PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753)
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Denken lernen statt denken lassen - Kognitive Verhaltenstherapie hilft am besten Denken lernen statt denken lassen - Kognitive Verhaltenstherapie hilft am besten
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PSYCHOTHERAPIE
© PSYCHOTHERAPIE 12.04.2000

Burn out - Erste Burnout-Sprechstunde in Stuttgart (Teil 2)

Vollkommen leer und ausgebrannt
Das Burnout-Syndrom kann jeden treffen

Fortsetzung von Teil 1

Schwierigkeiten haben allgemein Menschen, die ihre Probleme schwer ausdrücken können, sagt Professor Dieter Kleiber vom Institut für Psychologie an der Freien Universität Berlin. In der Regel erhielten solche Menschen kaum Reaktionen auf ihren Alltag, weder privat noch im Job. "Das Klima am Arbeitsplatz und die Art, wie die Kollegen miteinander umgehen, ist zur Vorbeugung besonders wichtig", sagt Kleiber. Viele Firmen haben das erkannt und versuchen durch entsprechende Angebote, Mitarbeiter vor dem Burnout zu schützen.

In besonderer Weise können die Lebensumstände krank machen, denen berufstätige Frauen ausgesetzt sind. Beispielsweise führen die Konditionen der Pflegeversicherung vermehrt dazu, dass die Pflege daheim häufig der Heimunterbringung vorgezogen wird und Frauen an einer Dreifach-Belastung leiden: Familie, Beruf und Kümmern um die alten Eltern. Irgendwann ist dann der Akku leer.

Arbeitgeber können hier mit Betriebskindergärten allein erziehenden Frauen helfen, leichter mit der durch Beruf, Kind und Haushalt verursachten Mehrfachbelastung fertig zu werden. In Weiterbildungsseminaren von Unternehmen sollen Mitarbeiter die Möglichkeit erhalten, Bilanz zu ziehen, sich mit Perspektiven zu beschäftigen - oder einfach "nur" kreativ zu sein oder durch Meditation vom Arbeiten abzuschalten.

BUCH-TIPP
vom ABARIS Institut für Kognitive Psychotherapie und Verhaltenstherapie
Dieses Buch bestellen und lesen.
Burnout galt bisher als typisches Männer-Phänomen. Jetzt stellt sich heraus, dass Frauen genauso betroffen sind. Der tägliche Stress und die vielfältigen Belastungen bringen sie in einen Strudel emotionaler Hetze, der sie ausgebrannt zurücklässt. Das Buch geht nicht nur den Gründen und Bedingungen für Burnout nach, sondern beschäftigt sich präzise mit den besonderen Problemen von Frauen in Familie und Beruf sowie dem Burnout in Beziehungen.

Diese allgemeinen Maßnahmen sind eine gute Präventionsgrundlage, reichen für sich genommen in der Regel jedoch nicht aus, meint der Psychotherapeut Dietmar G. Luchmann, Leiter des ABARIS Instituts für Psychotherapie und Verhaltensmedizin in Stuttgart. "Burnout ist immer eine individuelle Reaktion auf eine individuelle Überforderung", stellt Luchmann fest, dessen Ambulanz inmitten des Stuttgarter High-Tech-Umfelds von Firmen wie IBM, Hewlett Packard, Daimler-Chrysler und vielen Startups liegt.

Flache Hierarchien, kleine Teams und kreative Freiheit bei den Projekten der zumeist jungen High-Tech-Unternehmen ermöglichen selbstbestimmte Arbeitsbedingungen, wodurch eine Reihe von Faktoren wegfallen, die das Burnout-Syndrom verursachen. "Doch auch die Arbeit bei den kleinen IT-Firmen hinterlässt Spuren", warnt der Psychotherapeut Luchmann. "Viele IT-Professionals mit 70-Stunden-Woche, Nacht- und Wochenendarbeit machen sich auf Dauer selbst kaputt". Die wenigsten brennen aus, weil Vorgesetzte ihnen zuviel abverlangen, sondern durch den Druck, unter den sie sich selbst setzen. "Es herrscht der Glaube vor, der eigene Körper könne alles und halte alles durch. Das geht aber nur ein paar Jahre gut", beobachtet Luchmann. Eine problematische Entwicklung, denn für entscheidend bei der Burnout-Prävention halten Psychotherapeuten und Mediziner das Gleichgewicht zwischen Berufsleben, Privatsphäre und Freizeitaktivitäten.

In der Krankenpflege sind Besprechungen in der Gruppe weit verbreitet, bei der auch Burnout-Probleme diskutiert werden können, sagt Franz Wagner vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe in Eschborn bei Frankfurt. Ärzte wiederum können sich regelmäßig in sogenannten Balint-Gruppen zusammenfinden, in denen über ihre persönlichen Schwierigkeiten in der Arzt-Patient-Beziehung gesprochen wird. Allerdings werden diese Möglichkeiten nur selten ausgeschöpft.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Gruppen- und Einzelmaßnahmen, um Betroffene rechtzeitig zu erreichen, betont der Psychotherapeut Luchmann. "Man kann nicht erwarten, dass sich Burnout-Betroffene in der Konkurrenzsituation innerhalb einer Gruppe, Klinik oder Firma, die selbst zu den Problemen beiträgt, tatsächlich öffnen". Auch Betriebsärzten und -psychologen wird aus diesem Grunde nur selten Vertrauen entgegengebracht. Besser geeignet für die individuelle Burnout-Prävention und -Behandlung sind externe Experten, zum Beispiel Psychotherapeuten. Diese können im Auftrag und auf Kosten des jeweiligen Arbeitgebers tätig werden, besitzen gleichzeitig aber die notwenige Distanz und glaubwürdige Verschwiegenheit. Deutsche Unternehmen seien seien allerdings noch weit davon entfernt, die wirklichen Kosten psychischer Reibungsverluste in ihrer ganzen Größenordnung wahrzunehmen, unterstreicht Dietmar G. Luchmann und verweist auf eine Studie an der Fachhochschule Köln. Deren Untersuchung habe ergeben, dass die deutsche Wirtschaft allein durch die behandelbare Angst ihrer Mitarbeiter jedes Jahr vermeidbare Kosten in Höhe von 100 Milliarden Dollar habe.

Sich selbst helfen könnten Betroffene bereits dadurch, dass sie ihre Situation erkennen und analysieren, sagt Matthias Burisch. Oft steckten betroffene Menschen aber in einer Panik-Situation und können sich selbst auch nicht helfen. Dann seien Menschen aus dem Bekanntenkreis gefragt, mit denen das Problem besprochen werden kann. Auch Supervision am Arbeitsplatz sei zwar prinzipiell positiv, so der Psychologe. Bei diesen Maßnahmen, die Gruppenarbeit voraussetzen, gebe es aber das Problem, dass die Betroffenen häufig Einzelgänger sind oder mit ihren Schwierigkeiten lieber allein bleiben. Da es auch keine Anlauf- oder Beratungsstellen für Betroffene gebe, bleibe dem Leidenden häufig nur "der Blick in die Gelben Seiten", um so professionelle Hilfe in einer Einzelberatung zu finden, sagt Burisch.

   
 PSYCHOTHERAPIE Adressen-Tipp
ABARIS® Institut für Psychotherapie und Life Coaching
Zaackoer Weg 40
D-15926 Luckau

www.abaris.de - Online-Anmeldung für die Angstambulanz, Coaching, kognitive Verhaltenstherapie, Psychotherapie, Paartherapie u.v.m.
Leitung: Dietmar G. Luchmann, Diplom-Psychologe, Psychotherapeut.


Oder der Anruf beim Stuttgarter ABARIS Institut für Moderne Psychotherapie und Verhaltensmedizin, das für Betroffene und deren Arbeitgeber neben "Personal Coaching" und Managementberatung erstmals auch eine spezielle Sprechstunde zur Burnout-Prävention und erforderlichenfalls Therapie anbietet. Insbesondere IT-Professionals aus dem High-Tech-Umfeld und Ärzte haben bislang die professionelle Hilfe der Burnout-Sprechstunde unter der leicht zu merkenden Service-Rufnummer 01908-PSYCH (0190877924) genutzt.

Psychotherapeut und Coach Dietmar G. Luchmann verweist auf den vergleichsweise geringen psychotherapeutischen Aufwand, um einem Burnout-Opfer aus der Sackgasse der Selbstzerstörung zu helfen: "Wir führen unsere Klienten in weniger als einem Dutzend Stunden zu einem besseren Selbst-Management. Wir versetzen sie in die Lage, die ganzen 24 Stunden jeden Tages psychisch besser drauf zu sein - mehr Unabhängigkeit, Wohlbefinden und Erfolg zu erreichen."

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