oder Hochstapler interessanter sein dürften als für Psychotherapie-Interessierte,
fällt das freilich schwer zu glauben.
"Verrückte" Psychologische Psychotherapeuten ?
Wird den Psychotherapeuten landläufig ohnehin oft nachgesagt, psychisch
vorgeschädigt zu sein und mit ihrer Berufswahl den verzweifelten und nicht selten erkennbar
vergeblichen Versuch einer Selbstheilung unternommen zu haben, so kann das VPP-Forum wegen seines
eklatant von der gewöhnlichen Vorstellung von psychischer Gesundheit entrückten Inhalts einen
unbefangenen Besucher durchaus zu der Frage führen, ob die Buchstabenfolge VPP nicht treffend
auch übersetzt werden könnte mit "Verrückte Psychologische Psychotherapeuten".
"Irgendwie ist das peinlich", lautet deshalb der zaghafte Protest einer
Forumsteilnehmerin am 02.10.2001, die sich
selbst "Flory" nennt (siehe unten den vergrößerten Ausschnitt aus dem Forum der VPP-Psychotherapeuten).
Sie schreibt: "Wollte grade mal lesen, was sich meine
Kollegen so zu sagen haben. Das ganze scheint mir eher peinlich, v. a. wenn ich mir vorstelle, dass
dies ein öffentlich zugängliches Forum ist. [...] Fachlich wirkt das ziemlich
inkompetent und ich frage mich wie manche Kollegen das mit ihren Patienten machen. Wenn sie mit denen
auch so umgehen?"

Peinlich? Gewiss. Aber viel mehr als das. Mit diesem Internet-Forum zieht der VPP den gesamten
Berufsstand der Psychotherapeuten öffentlich in den Schmutz: "Der VPP geht davon
aus, daß hier eine Diskussion unter KollegInnen stattfindet", heißt es in einer redaktionellen
Anmerkung zum VPP-Forum, dessen "Nettiquette [...]
eine grundsätzlich kollegial-solidarische, kommunikative Umgangsform [verlangt],
die die jeweiligen Inhalte in möglichst sachlicher, weder anmacherischer, noch rassistischer oder
sexistischer Form anbietet". "Bei Abweichungen von dieser Nettiquette",
schreibt der Webmaster des VPP weiter, werde "eine augenblickliche Löschung"
vorgenommen. Die Seiten im VPP-Forum, die den Zeitraum von etwa einem Jahr widerspiegeln, dürfen
mithin als ein realistisches Abbild dessen angesehen werden, was die Psychotherapeutinnen und
Psychotherapeuten des BDP und VPP in diesem von verbandsinternen Zensoren moderierten Forum persönlich
als Inhalt von "Psychotherapie" verstehen und öffentlich definieren wollen.
"Wer die Psychotherapie liebt, hat oft Anlass, sich der Psychotherapie zu schämen",
beklagte vor Jahren der bekannte Psychotherapieforscher
Klaus Grawe von der Universität Bern. Und der Bonner Diplom-Psychologe
und Wissenschaftsjournalist
Rolf Degen warnt in seinem "Lexikon der Psycho-Irrtümer" vor den
berufsmäßigen Scharlatanen in der Psycho-Zunft: "Unter ungünstigen Bedingungen
beschwört die Institution Psychotherapie überhaupt erst die Probleme herauf, zu deren Bewältigung sie
eigentlich angetreten war." Es bedarf keiner Fantasie, um sich vorzustellen, dass
Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die sich öffentlich lustvoll im Schmutze eines derart
kranken Selbstverständnisses suhlen, auch ihre Klienten krank machen: "Die sind ja
verrückter als ich", stellt da mancher Patient erschreckt fest, der Hilfe suchend eben noch mit
dem Gedanken spielte, sich solchen verrückten Psychotherapeuten anzuvertrauen, deren Verstand der
Triebbefriedigung zum Opfer gefallen zu sein scheint.
"Das Denken", so heißt es im VPP-Forum am 27.05.2001 im Beitrag von einem
mutmaßlichen Psychoanalytiker mit Namen Kaiser, "überlassen wir doch
grundsätzlich den Kognitiven Psychologen. Als aufrechte Analytiker denken wir nicht, sondern gehen in
die Tiefe. Je größer die Tiefe, umso geiler - pardon: größer - ist der Aufschlag." In der Tat
ist die Kluft zwischen dem Schein und dem Sein in der psychotherapeutischen Heilkunde allgemein
erschütternd. Ihren schamlosen Gipfelpunkt erreicht die Selbst- und Fremdtäuschung in der
Psychotherapie mit irreführenden und wertlosen Siegeln, Titeln und Zertifikaten, die Verbände wie BDP
oder VPP ihren Mitgliedern eigennützig umhängen.
BDP und VPP - wie Psychotherapeuten täuschen und tricksen
"BDP - das Kürzel steht für den Berufsverband Deutscher
Psychologen, könnte aber auch 'Büchse der Pandora' bedeuten", schrieb die "Ärzte Zeitung"
am 12.04.2000. Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen mit seiner
Psychotherapie-Sektion fällt immer wieder durch üble Aktionen auf, deren Dilettantismus,
Skrupellosigkeit und Nähe zum Rechtsbruch bemerkenswert mit dem Anspruch auf Professionalität
kollidieren und ihn konterkarieren. So wurde das Bemühen des Gesetzgebers, den Wildwuchs im
Psychomarkt einzudämmen, von den Psychotherapeutenverbänden teilweise heftig bekämpft. "Besonders
hervor tat sich der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), nachdem sein Versuch
gescheitert war, die hohen Qualitäts-Standards im Psychotherapeutengesetz (PsychThG) zu verhindern",
stellte "PSYCHOTHERAPIE" am 04.09.2000 fest. "Es war ein ungeheuerliches
Täuschungsmanöver, das der Berufsverband der Deutschen Psychologen vor Jahr und Tag eingeleitet hat,
um viele seiner Mitglieder in Amt und Brot zu bringen", schrieb die "Ärzte Zeitung" am
05.04.2000 (Seite 3): "Und alle Beteiligten im Gesundheitswesen sind darauf
hereingefallen."
Der Frankfurter Diplom-Psychologe und Journalist Jochen Paulus, selbst Autor eines
Psychotherapie-Buches, berichtete in der Wochenzeitung "DIE ZEIT" am 12.02.1998 (Seite 27): "Mehr
als zwanzig Jahre lang hofften deutsche Psychologen auf ein Gesetz, um endlich ihrem Beruf unabhängig
von Medizinern nachgehen zu können. Nun ist das Psychotherapeutengesetz endlich beschlossen - und
schon drohen ganze Verbände und Organisationen, es zu mißachten. Denn es verlangt künftig
Qualifikationen in einer wissenschaftlich anerkannten Therapie."
"Bisher durften die Seelenheiler in psychiatrischen und anderen Kliniken
praktizieren, wie es ihnen und dem Chefarzt paßte", stellte Paulus in der "ZEIT" (ebd.)
fest: "Doch nun haben jene Therapeuten ein Problem, die ihre Ausbildung in obskuren
Ecken des florierenden Psychobasars absolviert und sich über die oft ernüchternden Ergebnisse der
Therapieforschung erhaben gefühlt hatten. Den vermeintlichen Ausweg aus der Klemme glaubt der
Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) gemeinsam mit anderen Fachorganisationen
gefunden zu haben: Die Kollegen müßten ihre Behandlungen eben 'umbenennen'. Die Verbände riefen sogar
schriftlich zur 'Guerillatherapie' auf."
Psychotherapeutengesetz - mangelhaftes Gesetzeswerk
War es bereits ein schlimmer Fehler des Gesetzgebers, auch den für ihr
unwissenschaftliches und gar schädliches Tun bekannten Psychoanalytikern und tiefenpsychologisch
"fundierten" Therapeuten im Psychotherapeutengesetz (PsychThG) den Zugang zum gesetzlich
geschützten Beruf des Psychotherapeuten zu ermöglichen, so ist die daraus zwangsläufig folgende
Einbeziehung der psychoanalytischen Quacksalber in die Selbstverwaltung der Psychotherapeutenkammer
eine echte Katastrophe für die Qualitätssicherung in der Psychotherapie.
Etwa drei Viertel aller zur Behandlung von Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung
zugelassenen Psychotherapeuten sind noch immer tiefenpsychologisch und psychoanalytisch orientiert.
Und das, obwohl die kognitive Verhaltenstherapie nachweislich ungleich wirksamer und kostengünstiger
ist und zu langfristig stabileren Erfolgen führt. Im Jahre 1998 entfielen nach Angaben der
Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) von 16.568 Kassenzulassungen in der Gruppe ärztliche und
psychologische Psychotherapeuten allein 12.822 auf tiefenpsychologisch fundierte und analytische
Psychotherapie.
Nachdem das Psychotherapeutengesetz zum 01.01.1999 in Kraft trat, strömten deutlich
mehr tiefenpsychologisch und psychoanalytisch praktizierende Psychologische Psychotherapeuten in das
Versorgungssystem als solche, die qualifizierte Verhaltenstherapie erbringen. Die Anzahl der
psychologischen Psychoanalytiker nahm von 1998 bis 1999 um 67,9 Prozent zu, die Anzahl der
psychologischen Verhaltenstherapeuten wuchs hingegen nur um 47,2 Prozent.
In Anbetracht dieser durch das Psychotherapeutengesetz ungewollt verstärkten zahlenmäßigen Mehrheit,
die hohlschwätzende psychoanalytische Sektierer und verblendete Anhänger der psychologischen
Tiefenleere in jeder Psychotherapeutenkammer (noch immer) bilden, sind so unbeabsichtigt die Böcke zu
Gärtnern gemacht worden - mit tragischen Konsequenzen für die Qualität der psychotherapeutischen
Versorgung.
Politisch besitzt die Psychoanalyse auf Krankenschein keine Zukunft. In einem Interview mit der "Frankfurter
Rundschau" am 11.08.2001 beantwortete der Diplom-Psychologe und rheinland-pfälzische
Sozialminister Florian Gerster (SPD) die Frage, was "es nicht mehr auf
Krankenschein geben" soll, mit angenehmer Klarheit: "Ich nenne ein Beispiel,
das nicht einer gewissen Brisanz entbehrt - die tiefenpsychologisch orientierte Psychotherapie. Bei
dieser in ihrer Wirksamkeit umstrittenen Methode könnte man entweder entscheiden, das gehört nicht zu
den Kernangeboten oder eine maßvolle Selbstbeteiligung einführen. Schließlich denken 90 Prozent aller
gesetzlich Krankenversicherten nicht im Traum daran, zu einem Psychoanalytiker zu gehen." In
einem Interview des "STERN" zur Reform des Gesundheitssystems bekräftigte Gerster am
22.11.2001, "dass wir den Leistungskatalog gründlich durchkämmen müssen".
Insbesondere gelte das, so wiederholte der Experte und Gesundheitspolitiker, für "bestimmte
Psychotherapien". Patienten und Beitragszahler verdienen es nicht, psychotherapeutischem
Mummenschanz und psychologischen Dünnbrettbohrern ausgeliefert zu werden. "Ich kann
es nicht akzeptieren, dass wir um die Anbieter von Gesundheitsleistungen einen Schutzzaun errichten,
der öffentlich alimentiert wird", sagte Gerster.
Aus gutem Grund warnte im VPP-Forum am 26.06.2001 Klaus Kleine-Such daher vor den Konsequenzen
"für die anstehende Psychotherapeutenkammerwahl" und fragte: "Wenn
Ihr Euch nun die Typen vom BDP als Kammer-Vorstandmitglieder vorstellt, wie groß ist dann wohl die
Chance, dass wir nach einem Jahr eine korrumpierte Kammer haben...?" Der einsame Warner (siehe
nachstehendes Bild) erinnerte an die vielfältigen Versuche des BDP, nicht nur seinen Mitgliedern,
sondern auch der Öffentlichkeit, "den wertlosen Titel 'Klinischer Psychologe /
Psychotherapeut' mitsamt den daran gebundenen leeren Hoffnungen anzudrehen". Derweil legt das
wertlose BDP-"Zertifikat" auf manchem Praxisschild noch immer ein beredtes Zeugnis vom erfolgreichen
Etikettenschwindel frei nach dem Märchen von Hans Christian Anderson ab: "Titel machen Leute".

Was den dreisten "Typen vom BDP" mit Etikettenschwindel in der Öffentlichkeit
bislang recht zuverlässig gelang, versuchen sie jetzt auch bei den Rat- und Hilfesuchenden im
Internet. So erhielt die Deutsche Presse-Agentur (dpa) vom BDP als verbreitungswürdige
Nachricht erfolgreich den Treppenwitz untergejubelt, "bei der Orientierung soll
jetzt ein" [vom BDP] "neu eingeführtes Qualitätssiegel helfen". Die
Nachrichten-Macher von dpa verbreiteten diese Bocksgeschichte am 01.10.2001 in einem Beitrag unter dem
Titel "Lebenshilfe per Internet: Gütesiegel soll Expertensuche erleichtern".
Unter anderem heißt es in der von einzelnen Zeitungen übernommenen dpa-Meldung: "Der
BDP vergibt das Siegel 'Beratung durch Psychologen' an diplomierte Psychologen, die Erfahrung in der
Krisenintervention nachweisen können." Der BDP-Diplom-Psychologe Fredi Lang, der das käufliche
"Siegel" für den Verband mit entwickelt hat, wurde von der Nachrichtenagentur mit den Worten zitiert:
"Wir wollten den Wildwuchs an unseriösen Beratungen im Internet frühzeitig eindämmen".
Praktizierte VPP-Qualität: Güllesiegel statt BDP-Gütesiegel?
Damit können die BDP-Psychologen als selbsternannten Juroren für Psychohygiene
vor allem in den eigenen Reihen anfangen. Wer als Hilfe suchender Patient versehentlich das
Internet-Forum des VPP im BDP e.V. streift, wird danach möglicherweise eine gute Krisenintervention
benötigen, um das Trauma psychotherapeutischer Verbal-Gülle ohne Spätschäden bewältigen zu können.
Bleibt die Frage, ob diese exzellente Selbstdarstellung psychologischen und psychotherapeutischen
Unvermögens von BDP und VPP nicht eher ein Internet-Güllesiegel verdient - zertifiziert als
möglicherweise "krank machende Internetadresse", bei der Risiken und Nebenwirkungen einen nicht
erkennbaren Nutzwert überwiegen?
Überdies hat der Gesetzgeber mit dem Psychotherapeutengesetz von 1998 insbesondere auch für
Diplom-Psychologen deutlich gemacht, dass er psychotherapeutische Beratungs- und
Kriseninterventions-Kompetenz, um die es bei Online-Ratsuchenden überwiegend geht, klar an die
Approbation als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut gebunden sieht. Wer es für erforderlich hält,
kann seine Approbation einscannen und ins Web stellen. Das ist billiger und glaubwürdiger als jeder
BDP-Anstecker, der auf in dieser Hinsicht unzulänglichen "Kriterien" beruht,
zu denen laut Pressemitteilung des BDP vom 27.09.01 "neben einem Nachweis des
Diploms in Psychologie oder einem vergleichbaren Abschluss an einer europäischen Hochschule der
Nachweis der Qualifikation in Gesprächsführung und Krisenintervention" gehören.
Womit sich die selbst gesetzten "Kriterien" des BDP auch schon aufs Banalste
erschöpfen: "Siegelinhaber gehen berufsethische Verpflichtungen ein und wahren die
Anonymität ihrer Klienten. Sie beantworten Anfragen zeitnah und weisen Nutzer auf Grenzen und
Möglichkeiten der Online-Beratung hin. Verstöße werden durch Entzug des Siegels geahndet." Das
sind Seifenblasen-Kriterien - schillernd, nicht fassbar und ohne Wert. Diplom-Psychologen, die keine
psychotherapeutische Ausbildung abgeschlossen haben und sich ihren "Nachweis der
Qualifikation in Gesprächsführung und Krisenintervention" gewissermaßen selbst ausfertigen,
sind nicht nur überflüssig, sondern gefährlich. Die Demo-Gesprächsführung im Forum des
BDP-Psychotherapeutenverbandes führt diesen Anspruch sogar für jene Mitglieder erkennbar ad absurdum,
die eine Approbation als Psychotherapeut vorweisen können.
Als weitere pikante Absurdität der BDP-Siegelei erweist sich der vom BDP erhobene Anspruch auf "Technische
Sicherheit", z.B. "zur Gewährleistung des Datenschutzes". In der
großspurigen Werbung des BDP zu dem Siegel heißt es: "Grundlegende
Sicherheitsstrategien bei der Datenübertragung und -speicherung werden bei der Vergabe
des Siegels abgefragt. Dazu gehört auch, die Ratsuchenden auf eigene Sicherheitslücken hinzuweisen."
Dabei übergehen die Seifenblasen-Produzenten des BDP völlig, dass ein Nutzer, der das mit
ShockwaveFlash (einem externen Programm) erzeugte Siegel überhaupt dargestellt erhalten will, hierzu
die von Datenschützern und Computer-Experten empfohlenen hohen Sicherheitseinstellungen seines Browers
extra heruntersetzen müsste, um diesem Programm den Zugriff auf seinen Computer zu gewähren. Offene
Scheunentore als Sicherheitsgewinn zu betrachten, ist schon eine merkwürdige Logik des BDP. Dass der
BDP diese konzeptionelle Sicherheitslücke nicht einmal einer Erwähnung für Wert erachtet, darf wohl
schlicht unseriös genannt werden.
Verbraucherschützer schätzen Qualitätssiegel für medizinische und psychologische Internet-Dienste
ohnehin sehr kritisch ein. Anke Scheiber von der Stiftung Warentest in Berlin rät daher
Hilfesuchenden, psychologische Online-Beratungen möglichst selbst zu beurteilen. Anhaltspunkte könne
eine Check-Liste liefern, mit der die Stiftung Warentest Laien Medizinseiten im Internet testen ließ
(Ausgabe 6/2001). Danach sollten Nutzen, Grenzen und Vorteile der Beratung genau auf der Homepage
beschrieben sein. Die Hilfestellung für Brechübungen, wie sie im Psychotherapeuten-Forum des VPP
praktiziert wird, dürfte Hilfesuchende eher erschüttern.
Gunther
Eysenbach von der Forschungsgruppe Cybermedizin am Institut für Klinische Sozialmedizin der
Universitätsklinik Heidelberg warnt ebenfalls vor arglosem Vertrauen in Online-Beratung: "Was
heute im Internet noch vielfach angeboten wird, grenzt da hart an Kurpfuscherei." Einen
besseren "Schutz" und eine "echte" Qualitätskontrolle wird erst das Projekt medCERTAIN ("Certification
and Rating of Trustful and Assessed Health Information on the Net") bringen, an dem Eysenbach
mitwirkt. Bei diesem europäischen Bewertungssystem für Websites, gefördert von der Europäischen Union,
wird das medCERTAIN Qualitäts-Logo dynamisch aus einer Datenbank angefordert und Konsumenten können
auf das Logo klicken, um Informationen dazu abzurufen, ob etwa Beschwerden oder Bedenken bezüglich der
fraglichen Website bei der medCERTAIN-Initiative gemeldet sind. Zur Bewertung der medizinischen oder
psychologischen Information wird bei medCERTAIN von der dezentralen, verteilten Struktur des Internets
Gebrauch gemacht.
Psychologen des BDP und VPP - Klauen wie die Raben?
Bei unabhängiger Bewertung dürften die übelerregenden Seiten des VPP im BDP dann
möglicherweise mit fetten Warnhinweisen bezüglich der Gefährdung der psychischen Gesundheit versehen
sein. Vielleicht entstand hieraus das Bestreben der BDP-Psychologen, ein eigenes Gütesiegel für
vermeintlich seriöse Beratung im Internet zu vergeben: Sich selbst heimlich bei Dritten bedienen, aber
sich zum Sittenwächter anderer aufschwingen! Es dürfte ein gehöriges Maßes an Dummheit erfordern, für
die durchsichtige und verräterische Siegel-Kreation der BDP-Hirne Geld auszugeben.
Die abgebildete Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung der Geschäftsführerin des VPP im BDP
e.V., Rechtsanwältin Hannelore Stahmann, vom 10.02.2000 belegt, dass Recht und Gesetz für den VPP das
Papier nicht wert sind, was in seinem Namen unterschrieben wird: "Der Verband
Psychologischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im BDP e.V. Kaiserplatz 3, 53113 Bonn,
verpflichtet sich gegenüber Herrn Dietmar G. Luchmann, Waldburgstr. 122, 70563 Stuttgart, es bei
Meidung einer für jeden Fall der Zuwiderhandlung fälligen Vertragsstrafe in Höhe von DM 10.100 zu
unterlassen, redaktionelle Beiträge oder sonstige Schriftwerke, die auf einer der Internetseiten des
Medi-Reports dargestellt werden, im Internet oder auf sonstige Art und Weise, gleich in welcher Form,
zu veröffentlichen oder anzubieten."

Trotz dieser klaren Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung wurde weiter
geklaut - auch aus PSYCHOTHERAPIE. Ungeachtet weiterer anwaltlicher Abmahnungen gegen den VPP wegen
des fortgesetzten Verstoßes gegen Nutzungs- und Urheberrechte sowie weiterer Aufforderungen zur
Unterlassung, gefielen sich die Verantwortlichen im VPP darin, mit Hingabe und Wollust nur Gülle
auszuschütten: Den Erguss vom 15.08.2001, "Sie schreiben sich eine Menge Scheiß
zusammen, Herr Luchmann, alle Achtung!", ließ der VPP-Webmaster und Zensor entgegen sonstiger
Zensurwut im VPP-Forum verbleiben. Die irre-dreisten und wenig Rechtskultur offenbarenden
BDP-Psychologen dürfen sich deshalb in zwei Verfahren vor dem Landgericht Bonn verantworten - der
PSYCHOTHERAPIE-Herausgeber und Diplom-Psychologe Dietmar G. Luchmann hat die Sudelfreaks vom VPP und
BDP, mit denen er verständlicherweise nicht in Verbindung gebracht werden möchte, nach fruchtloser
Mahnung zur Vernunft schließlich verklagt.
Selbst der reformfreudige Diplom-Psychologe und "pfälzische Sozialminister Gerster"
erhielt im Psychotherapie-Forum des VPP im BDP am 06.09.2001 von einem Psychologischen
Psychotherapeuten attestiert, er habe sich "mit seinem Vorschlag in die Scheisse
gesetzt, PA und TP als Kassenleistung abzuschaffen" (PA: die als weitgehend unwirksam bekannte
Psychoanalyse, TP: die aus der Psychoanalyse abgeleitete tiefenpsychologische Psychotherapie). Die
überwältigende "phallische Regression auf die anale Stufe", wie in der sinnleeren Begrifflichkeit der
Psychoanalyse die Fäkalneigung im VPP-Forum zu nennen wäre, bestätigt den rheinland-pfälzischen
Sozialminister Florian Gerster eindrucksvoll im Ziel, den Leistungskatalog der gesetzlichen
Krankenversicherung von Psychoanalyse und tiefenpsychologischer Psychotherapie zu reinigen.
Jochen Paulus schloss seinen "ZEIT"-Bericht über die Aufforderung des BDP zum Rechtsbruch
(Umbenennung der Therapien) mit dem Hinweis: "Die Verlautbarungen der Verbände
verraten, daß sie vor allem die Interessen ihrer Mitglieder bedienen. [...]
Schon machen sie sich für Außenseiterverfahren wie Kunsttherapie stark, obwohl Beweise fehlen, daß
diese Kunst auch den Patienten nützt. Die Psychologen haben es geschafft, den Ärzten gleichgestellt zu
werden, bravo! Doch wenn sie Patienten nicht gemäß bestem Wissen, sondern nach eigenem Gusto
behandeln, dann sollte man sie verklagen. Wegen Kunstfehlern. Gleiches Recht für alle."
Psychotherapeutenkammer Berlin - Paarung der Sektierer?
So richtig deutlich geworden ist der Realitätsverlust der BDP- und
VPP-Aktivisten bei ihrer Online-Propaganda vor der Wahl zur Berliner Psychotherapeutenkammer. Die
eigene Scheiße, in der sie reichlich waten, störte die BDP-Psychotherapeuten offenbar nicht im
geringsten. Als ein Besucher mit Humor jedoch die werbende Herausstellung einer
Psychoanalyse-Zeitschrift mit einem Shakespeare-Zitat kommentierte, war das für Eva Maria
Schweitzer unerträglich. Der Beitrag wurde umgehend gelöscht.
Das bezeichnende Geschehen kommentierte Harald Möhle am 27.06.2001 im VPP-Forum mit folgenden
Worten: "'BDP und VPP NRW wünschen eine informative Wahl-Zeit und konstruktive
Auseinandersetzungen', schreiben Sie. Dann sollten Sie das in diesem Forum erst einmal vorleben. Mir
ist aufgefallen, dass Ihre ZENSOREN nicht nur informative Beiträge gelöscht haben, sondern sogar
Zitate von William Shakespeare (Hab es mir leider nicht vom Schirm abgeschrieben). Besser konnten Sie
nicht zeigen, wes Geistes Kind Sie wirklich sind. Gott bewahre uns vor solchen Vertretern."
Bill Anders, ein weiterer Forumsbesucher, ergänzte diesen Beitrag (siehe nachstehendes Bild): "Hallo
Kollege Möhle, schade, dass Sie's nicht abgeschrieben haben. Ich finde die Intoleranz der
Psychoanalytiker darf nicht so weit gehen, dass sie den ehrenwerten William Shakespeare killen: Unter
Bezugnahme auf die Werbung für einen Psychoanalyse-Beitrag in PSYCHE zitierte jemand Hamlet: 'Oh, das
ist Gift aus tiefem Gram' und empfahl mit Blick auf die Psychotherapie - ebenfalls mit Hamlets Worten:
'Werft weg den schlechtern Teil davon und lebt
Dann um so reiner mit der andern Hälfte!'"

Eva-Maria Schweitzer, seit Oktober 2001 Vorsitzende des VPP-Landesverbandes Berlin, antwortete darauf
am selben Tage: "Sehr geehrter Kollege, das Shakespeare-Zitat war beleidigend gegen
meine Person gerichtet und wurde deswegen gelöscht." Heute sitzt die Diplom-Psychologin
Eva-Maria Schweitzer in der Vertreterversammlung der Berliner Psychotherapeutenkammer. Heinrich
Bertram, der Webmaster des üblen VPP-Forums, ist seit 1999 Stellvertretender Bundesvorsitzender
des VPP - und seit dem 09.09.2001 gar Vizepräsident der Psychotherapeutenkammer Berlin!
Psychoanalyse und tiefenpsychologische Psychotherapie raus aus dem Leistungskatalog der
Krankenversicherung
Bei so viel selbst zertifizierter Verbal-Gülle im scheinheiligen Mantel
psychotherapeutischer Heilkunde ist den Politikern, die das deutsche Gesundheitssystem mit der
nächsten Strukturreform zukunftsfähig zu machen haben, die Empfehlung von William Shakespeare
in Hamlet eindringlich ans Herz zu legen. Die beste Psychohygiene und die einzig brauchbare Lösung für
eine hochwertige psychotherapeutische Versorgung besteht darin, die psychoanalytischen und
tiefenpsychologischen Schmutzfinken ebenso wie die psychologischen und psychotherapeutischen
Dilettanten gänzlich aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung zu entfernen - für
wirkliche Qualitätssicherung in der Psychotherapie: "Werft weg den schlechtern Teil
davon und lebt dann um so reiner mit der andern Hälfte!"
Ein für die Scharlatane unter den Psychotherapeuten in der Tat sehr gefährlicher Rat des großen
englischen Dramatikers - und ein unschätzbarer für die Gesundheit. Mit dem Gütesiegel der Vernunft.
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