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   PSYCHOTHERAPIE - Zeitschrift zur Psychotherapie, Psychoanalyse & Verhaltenstherapie       ISSN 1616-3753 
PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753) - Herausgeber: Dietmar G. Luchmann, Dipl.-Psychologe & Psychotherapeut * Denken lernen statt Pillen schlucken - Kognitive Psychotherapie hilft am effektivsten.

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Zur DruckversionLeserbriefe
© PSYCHOTHERAPIE 05.10.2001

Reaktionen auf den Beitrag zur Psychopathologie des Ärzte-Alltags vom 29.09.2001 - ein Kommentar

Gipfel der Dummheit?
Deutsches Ärzteblatt duldet nach üblen Entgleisungen im Internet-Forum absurde Verdächtigungen gegen PSYCHOTHERAPIE

VON DIETMAR G. LUCHMANN

Im Internet-Forum des "Deutschen Ärzteblattes" erhielt ein schwuler Assistenzarzt, der von seinem Chefarzt diskriminiert wurde, den Rat, ihm "einfach mal den Allerwertesten hinzuhalten". Durch den Beitrag, in welchem die Fachärztin, Psychotherapeutin und Autorin Carmen Heerdegen in PSYCHOTHERAPIE am 29.09.2001 die skandalösen Entgleisungen und den extrem berufsunwürdigen Stil kritisierte, hat das "Deutsche Ärzteblatt" eine Aufmerksamkeit erfahren, die dessen Redaktion offenbar wenig Behagen bereitet. Und die deshalb auf den Schaden noch eins draufsetzt.

In einem Telefax, das das "Deutsche Ärzteblatt" am 04.10.2001, 15.54 Uhr, an PSYCHOTHERAPIE sandte, fordert der Chefredakteur Norbert Jachertz, "im Artikel in einer Fußnote zu vermerken, dass die inkriminierten Beiträge von der Redaktion des Deutschen Ärzteblattes unverzüglich gelöscht worden sind".

In der Redaktion von PSYCHOTHERAPIE - ich gestehe es - waren wir einen Moment unschlüssig, ob wir ob dieses seltsamen Begehrens lachen oder weinen sollten. Wir entschlossen uns schließlich, auf lustige Weise freundlich zu sein.

Jemand kramte einen Artikel aus den "Stuttgarter Nachrichten" vom 20.06.2000 hervor, in dem über den Expo-Besuch des Prinzen von Hannover bericht wird. Ernst August, der Chef des ältesten Adelshauses Europas, soll dabei aus dem Wagen gestiegen sein und gegen die Wand der offiziellen türkischen Ländervertretung gepinkelt haben, schreibt Dieter Hoß: "Der aktuelle Pinkel-Skandal auf der Expo bringt Ernst August außer neuerlicher Schlagzeilen nun nicht nur in der Türkei in Misskredit (ein Mitarbeiter des türkischen Ministerpräsidenten Ecevit bezeichnete den Prinzen als 'kranken Menschen'), sondern auch eine weitere Anzeige ein. Die Redaktionsleiterin der 'Bild'-Zeitung in Hannover, Anne-Kathrin Berger, fühlt sich durch Anrufe des Prinzen in der Redaktion beleidigt und bedroht. Wie das Blatt in ihrer Montagsausgabe berichtet, seien die am Telefon angeblich geäußerten Beleidigungen des Prinzen 'ekelhaft, obszön, sexuell beleidigend'. Den eigentlichen Sachverhalt habe der Welfen-Chef dagegen nicht verneint, so 'Bild'." Erst als Fotos seine Pinkelei bewiesen, habe er sich kleinlaut entschuldigt.

   
 PSYCHOTHERAPIE Lese-Tipp
Psychopathologie der Ärzte
Deutsches Ärzteblatt mit Mobbing-Forum: Schwuler Arzt erhält Rat, dem Chefarzt "einfach mal den Allerwertesten hinzuhalten"


Zuweilen verwischen die Unterschiede zwischen dem Skandal des Adelssprosses und dem der Ärzteschaft in den Foren des "Deutschen Ärzteblattes". Irgendwie wirkt die sich aus der Übertragung des Geschehens ergebende Vorstellung auf uns erheiternd, der als "Pinkelprinz" gescholtene Welfe hätte nach der Veröffentlichung des Geschehens höflich die "Bild"-Zeitung angeschrieben und "in Form einer Fußnote zu vermerken" begehrt, dass das inkriminierte Verhalten nach seiner Erleichterung von ihm "unverzüglich" beendet wurde.

Deutsches Ärzteblatt - Chefredakteur Norbert Jachertz an PSYCHOTHERAPIE

Hierzu ist anzumerken, dass das "Deutsche Ärzteblatt" nach unserer Beobachtung "die inkriminierten Beiträge" tatsächlich erst am 30.09.2001, 15.35 Uhr, gelöscht hat. Und nicht nur diese. Auch die Frage des schwulen und gemobbten Assistenzarztes, "Weiss jemand, wo ich Hilfe bekomme?", wurde gelöscht. Seit dem "30.09.01 um 21.25" Uhr ist dort unter Bezugnahme auf die Entfernung des ganzen Diskussionsstranges nur lapidar zu lesen: "Rod, danke für's löschen!"
 
Deutsches Ärzteblatt - Forum Mobbing

Erstmals in einem "Beitrag von Dr. L.A. am 03.10.01 um 12.31" Uhr  ist im Forum Ausbeutung auf den Artikel von Frau Heerdegen verwiesen worden: "Toleranz für die Intoleranz? Kinners, kinners, Meinungsfreiheit ist ja schön und gut. Meinetwegen sollen auch Eiferer-Websites in ihren Genuß kommen, aber folgender Artikel http://www.psychotherapie.com/psychotherapie/arzt/01092901.html
erfüllt ja wohl einen Straftatbestand, oder?
Wenn die Kammern, schon sonst nichts geregelt kriegen, hier könnten sie ja mal aktiv werden und den Betreibern presserechtlich ein paat Himweise geben."

Deutsches Ärzteblatt - Forum Ausbeutung

Zur besseren Übersicht hier eine Kopie des Inhaltsverzeichnisses vom Forum Ausbeutung am 03.10.2001:

Deutsches Ärzteblatt - Forum Ausbeutung

Bereits nach einer Stunde teilte ein Mitarbeiter des "Deutschen Ärzteblattes" ("Redaktion DÄ am 03.10.01 um 13.35" Uhr) im Forum unter dem Titel "Toleranz für die Intoleranz?" mit:

"Sehr geehrter Herr Dr. LA.,
der Beitrag von Frau Heerdegen unter http://www.psychotherapie.com/ stützt sich auf viele Forenbeiträge, die die Redaktion direkt am folgenden Tag (30.09.2001) gelöscht hat und somit dem Beitrag einen Großteil seiner Basis entzieht.
Mit freundlichen Grüßen
Redaktion DÄ"

Dabei war dem Verfasser zunächst bei dem Nachnamen von Frau Heerdegen ein Schreibfehler unterlaufen, wie diese Kopie zeigt:

 Deutsches Ärzteblatt - Forum Ausbeutung

Einige Zeit später war dieser Fehler stillschweigend korrigiert worden. Frau Heerdegen hat davon nichts bemerkt; wir sagen gleichwohl danke für diese Aufmerksamkeit. 

Deutsches Ärzteblatt - Forum Ausbeutung

Diese Mitteilung der Redaktion "Deutsches Ärzteblatt" ist klar und könnte als Information über das Geschehene genügen. Das seltsame Begehren, den Tatort jetzt noch mit einem Messingschildchen der Unverzüglichkeit bzw. Reinlichkeit zu versehen, ist wohl nur vor dem Hintergrund zu verstehen, welchen Wirbel die öffentliche Information über die skandalösen Inhalte und Formen in dem Ärzteforum ausgelöst hat.

Nun ist auch bei gutwilliger Betrachtung nicht als "unverzüglich" zu erkennen, wenn einerseits die "Redaktion DÄ" auf Beiträge innerhalb einer Stunde reagiert und andererseits skandalöse Forumsbeiträge wie die Verunglimpfung des homosexuellen Arztes zwei Tage stehen bleiben lässt, die möglicherweise erst im Gefolge des kritischen Artikels in PSYCHOTHERAPIE gelöscht wurden. Wer einmal durch die Foren des "Deutschen Ärzteblattes" gestreift ist, wird ohnehin - von vielen Beiträgen ähnlicher Couleur angewidert - kaum Lust verspüren, hier seine Zeit zu verlieren.

Bemerkenswert war die weitere Reaktion im Forum auf den Hilferuf des schwulen und gemobbten "Detlev M. aus K.", der dem Beitrag von Carmen Heerdegen (siehe hier) folgte:

Deutsches Ärzteblatt - Forum Ausbeutung

Den Gipfel an Dummheit und Verantwortungslosigkeit stellt ein Beitrag von "AiP am 03.10.01 um 23.59" Uhr dar, der den Verdacht ausstreut, "ob nicht die, die hinterher solche Artikel schreiben, nicht vorher genau diese Postings verfaßt haben, um eine Story zu haben":

Deutsches Ärzteblatt - Forum Ausbeutung

Nicht der korrekte Bericht in PSYCHOTHERAPIE am 29.09.2001, sondern vielmehr diese üble Nachrede und falsche Verdächtigung, die das "Deutsche Ärzteblatt" duldet, kann einen Straftatbestand erfüllen. Das sollte auch DÄ-Chefredakteur Norbert Jachertz bekannt sein, der in seinem Schreiben betont, seine Redaktion halte "sich hinsichtlich des Internet-Auftritts an Recht und Gesetz". Doch auch am 05.10.2001, 13.30 Uhr, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels (zwei Tage nach der "von AiP am 03.10.01" ausgestreuten absurden Verdächtigung gegenüber PSYCHOTHERAPIE) hat es die um ihr Messingschildchen der Reinlichkeit besorgte "Redaktion DÄ" noch immer nicht für nötig befunden, darauf zu reagieren, obwohl Jachertz betont, "dass die Redaktion pflichtgemäß auch Beiträge im Internet überprüft". Das spricht für sich - und demaskiert Stil und Denken der Ärzteschaft.

Wer solche Foren betreibt, zumal als 1872 gegründetes "Organ der Ärzteschaft", von dem darf mehr Verantwortungsbewusstsein, Sensibilität und Professionalität erwartet werden. Allerdings treffen wir genau an diesem Punkt den Kern des Skandals: Das deutsche Gesundheitswesen der Gegenwart hat die Werte, derer es bedarf, um zu heilen und nicht krank zu machen, längst verloren. Die Foren des "Deutschen Ärzteblattes" spiegeln diese hässliche Realität nur wider.

Als beliebig austauschbares Beispiel für Form und Inhalt in diesem Forum ist dabei der "Beitrag von Dr. med. Josten, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie am 04.07.01" ein im Vergleich zu dem Folgebeitrag noch "kultivierter Erguss":

Deutsches Ärzteblatt - Forum Psychotherapeuten

Deutsches Ärzteblatt - Forum Ausbeutung

Beide Beiträge wurden am 29.09.2001 im Zusammenhang mit dem PSYCHOTHERAPIE-Artikel über das Ärzteblatt-Forum dokumentiert.

Günther Jonitz, Präsident der Berliner Ärztekammer und in dem Beitrag über die "Psychopathologie des Ärzte-Alltags" von Frau Heerdegen harsch kritisiert, hat am 04.10.2001, 9.46 Uhr, in einen an uns "Liebe ABARIS-Menschen" - so seine Anrede - gerichteten elektronischen Leserbrief aus dem DGN-Netz gefragt: "Ist die Welt so einfach? [...] Meint Ihr, daß durch diese Form der Meinungsäußerung irgendetwas im Gesundheitswesen einschließlich Psychotherapie besser wird?" Eine Antwort auf diese Fragen hat der Berliner Ärztepräsident offenbar nicht, jedenfalls hat er sie uns nicht wissen lassen.

Gewiss nicht alle, aber manche Dinge sind tatsächlich sehr einfach: Wer, wie die ärztliche und kassenärztliche Selbstverwaltung, im Schmutz versinkt, kann beginnen, den Augiasstall auszumisten, den Carmen Heerdegen in ihrem Beitrag nur leicht (!) gestreift hat. Noch fehlt es in der Politik und in der Ärzteschaft an der entschiedenen Bereitschaft hierzu. Deshalb werden Beiträge wie jener der mutigen Fachärztin etwas bewirken - wachrütteln, sensibilisieren und einer Veränderung zum Besseren den Weg bereiten.

Auch PSYCHOTHERAPIE erhält Leserbriefe bzw. Forumsbeiträge höchst unterschiedlicher Qualität. Wir schützen die Identität unserer Informanten uneingeschränkt, aber wir tolerieren im Gegensatz zum "Deutschen Ärzteblatt" keine Grenzüberschreitungen. Auch wenn gelegentlich der Staatsanwalt hinzugezogen wird. Wie in jenem Fall, in dem der Verfasser eines von ihm für die Veröffentlichung freigegebenen Leserbriefes der Redaktion neben anderen Verbalinjurien unter dem selbst gewählten Titel "Totalschaden" lebenslange Sicherungsverwahrung androhte - und sich als Facharzt für Psychotherapeutische Medizin entpuppte. "Aufmachung und Inhalt", schrieb der Facharzt und Psychotherapeut Michael Gross aus Freiburg im Breisgau in Bezug auf PSYCHOTHERAPIE, "scheinen [...] von Leuten verbrochen, die aufgrund eines ausgeprägten Dachschadens auf Dauer weggeschlossen gehören".

Obwohl der Facharzt Michael Gross sich hinter der Anonymität zu verstecken versuchte, war er anhand der jedem elektronischen Beitrag zugehörigen IP-Daten (Internet-Protokoll) leicht zu ermitteln:

Remote Name: a1as06-p155.stg.tli.de
Date: Friday, 22. June 2001
Time: 12:09:38

Er hatte sein Pamphlet am 22.06.2001, 12.09 Uhr, über einen Anschluss der Telefongesellschaft Talkline (tli.de) ins Internet gesandt. Die entsprechende Mitteilung an die zuständige Staatsanwaltschaft war dann nur noch Formsache. Ebenso wie deren Antwort am 21.09.2001:

Staatsanwaltschaft Freiburg am 21.09.2001

Dieselben Möglichkeiten, "sich hinsichtlich des Internet-Auftritts an Recht und Gesetz" zu halten, wie sein Chefredakteur behauptet, hat auch das "Deutsche Ärzteblatt". Es wäre wünschenswert, das würde dort auch praktiziert.

Michael Gross - Aus Ärger mit Beleidigungen reagiertInzwischen ist durch ein Mitglied unserer Redaktion auch die Ärztekammer informiert und gebeten worden, disziplinarisch tätig zu werden. Die Erklärung des Psychotherapie-Facharztes Michael Gross im polizeilichen Vernehmungsprotokoll für seine Entgleisung war, er habe seinem Ärger Luft machen wollen. Eine Aussage, die ich nicht weiter kommentieren möchte.

Man mag die letzten Buchrezensionen in dieser Zeitschrift lesen (Matussek, Matussek & Marbach; Dott; Löwer-Hirsch; Postel), um eine auch dann noch immer höchst fragmentarische Vorstellung von dem Sumpf zu erhalten, in welchem die deutsche Ärzteschaft und die Psychotherapeuten unterzugehen drohen. Wie dramatisch die gesellschaftlichen Schadwirkungen noch werden, die aus dieser Situation resultieren, ist nur schwer abschätzbar. Die gegenwärtigen Folgen auf der menschlich-sittlichen Ebene sind nicht unähnlich denen eines Krieges: Hinter dem schönen Schein der Fassade findet im Gesundheitswesen ein erbitterter Krieg um Pfründe statt, bei dem die Patienten allenfalls noch im Wege, nicht jedoch im Mittelpunkt stehen.

DÄ-Chefredakteur Jachertz erhält kein Messingtäfelchen der Reinlichkeit, das "Deutsche Ärzteblatt" keine Fußnote der Absolution und "bis es zu Änderungen kommt, muss leider wahrscheinlich noch viel Schlimmeres passieren", wie Dr. med. F. Jürgen Schell uns am 03.10.2001 in einem Leserbrief schrieb (siehe unser Forum).

Werden noch weitere Beispiele zum kranken Zustand der deutschen Ärzteschaft gewünscht?

Nachtrag am 06. Oktober 2001:

Aufforderung an die Bundesärztekammer (BÄK) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als gemeinsame Herausgeber des "Deutschen Ärzteblattes", ihrer Verantwortung gerecht zu werden

Mit Datum vom 06.10.2001 gingen als Erwiderung auf das Telefax des "Deutschen Ärzteblattes" vom 04.10.2001 von der Redaktion PSYCHOTHERAPIE zwei gleich lautende Schreiben an BÄK und KBV:

Skandalöse Online-Inhalte in dem von Ihnen herausgegebenen "Deutschen Ärzteblatt"

Sehr geehrter Herr Prof. Hoppe,
sehr geehrter Herr Dr. Manfred Richter-Reichhelm,

am 29.09.2001 nahm die Fachärztin und Autorin Carmen Heerdegen in einem Artikel unter dem Titel "Psychopathologie des Ärzte-Alltags" in unserer Zeitschrift PSYCHOTHERAPIE eine Analyse des höchst bedenklichen Zustandes der deutschen Ärzteschaft am Beispiel skandalöser Online-Inhalte des von Ihnen herausgegebenen "Deutschen Ärzteblattes" (DÄ) vor.

Am 04.10.2001 hat DÄ-Chefredakteur Norbert Jachertz sich mit der Bitte per Telefax an mich als Herausgeber gewandt, "im Artikel in Form einer Fußnote zu vermerken, dass die inkriminierten Beiträge von der Redaktion des Deutschen Ärzteblattes unverzüglich gelöscht worden sind". Dieses abwegige Ansinnen hat mich zu einem ausführlichen Kommentar am Folgetag veranlasst, den ich diesem Schreiben ebenso beifügen darf wie den Aufsehen erregenden PSYCHOTHERAPIE-Artikel vom 29.09.2001.

Wenn ich mich dennoch zusätzlich mit diesem Schreiben an Sie als Herausgeber des "Deutschen Ärzteblattes" wende, so deshalb, um Sie auf Ihre Verantwortung für die Außendarstellung der Heilberufe hinzuweisen und weiteren Schaden abzuwenden. Zudem betrachte ich das Ansinnen von Herrn Jachertz als Zumutung, die die Realität auf den Kopf stellt: Wie der Beitrag vom 29.09.2001 mit seiner Bilddokumentation belegt, sind zu dem Zeitpunkt, als unsere Autorin auf das Geschehen aufmerksam geworden ist, von verschiedenen Lesern bereits nachdrückliche Aufforderungen an die Redaktion des "Deutschen Ärzteblattes" ergangen, die in das Forum eingestellten Verunglimpfungen und Beleidigungen zu löschen, ohne dass das DÄ darauf reagiert hat. Erst einen weiteren Tag nach der Veröffentlichung des PSYCHOTHERAPIE-Artikels wurden die "inkriminierten Beiträge" – vermutlich im Ergebnis des ausgelösten Aufsehens – endlich gelöscht. Dafür duldet das "Deutsche Ärzteblatt" seit dem 03.10.2001 inzwischen schon drei Tage die in das Forum eingestellte falsche Verdächtigung, die Redaktion PSYCHOTHERAPIE habe die skandalösen Forumsbeiträge verfasst, "um eine Story zu haben".

Ich gebe Ihnen Gelegenheit, diese von der Redaktion des "Deutschen Ärzteblattes" erkennbar zumindest aktiv geduldete falsche Verdächtigung unverzüglich nach Erhalt dieses Schreibens – spätestens jedoch bis zum 12.10.2001, 12.00 Uhr – zu entfernen und hierzu Stellung zu nehmen, bevor wir hier über weitere Schritte entscheiden.

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar G. Luchmann
Dipl.-Psychologe, Psychotherapeut
Herausgeber PSYCHOTHERAPIE

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