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© PSYCHOTHERAPIE 13.02.2002 (aktualisiert 02.03.2002)Der hippokratische Eid taugt nur als Dummenfang - mit Angst und Panik stiehlt morbides Gesundheitssystem Geld und Leben"Krankenhausreif" nach Psychotherapie
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[Marga B.*]
11. Februar 2002
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Die meisten Krankenkassen neigen in vergleichbaren Fällen, in denen eine ambulante psychotherapeutische Fehlbehandlung ihre Opfer nur tiefer ins Unglück hineingestoßen hat, eher zu dem kurzsichtigen Versuch, ihre Versicherten für Monate - oft ohne Sinn und Erfolg - in eine psychosomatische Klinik mit einem Tagespflegesatz von mehreren hundert Euro zu stecken, anstatt eine wirksame ambulante Behandlung bei qualifizierten Psychotherapeuten angemessen zu bezahlen.
Doch der Studentin Marga B.* war ihre wieder erlangte Gesundheit den
Preis der Privatbehandlung wert. Sie betrachtete die Therapiekosten als eine notwendige
Investition in ihre Zukunft, Karriere und Lebensqualität.
Denn fähige und empfehlenswerte Psychotherapeuten finden sich unter den
Kassenpsychotherapeuten immer seltener. Seit rund zehn Jahren klagen Psychotherapeuten
bundesweit auf angemessene Vergütung ihrer Arbeit. Obwohl ihnen das Bundessozialgericht in
mehreren Urteilen eine Mindestvergütung zugesprochen hat, hintertreiben die Kassenärztlichen
Vereinigungen fortgesetzt eine gerechtere Honorarverteilung. Sogar das gerichtlich
festgelegte Mindesthonorar, das weit unter dem anderer Arztgruppen liegt, wird den
Psychotherapeuten von Ärztefunktionären vorenthalten, die die Kassenärztliche Vereinigung
als Selbstbedienungsladen missbrauchen.
Inzwischen zeichne sich ab, schrieb der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten
am 28.02.2002 an die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, dass "immer
mehr Psychotherapeuten die unhaltbare Honorarsituation nicht länger als vorübergehend
betrachten. Wer irgend kann, steigt aus oder wechselt sein Berufsfeld." Für
qualifizierte Kassenpsychotherapeuten mit Selbstachtung ist "das
Tätigkeitsfeld des Psychotherapeuten [...] offensichtlich durch die
dauerhafte Honorar- und Wirtschaftsmisere unattraktiv geworden".
Weiter prognostiziert der Psychotherapeutenverband, die "katastrophale
Situation wird sich noch erheblich verschlechtern, wenn als Folge der unzureichenden
Honorierung [...] ein großer Teil der ersten Generation der
Kassen-Psychotherapeuten vorzeitig aussteigt, weil sie die aus wirtschaftlichen Gründen
eingegangenen persönlichen Arbeitsüberlastungen nicht mehr tragen können oder wollen".
Besorgniserregende Zahlen berichten die Ausbildungsinstitute, die "nachweislich
nur noch weniger als 10% Ausbildungsteilnehmer haben". Die gesellschaftspolitischen
Folgen werden dramatische "Mehrkosten im Bereich der somatischen Medizin
mit Fehlbehandlungen, steigenden Medikamentenkosten, steigende Arbeitsunfähigkeit, Zunahme
von stationären Behandlungen, Früh-Berentungen", heißt es in dem Schreiben an die
Bundesgesundheitsministerin.
Es war ungewiss, ob Marga B.* die Kosten für ihre effiziente
Behandlung am ABARIS Institut für Psychotherapie in Stuttgart von der AOK erstattet
erhalten wird. Marga B.* hatte jedoch Glück. Die AOK Esslingen zahlte nicht nur
unkritisch den vorangegangenen dreijährigen "Therapieschaden auf Chipkarte", sondern
würdigte die Eigenverantwortung der Studentin wenigstens ansatzweise. Sie erstattete Marga
B.* mit 986,03 Euro etwas mehr als die Hälfte der Kosten. Die erfolgreiche ambulante
Privatbehandlung ersparte der AOK Esslingen immerhin um ein Vielfaches höhere stationäre
Kosten und der Studentin einen Krankenhausaufenthalt mit Unterbrechung ihres Studiums (siehe
AOK-Zahlungsmitteilung vom 27.02.2002).

Wie schmal der Grat zwischen Weisheit und Torheit ist, zeigt sich bei der benachbarten
AOK Stuttgart. Diese verweigerte in ähnlichen Fällen nicht nur die Kostenerstattung, sie
machte in ihrem AOK-Magazin obendrein noch Werbung mit ihrem Neu-Mitglied Dr. med.
Norbert Metke, dem rüden Geschäftsführer vom Medi-Verbund Stuttgart, von dem bekannt
ist, dass er Datenschutz für Patienten öffentlich "Peanuts" nannte
und am 14.11.2000 verurteilt wurde, eindeutig "ehrverletzende"
Äußerungen zu unterlassen, die nach Auffassung Stuttgarter Sozialrichter, "einen in nicht mehr gerechtfertigter Weise herabsetzenden Charakter"
aufweisen. Makabrer Titel des AOK-Blättchens: "Bleib gesund".
Doch gesund bleiben wird nur, wer sein Gesundheitsmanagement angesichts solcher Ärzte und
Krankenkassen künftig selbst übernimmt. Für die Behandlung bei qualifizierten
Psychotherapeuten selbst zu zahlen, wird zum unabweisbaren Erfordernis für alle, die ihre
Gesundheit nicht verlieren wollen. Die in der Kostenfalle gefangene gesetzliche
Krankenversicherung (GKV) wird nicht mehr als zukunftsfähig angesehen. "Versicherte
flüchten jetzt vermehrt ins PKV-System", übertitelte die Ärzte-Zeitung am
12.02.2002 auf Seite 1 einen Bericht über die zunehmende Mitgliederwanderung von den maroden
gesetzlichen Krankenkassen zu den privaten Krankenversicherungen (PKV).
Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Dietmar G. Luchmann, der
die Klientin Marga B.* vor dem Krankenhaus bewahrte, nennt das Geschehen "absolut
typisch" für die katastrophale Qualität der psychotherapeutischen Versorgung: "In Deutschland arbeiten noch immer drei von vier Psychotherapeuten nach
psychoanalytischen Modellen, denen jeder Bezug zur Realität fehlt. Außerdem besitzen die
meisten Ärzte mit Psychotherapie-Titel oder Psychotherapie-Facharzt keine ausreichende
Kenntnis von wirksamer Psychotherapie. Unter diesen Bedingungen darf ein Patient keine
effiziente Behandlung erwarten."
Inzwischen wird in der öffentlichen Diskussion um den Stellenwert der Psychotherapie im
Gesundheitswesen deutlich das Bestreben vieler Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten
gerügt, ihre Patienten oft über Jahre oder gar lebenslang von sich abhängig zu machen. Doch
auch ohne den Psychotherapeuten Vorsatz und Geldgier zu unterstellen, sagt Psychotherapeut
Dietmar G. Luchmann, sei wegen der realitätsfernen Therapiekonzepte vieler Psychotherapeuten
"die Wahrscheinlichkeit einer Fehlbehandlung noch immer sehr viel größer,
als dass einem Patienten eine effektive Psychotherapie zuteil wird".
Solange die Gesundheitspolitik sich nicht entschließt, die Psychoanalyse und die
tiefenpsychologische Psychotherapie (als verwässerten psychoanalytischen Verschnitt) aus dem
Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung zu entfernen, wird sich daran auch in
den nächsten Jahren nichts ändern. Trotz ihrer massiven psychischen Erkrankung war Marga B.*
im vorliegenden Beispiel so intelligent, um das Systemversagen zu erkennen und die
erforderliche Eigenverantwortung mit dem resultierenden Kostenrisiko zu übernehmen. Ob alle
Betroffenen in ihrer Verzweiflung psychisch sowie intellektuell und finanziell hierzu in der
Lage sind, darf indes sehr bezweifelt werden.
Der Hippokratische Eid, den viele Patienten noch als Rechtfertigung für ihr Vertrauen
in Ärzte und Psychotherapeuten ansehen, ist jedenfalls schon lange zum Dummenfang verkommen.
In der Antike war der Hippokratische Eid offenbar nur deshalb sinnvoll, funktionsfähig und
wirksam, weil "er die ethischen Maximen nicht in Widerspruch zu jenen
praktischen Erfordernissen brachte, die der Arzt im wohlverstandenen Eigeninteresse
berücksichtigen mußte", schrieb der Arzt und Medizinhistoriker Axel W. Bauer
von der Universität Heidelberg. "Die sittlichen Verpflichtungen konnten
nur deshalb eingehalten werden, weil die berechtigten Ansprüche aller Beteiligten (Lehrer,
Schüler, Arzt, Patient, Gesellschaft) in ein faires, pragmatisch begründbares Gleichgewicht
gebracht wurden. Diese gelungene Balance erscheint als die eigentliche, historisch
bemerkenswerte Leistung des Hippokratischen Eides. Als unmittelbar gültige normative
Richtschnur für das konkrete Handeln des heutigen Arztes kann er vor dem gewandelten
wissenschaftlichen und sozialen Kontext der Gegenwart allerdings nicht mehr dienen."
Der Glaube an ärztliche oder psychotherapeutische Ethik ist heute eine lebensgefährliche Illusion. Ethik dient im Haifischbecken der Medizin als Kosmetik. Denn die gesetzliche Krankenversicherung kann den Erhalt von Gesundheit immer weniger sicherstellen. Das deutsche Gesundheitswesen gerät in wachsendem Tempo immer mehr aus der Balance - und produziert selbst Angst und Panik. Die sich in private Krankenversicherungen rettenden "Kassenwechsler pfeifen auf die Solidarität der GKV", stellt die Ärzte-Zeitung fest.
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Ganz ungeniert betrachten Ärzte im Medi-Verbund ihre Patienten als
Objekte der wirtschaftlichen Ausbeutung: "eine exzellente Ausarbeitung zur
Problematik von Honorierungssystemen in Praxisverbünden" lobte der 2. Vorsitzende der
Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg und Geschäftsführer im Medi-Verbund Dr. med.
Norbert Metke aus Stuttgart am 23.06.1999 die diskriminierende und rechtswidrige
Patienten-Verwertungs-Doktrin seines KVNW-Vorstandskollegen und Medi-Spießgesellen Dr. med.
Horst-Walter Klawitter, "Patienten nicht aus dem Verbundsystem an
außerhalb dieses Systems agierende Kollegen" zu überweisen.
Wer den skrupellosen Medi-Verbund-Krieger Norbert Metke kennt, den wundern skandalöse
Raffgier und ärztlicher Zynismus nicht: Orthopäde Norbert Metke hatte - unter vereinzelten
Pfiffen und Buhrufen von Teilnehmern - auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen am
23.05.2001 erklärt, "als Inhaber einer orthopädischen Praxis, die
schwerpunktmäßig Spastiker und Mongoloide behandelt", könne er "überhaupt
keinen Eigenwert im behinderten Leben" erkennen. Nur die Frankfurter Ärztin
Christiane Schlang zeigte sich im Anschluss an diese Entgleisung "sehr
betroffen davon, wie viel Beifall es für diesen Satz" gegeben hat: "Ich möchte dringend davor warnen, dass das eventuell als Position der deutschen
Ärzteschaft an die Öffentlichkeit dringt."
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten 1999 in Deutschland 6.633.500
Schwerbehinderte. Wohin es führt, deren Leben "überhaupt keinen Eigenwert"
zuzubilligen, wie Facharzt Norbert Metke vom Medi-Verbund sein Denken offenbarte, ist aus
der Geschichte bekannt.
Die Inanspruchnahme solcher Ärzte wird - egal ob wegen einer Spastik oder wegen einer
Angststörung - zu einem Wagnis voller Lebensgefahr. Patienten haben nur dann eine Chance,
das außer Rand und Band geratende inhumane Human-Verwertungssystem Medizinbetrieb zu
überleben, wenn sie für sich selbst Verantwortung übernehmen.
Nachtrag 30.06.2002
Zunehmend mehr Patienten spüren diese Gier vieler Ärzte in Stuttgart
und anderswo, Kranke und Hilfesuchende nur noch als Objekt maximaler wirtschaftlicher
Verwertung zu betrachten. Nicht immer können Patienten mit dieser Situation jedoch adäquat
und eigenverantwortlich umgehen - und so wurde dieser Bericht jetzt auf tragische Weise
durch das folgende Geschehen untermauert:
Bei dem stellvertretenden Vorsitzenden der Ärzteschaft Stuttgart, dem 56-jährigen
Allgemeinmediziner Ulrich Röken entlud sich die ohnmächtige Wut eines Patienten in blanke
Gewalt. Der Patient, der sich laut Presseberichten mit Schmerzen nicht ernst genommen
fühlte, stach seinen Hausarzt am 26.06.2002 in dessen Praxis mit einem Messer nieder. Die
Stuttgarter Zeitung berichtete am 29.06.2002, der 30-jährige Patient sei "in das Behandlungszimmer gestürmt" und "zugestochen
habe er mit den Worten: 'Das ist für alle Ärzte, die mich belogen und betrogen haben.'"
Befremdlich ist, dass gerade die Vorsitzende der Ärzteschaft
Stuttgart, Dr. Gisela Dahl, selbst aktives Mitglied im Medi-Verbund, in den Stuttgarter
Nachrichten zu diesem Fall am 27.06.2002 jammert: "Die
Gewaltbereitschaft ist ja allgemein größer geworden und auch der Umgang mit dem Arzt hat ein
bisschen an Kultur verloren." Dabei verschweigt die Vizepräsidentin der
Bezirksärztekammer Nord-Württemberg, dass die Ärzte unter ihrem Vorsitz diesen
beklagenswerten Zustand, wie das beliebig austauschbare Beispiel der Marga B.* zeigt, selbst
zielstrebig herbeigeführt haben.
Es ist nur folgerichtig, wenn Patienten ihren Ärzten, denen sie nicht mehr trauen können,
besser vorbereitet gegenüber zu treten versuchen. Diese vernünftige Selbstschutztendenz
unter ihren Patienten hat auch die Allgemeinärztin Gisela Dahl bemerkt, die es vorzieht,
lieber Nomaden in Tunesien zu impfen als der Verwahrlosung entgegen zu treten, die die ärztliche
Ethik in Stuttgart erfährt: "Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient sei
schwieriger geworden. Der Patient versuche sich oft selbst zu informieren, hege ein größeres
Misstrauen und achte verstärkt darauf, 'dass er zu seinem subjektiven Recht kommt'",
erklärte sie in den Stuttgarter Nachrichten.
Entlarvend und erschreckend ist die Hemmungslosigkeit, mit der die Hausärztin im
Medi-Verbund Dr. Gisela Dahl als Vorsitzende der Ärzteschaft Stuttgart ihre Ferndiagnose
öffentlich im Zeitungsinterview streut: "Dieser Täter muss offenbar psychisch
krank sein."
Wie, so darf dann gefragt werden, geruht die Vorsitzende der Stuttgarter
Ärzte die fortgesetzten Rechtsverletzungen ihrer Kassenarzt-Funktionäre Werner Baumgärtner
und Norbert Metke zu bewerten, wegen der das Sozialgericht Stuttgart zuletzt am 04.03.2002 (Az.:
S 5 KA 5633/01 A; S 5 KA 4826/00) ein Ordnungsgeld von 20.000 Euro festsetzen musste (siehe
auch den folgenden Lese-Tipp "Medi-Verbund ohne KVNW")?
Und wie vereinbart Dr. Gisela Dahl als Vorsitzende der Ärzteschaft
Stuttgart die unverhohlene Orientierung in ihrem Medi-Verbund Stuttgart,
Kassenpatienten zu diskriminieren? Im Leistungsverzeichnis vom Medi-Verbund Stuttgart mit
seinem Geschäftsführer Dr. Norbert Metke heißt es in seltener Klarheit, "GKV-Versicherte
sind nach Ausschöpfung der Budgets - von Notfallsituationen abgesehen - gemäss Zeitmanagement
der Praxis zu versorgen, auf Wartelisten zu setzen, weiterzuüberweisen oder der stationären
Behandlung zuzuführen" (Stand Juni 2000).
Wie diese menschenverachtende Gesinnung im Medi-Verbund sich innerhalb der Ärzteschaft
Stuttgart breit macht, schilderte der Allgemeinmediziner und Kassenarzt Rüdiger Bloch
aus Stuttgart der Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg in einem Schreiben am
27.09.1999: "Täglich berichten mir Patienten über schwerwiegende Verstöße
gegen das Kassenrecht. Es werden Zuzahlungen zu Operationen verlangt, es werden Zuzahlungen
zu Vorsorgeuntersuchungen verlangt, es werden Zuzahlungen zu diagnostisch-technischen
Untersuchungen verlangt. Manche Patienten werden von Kollegen dahingehend erpresst,
erhebliche Zahlungen zu leisten, ohne dass überhaupt eine kassenärztliche Leistung
stattfindet. Vermutlich wird die Kassenleistung trotzdem abgerechnet. Alle Patienten
bestätigen mir, dass die Krankenversichertenkarte immer angenommen wurde. Regelmäßig sind
Kolleginnen und Kollegen nicht zu erreichen, obwohl Präsenzpflicht besteht. Kolleginnen und
Kollegen geben Vertretungen an, obwohl diese angegebenen Kolleginnen und Kollegen nicht zu
erreichen sind. Insbesondere Fachärzte geben erst Termine in Wochen oder Monate aus. Dies
erscheint mir mit einer ambulanten Versorgung, die die stationäre ersetzen soll, nicht zu
vereinbaren. Immer wieder fällt dabei auf, dass Patienten mit fremd klingenden Namen
besonders lange Wartezeiten aushalten müssen."
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Seine Erwartung, die kassenärztliche Selbstverwaltung unter Führung der
Medi-Fürsten würde sich ernstlich für diese skandalösen Zustände interessieren, hatte der
Allgemeinarzt Bloch gleichwohl aufgegeben. Denn der Empfänger seines Schreibens war niemand
anderes als - Norbert Metke. Der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen
Vereinigung Nord-Württemberg lebt ebenso wie Kassenarztchef Werner Baumgärtner seine Energie
hingebungsvoll mit dem Amtsmissbrauch bei der Jagd auf Kritiker am Medi-Verbund aus. "Als Kassenarzt muss ich mich über Ihr [...] Vorgehen
wundern", schrieb Bloch an Metke. "Als Kassenarzt kann ich nur
feststellen, dass die Patienten schon lange wissen, was sie von den Stuttgarter Ärzten zu
erwarten haben." Offenbar alles, nur nichts Gutes.
Dass die Kassenärztliche Vereinigung Nord-Württemberg (KVNW) ihre Selbstdarstellung mit dem
scheinheiligen Slogan "Alles Gute" präsentiert, darf als bezeichnendes Indiz für das
kranke System gewertet werden. Mancher mag darin sogar den institutionalisierten Hohn auf die Opfer
dieser Ärzte sehen.
Im günstigsten Falle könnte der Eindruck entstehen, zunehmend mehr Ärztinnen und Ärzte
wissen nicht, was sie tun.
Sicher ist: Zunehmend mehr Patientinnen und Patienten wollen nicht mehr als Verwertungsopfer
enden.
*Name aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert.
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