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PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753). Zeitschrift für Moderne Psychotherapie und Gesundheit. Herausgeber: Dietmar G. Luchmann (Dipl.-Psychologe, Psychotherapeut)

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Reichtum mit psychischer Gesundheit bezahlt - Börsenbroker sind erschöpft, depressiv und ausgebrannt

Washington (09.08.2000) - Sie gehören zu den Top-Verdienern in der Finanzwelt, und ohne sie bewegt sich kein DAX und kein NEMAX nach oben oder unten: die Börsenbroker. Trotz ihres Ansehens und ihres Verdienstes sind jedoch überdurchschnittlich viele von ihnen psychisch ausgebrannt und leiden an Depressionen (Burnout). Dies ergab eine Studie, die Psychologen von der Nova Southeastern University in Fort Lauderdale (Florida) durchgeführt haben und die sie bei der American Psychological Association Convention (04.-08.08.2000) in Washington vorstellten.

"Im Wesentlichen scheint es so zu sein, dass diese Broker ihren finanziellen Erfolg mit ihrer psychischen Gesundheit und ihrer Lebensqualität bezahlen", berichteten die Forscher Alden M. Cass, John Lewis und Ed Simco. Sie haben 26 männliche Börsenbroker zwischen 22 und 32 Jahren aus sieben Makler-Häusern der Wall Street untersucht. Die Tests, denen sich die Broker unterzogen, maßen den Grad der emotionalen Erschöpfung sowie die Neigung zu Depression und Angst. Außerdem wurden sie befragt, wie sie mit dem Stress in ihrem Beruf umgehen.

"Dreiundzwanzig Prozent der untersuchten Broker zeigten die Symptome, die der klinischen Diagnose einer Depression entspricht, 38 Prozent erfüllten die Kriterien für nur subklinisch feststellbare Depressionen", sagt John Lewis. Das National Institute of Mental Health gebe dagegen, so Lewis, als durchschnittliche Rate für Depressionen bei Männern in den USA nur sieben Prozent an.

Die Umstände, unter denen die Broker arbeiten, zeigen, dass ihr Risiko, psychisch krank zu werden, nicht von Ungefähr kommt. Die Forscher aus Fort Lauderdale fanden heraus, dass die Broker im Durchschnitt 10 bis 12 Stunden am Tag arbeiten, dabei zwei Päckchen Zigaretten rauchen und etwa zwei alkoholische Getränke zu sich nehmen.

Ungefähr vier Mal im Jahr erwischt sie eine Grippe, doch nur in durchschnittlich zwei solcher Krankheitsfälle melden sich die Broker auch krank. Die Psychologen raten den Börsenmakler-Unternehmen dringend, irgend eine Art von Stressbewältigungsprogrammen in ihren Firmen einzuführen, um die sehr kostspieligen und negativen Auswirkungen von psychischen Krankheiten auf ihre Angestellten zu verhindern. (bdw)

[Zitierweise dieses Beitrags: PSYCHOTHERAPIE, Bd. 1 (2000), Report: 09. August 2000]

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[psychotherapie/report/medien/ftd_20000801.htm]

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