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Gesundheitsinformation
im Internet: WHO denkt über Gütesiegel für seriöse Websites
nach - e-Health Code of Ethics verabschiedet
Leipzig/Washington/Stuttgart
(24.05.2000) - Angesichts der Informationsflut in den neuen Medien
erwägt die Weltgesundheitsorganisation WHO die Einführung eines
Gütesiegels für seriöse Gesundheitsinformationen. Das
berichtete der Fachbeauftragte für Gesundheitsförderung im
Kopenhagener WHO-Regionalbüro für Europa, Rüdiger Krech, am 3.
Mai 2000 auf dem 11. "Medientreffpunkt
Mitteldeutschland" in Leipzig.
"Wir denken über eine Koordinationsstelle für
Gesundheitsinformationen nach, die mit Fachverbänden,
Gesundheitsexperten und Mediennetzwerken abgesprochen werden müsste",
sagte Krech. Eine solche Stelle müsste strikt neutral arbeiten
und könnte gewissermaßen als eine Art Gütesiegel für die Verlässlichkeit
von Informationen aus dem Gesundheitsbereich dienen, die in den
Medien verbreitet würden.
Es gebe mittlerweile ein gewaltiges Informationsangebot zu
Gesundheitsthemen vor allem im Internet, deren Seriosität für
den Endverbraucher oftmals undurchschaubar sei, sagte Krech.
Deshalb schlage die WHO ein abgestuftes System zur
Informationsbewertung vor.
Am heutigen Tage ist mit seiner Verabschiedung in Washington im
"Journal of Medical Internet Research" der neue
internationale "e-Health Code of Ethics" vorgestellt
worden (http://www.symposion.com/jmir/2000/2/e9/).
Diese Selbstverpflichtung demonstriert die Entschlossenheit der
Online-Gesundheits-Industrie sicherzustellen, dass Menschen auf
der ganzen Welt Vertrauen in den Internet-Gesundheitsmarkt
entwickeln und seine Vorteile erkennen. Voraussetzung dafür sind
bestimmte ethische Grundsätze: Transparenz, Ehrlichkeit, Qualität,
Professionalität, Selbstbestimmungsrecht des Patienten,
verantwortungsvolle Partnerschaft zwischen Betreiber und Benutzer
und leichter Zugang zu den Informationen.
Internet-Informationsanbieter wie PSYCHOTHERAPIE.COM, MEDI-Report
und NetDoktor unterstützen und begrüßen die Initiative.
"Wir glauben, dass ethisch hochwertige Internetangebote die Möglichkeiten
besitzen, das Gesundheitswesen zu verändern und Gesundheit,
Lebensstil und das Wohl der Menschen zu verbessern. Der eHealth
Code of Ethics ist ein bemerkenswerter Schritt, um unsere
Informationen, Services und Produkte sicherer, glaubwürdiger und
mit bester Qualität anzubieten", sagt Dr. Carl J. Brandt,
International Medical Director und einer der Gründer von
NetDoktor.
"Das Internet kann eine Transparenz politischen und
professionellen - also auch medizinischen und
psychotherapeutischen - Handelns ermöglichen, die bislang
unvorstellbar war. Gleichzeitig ist die schier unerschöpfliche
Menge und die fast unbegrenzte Reichweite jeglicher
Gesundheitsinformation im Web durch eine effiziente Qualitätssicherung
zu flankieren, um die natürlich ebenso möglichen
Schadenswirkungen des neuen Mediums gering zu halten", betont
Dietmar G. Luchmann, Herausgeber von PSYCHOTHERAPIE.COM.
"Der eHealth Code of Ethics ist eine nützliche Grundlage, um
in Zukunft vertrauenswürdige Gesundheits-Seiten von weniger
vertrauenswürdigen zu unterscheiden. Demnächst wird es in Europa
auch ein System von sogenannten medCERTAIN-Qualitätssiegeln für
medizinische Internet-Informationen geben. Nur Anbieter, die sich
diesem Code freiwillig anschließen, werden das Qualitätssiegel
erhalten", erklärt Dr. Eysenbach, der das internationale
Bewertungs- und Zertifizierungsprojekt koordiniert. Die Europäische
Kommission unterstützt medCERTAIN im Rahmen des "EU Action
Plan for Safer Use of the Internet".
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