PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753)
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PSYCHOTHERAPIE
© PSYCHOTHERAPIE 13.02.2002 (aktualisiert 02.03.2002)

Der hippokratische Eid taugt nur als Dummenfang - mit Angst und Panik stiehlt morbides Gesundheitssystem Geld und Leben

"Krankenhausreif" nach Psychotherapie
Mehr Angst und Panik durch Hausarzt im Medi-Verbund und ärztliche Fehlbehandlung

VON REINHILD SONNENSCHEIN

Das moderne Gesundheitswesen heilt nicht nur - gelegentlich. Es ist ein Zukunftsmarkt schlechthin. Der Medizinbetrieb entwickelt sich zum vollkommenen Verwertungssystem des modernen Menschen. Krankheiten wie Angst, Panik, Phobien und Depressionen erfahren eine ungebremste Wachstumsdynamik. Oft werden sie durch das Gesundheitssystem erst produziert. Der Studentin Marga B.* kostete die medizinische Umsatzoptimierung drei Jahre ihres Lebens. Ihre Erfahrungen mit einem Hausarzt im Medi-Verbund hat sie in einem Brief an ihre Krankenkasse aufgeschrieben.

Ärzte und Psychotherapeuten, so meinen viele Kritiker, sorgen selbst dafür, dass ihnen ihr Geschäft nicht ausgeht. Mindestens 25.000 Menschen, so belegen ernstzunehmende Untersuchungen, sterben jedes Jahr in Deutschland durch ärztliche Behandlungsfehler. An den vielen Hunderttausend, die die krankmachende ärztliche Fehlbehandlung überleben, wird - mit systemimmanenter Wiederverwertungsoption - ordentlich verdient.

Ängste, Panik-Störungen und Phobien könnten nach dem Stand der Wissenschaft regelmäßig in weniger als 12 Stunden dauerhaft behoben werden. In Wirklichkeit werden Betroffene aufgrund ihrer reichhaltigen körperlichen Symptomatik durchschnittlich erst einmal acht bis zehn Jahre einer systematischen medizinischen Verwertung zugeführt.

BUCH-TIPP
vom ABARIS Institut für Kognitive Psychotherapie und Verhaltenstherapie
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Hilflose Patienten auf der Schlachtbank des Medizinbetriebs - diese Realität dokumentiert ein Kassenarzt selbstkritisch im vorliegenden Tagebuch. Als Insider beschreibt er den Alltag einer ganz normalen Praxis: Ohne sich selbst zu schonen, schildert er, wie Kunstfehler oft vertuscht werden, und berichtet von Steuer- und Abrechnungstricks am Rande der Legalität. Er zeigt, dass Patienten heute nicht mehr sicher sein können, die optimale Behandlung zu erhalten. Die Medizin hat sich in einen boomenden Wirtschaftssektor verwandelt, in dem Patienten nur noch als Nebensache vorkommen. Ein alarmierendes Buch: Wenn Politiker und Funktionäre nicht bald eine radikale Reform zustande bringen, steht unser aller Gesundheit auf dem Spiel.

Zyniker könnten es vor diesem Hintergrund fortgesetzter ärztlicher und psychotherapeutischer Fehlbehandlungen geradezu einen Glücksfall nennen, bei einer Angst- und Panik-Störung nicht das Leben, sondern nur drei Lebensjahre zu verlieren. Genau die verlor Marga B.*, weil sie ihrem Hausarzt vertraute, einem Mitglied in dem höchst umstrittenen Ärztenetz Medi-Verbund.

"Mafiöse Züge" - gefangen beim Hausarzt vom Medi-Verbund

Was Marga B.* nicht wusste: Ärzte im Medi-Verbund wollen die Patienten und die von den Krankenkassen gezahlten Vergütungen vorzugsweise "innerhalb der Familie" verteilen. In einem offiziellen Hausbrief der Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg (KVNW), deren rechtswidrige Unterstützung für den Medi-Verbund das Landessozialgericht Stuttgart am 14.08.2001 untersagte, empfahl KVNW-Vorstand und Medi-Internist Dr.med. Horst-Walter Klawitter, Patienten keinesfalls an Ärzte und Psychotherapeuten zu überweisen, die sich vom Medi-Verbund distanzieren.

Medi-Verbund-Arzt Horst-Walter Klawitter aus Brackenheim bei Heilbronn hatte sich "wiederholt und nach Anfragen der Kollegen bzgl. der Vergütungen Gedanken gemacht" und schrieb auf dem öffentlich-rechtlichen KVNW-Papier unter dem Betreff "Verbundnetze Medi" am 09.06.1999, wie er sich mit dem Medi-Verbund die Patienten-Verwertung vorstellt: "Auch darf natürlich nicht passieren und muß überwacht werden, daß die Patienten nicht aus dem Verbundsystem an außerhalb dieses Systems agierende Kollegen überwiesen werden".

Zum Beispiel an den mit Behandlung von Angst- und Panikstörungen erfahrenen Psychotherapeuten Dietmar G. Luchmann. Denn der hat keine Angst, den fortgesetzten Missbrauch öffentlich-rechtlicher Ämter anzuprangern, den die Kamarilla der Ärzte und Kassenarztfunktionäre aus dem Medi-Verbund begeht. Statt dessen entblödete sich die "ehrenwerte Gesellschaft" der KVNW-Vorstände und Medi-Bosse Werner Baumgärtner, Norbert Metke, Stephan Roder (Talheim) und Horst-Walter Klawitter seit 1999 nicht, ihre Kritiker mit Schikanen zu überziehen und einschüchtern zu wollen.

Die angesehenen Kardiologen Dres. med. Ulrich E. Borst und Stefan Zieger aus Esslingen sehen deshalb vom Medi-Verbund, bei dem sie sogar "mafiöse Züge" erkennen, "eine direkte existentielle Bedrohung" ausgehen, wie sie in einem Beschwerdebrief an das Landessozialministerium in Stuttgart schilderten. Unter Hinweis auf ihre eigenen Erfahrungen mit Ärzten vom Medi-Verbund forderten die Esslinger Fachärzte am 11.11.1999 "das Sozialministerium Baden-Württemberg auf, bei der KV Nord-Württemberg [...] auf die strikte Einhaltung rechtsstaatlicher Gepflogenheiten zu dringen". Die Herzspezialisten, die dem Medi-Verbund kritisch gegenüber stehen, schrieben: "Am heutigen Tag - dem der geplanten Konstituierung des Medi-ES - wurde uns von einem der designierten Geschäftsführer bedeutet, wir sollten endlich 'in das Netz eintreten'. Es sei bekannt, daß wir 'die Besten und die Patienten mit uns hochgradig zufrieden seien', trotzdem würde im Falle eines Fernbleibens vom Netz eine Umverteilung der Patienten auf andere, den Worten des Kollegen zufolge weniger qualifizierte Kardiologen erfolgen."

Statt qualifizierter Verhaltenstherapie mit Tabletten "abgefüllt"

Im Fall der Marga B.* machte die ärztliche und psychotherapeutische Fehlbehandlung durch den Hausarzt vom Medi-Verbund die Patientin bereits nach drei Jahren völlig "krankenhausreif, weil die vermeintliche Psychotherapie bei Herrn Dr. [...] mich nur tiefer in meine Angst- und Panikstörung hinein gestoßen hat", wie sie in einem Brief an ihre Krankenkasse schreibt. Sie beging den Irrtum, der Empfehlung ihres Hausarztes zu folgen, der sie zu einem tiefenpsychologisch orientierten Psychotherapie-Facharzt schickte. Dieser rechnete bei der Krankenkasse eine von der AOK Esslingen laut deren Schreiben vom 03.09.1999 (siehe nachfolgende Abbildung) genehmigte Psychotherapie ab, tatsächlich ist Marga B.* bei ihm aber "nur mit Medikamenten 'abgefüllt' worden".

Psychotherapie-Genehmigung der AOK Esslingen

Jene Ärzte, die Marga B.* als AOK-Versicherte "krankenhausreif" machten, bezahlte die AOK Baden-Württemberg unbesehen. Die kognitive Psychotherapie, die Marga B.* am ABARIS Institut für Psychotherapie in Stuttgart fand und die ihr in 14 Stunden wieder "auf die Beine" half, bezahlte sie selbst, um ihr Studium nicht unterbrechen zu müssen. Die Erfahrung der betroffenen Studentin steht stellvertretend für viele tausende ähnliche Fälle.

Ethik für Ärzte und Psychotherapeuten nur "Sozialfolklore"

Die Opfer im morbiden Gesundheitssystem sind beliebig austauschbar. Nur wenige allerdings wehren sich bislang gegen die Fehlbehandlung, Ausbeutung und Menschenverachtung, die im deutschen Gesundheitswesen grassieren. Der Chirurgie-Facharzt Klaus Dieterich aus Ditzingen kommentierte die brutale Wirklichkeit in der Stuttgarter Zeitung am 07.02.2002 mit den Worten: "Die Medizin ist ein knallharter Wirtschaftsbetrieb. [...] Mutter Teresa ist mausetot! Der hippokratische Eid hat für Ärzte heute den selben Stellenwert wie die zehn Gebote für den Journalisten. Ihn moralisierend den Ärzten vorzuhalten, ist Sozialfolklore."

Ärzte und Psychotherapeuten verlieren infolgedessen zunehmend das Vertrauen von Patienten, beobachtete die Stuttgarter Zeitung am 12.02.2002: "Das Vertrauen der Patienten zu den Ärzten scheint nicht sehr groß zu sein. Eine Mehrheit wünscht sich von der Krankenkasse Beratung über Arzneimittel und Erfolg versprechende Behandlungen - Leistungen, die eigentlich der Arzt bieten sollte." Diese Beratung wurde der Studentin Marga B.* von ihrer Krankenkasse jedoch versagt. Ihre leidvolle Erfahrung mit der Gesundheit gefährdenden ärztlichen Gewinnmaximierung schildert der nachfolgende Brief, den wir mit ihrer Erlaubnis hier veröffentlichen dürfen:

[Marga B.*]



AOK Esslingen
z.H. Herrn Bögel, stellv. Geschäftsstellenleiter
Plochinger Str. 13

73726 Esslingen

11. Februar 2002



Erstattung meiner Behandlungskosten für Psychotherapie

Sehr geehrter Herr Bögel,

im Sommer vergangenen Jahres befand ich mich aufgrund einer vorausgehenden dreijährigen Fehlbehandlung durch Ihre Vertragsärzte psychisch völlig zerstört am Boden. Ich war im Begriff, in eine psychosomatische Klinik zu gehen, weil eine Angst- und Panikstörung mich weitgehend arbeitsunfähig machte. Aus diesem Zustand half mir gerade noch rechtzeitig Herr Dipl.-Psych. Dietmar G. Luchmann, Psychologischer Psychotherapeut am ABARIS Institut für Psychotherapie, Waldburgstr. 122, 70563 Stuttgart-Vaihingen, heraus.

Herr Luchmann empfahl mir, mich trotz der von mir gewählten Privatbehandlung wegen der Behandlungskosten an Sie zu wenden, weil Sie ihn als einen sehr guten Psychotherapeuten kennen würden, der schon viele Versicherte der AOK Baden-Württemberg zu einem raschen Therapieerfolg geführt hat. Deshalb bitte ich Sie, die Kosten in Höhe von DM 3.736,35 für meine Kognitive Verhaltenstherapie bei Herrn Luchmann zu erstatten, die ich von August bis Dezember 2001 in Anspruch zu nehmen hatte, um den Klinikaufenthalt und eine Unterbrechung meines Studiums zu vermeiden. Das Geschehen möchte ich im Folgenden kurz darstellen.

Im August 1998 erlitt ich erstmals eine Panikattacke, aus der sich im weiteren Verlauf rasch eine Angst- und Panikstörung entwickelte. Die Angst- und Panikstörung vermochte ich damals jedoch noch nicht als solche zu erkennen. Mein Hausarzt, Herr Dr. [...] in [...], den ich wegen der Symptome unverzüglich aufsuchte, überwies mich an den Facharzt für Neurologie und ärztlichen Psychotherapeuten Dr. [...] in [...]. Herr Dr. [...] beantragte eine Psychotherapie; die Leistungspflicht für diese Psychotherapie haben Sie am 3. September 1999 schriftlich festgestellt (siehe Anlage).

Herr Dr. [...] bestellte mich sodann in sechswöchigen Abständen ein, fragte mich nach meinem Befinden und verschrieb mir verschiedene Medikamente. So habe ich im Zeitraum von Juni 2000 bis Februar 2001 unter anderem Edronax eingenommen und meinte anfänglich, unter dem Medikament eine vorübergehende Verbesserung zu erfahren. Allerdings erlitt ich in April 2001 einen Rückschlag. Die fortgesetzten Besuche bei Herrn Dr. [...] haben mich nicht weitergebracht. Ebenso wenig zeigten die verschriebenen Medikamente eine positive Wirkung. Mein Vertrauen in die Effektivität der Behandlung hat in der Folge zunehmend nachgelassen. Ich konnte nicht glauben, dass diese kurzen und wenig hilfreichen Zustandsabfragen und platten Beruhigungen alles sind, was Psychiatrie und Psychotherapie im Jahre 2001 anzubieten haben.

Deshalb hatte ich meinen Hausarzt bei einem weiteren Besuch gefragt, ob angesichts dieser unbefriedigenden Situation ein Arztwechsel zu empfehlen wäre. Er erwiderte darauf nur, das sei nicht sinnvoll.

Ende Juli 2001 war ich dann krankenhausreif, weil die vermeintliche Psychotherapie bei Herrn Dr. [...], mich nur tiefer in meine Angst- und Panikstörung hinein gestoßen hat. Verzweifelt ließ ich mir eine Überweisung für ein Vorgespräch im Krankenhaus ausfertigen. [...]

In der Zwischenzeit hat mein Mann nach guten Psychotherapeuten recherchiert und ist auf das ABARIS Institut für Psychotherapie in Stuttgart und Herrn Dipl.-Psych. Dietmar G. Luchmann gestoßen. Sein Behandlungsangebot wirkte professionell, schlüssig und überzeugend. Deshalb haben wir uns entschieden, dass ich diese Behandlung probiere, bevor ich ins Krankenhaus gehe.

Das erste Mal suchte ich Herrn Luchmann am 9. August 2001 auf. Da ich auf AOK-Kosten bereits die untaugliche Psychotherapie bei Herrn Dr. [...] hatte, die nach meiner heutigen Kenntnis diesen Namen nicht verdient, habe ich damals aus eigener Initiative und in freier Entscheidung bei Herrn Luchmann eine psychotherapeutische Privatbehandlung gewählt.

In einem völlig aufgelösten psychischen Zustand, in dem ich nur noch in die Klinik wollte, suchte ich Herrn Luchmann auf, der mich in dieser Situation gut und sicher auffing. Schon in der ersten Sitzung zur biografischen Anamnese war mir rasch klar geworden, dass ich fast drei Jahre lang keine Psychotherapie erfahren habe, sondern nur mit Medikamenten "abgefüllt" worden bin. Zwischen den Behandlungen lagen Welten. Herr Luchmann hat mit mir in vier Stunden und mit großer Sachkunde meine gesamte Biographie und Problemgeschichte durchgearbeitet. Demgegenüber hatte Herr Dr. [...] überhaupt keinen Wert auf die Vorgeschichte meiner Probleme gelegt und mit mir deshalb fast nie darüber gesprochen.

Mit dem Beginn des therapeutischen Teils hat mir Herr Dipl.-Psych. Luchmann im Laufe der insgesamt 14 Stunden umfassenden Psychotherapie ein verständliches Erklärungsmodell vermittelt sowie wirksame Techniken und Methoden gelehrt, wie ich mit Angst und Panik umgehen kann. In den Sprechstunden bei Herrn Dr. [...] war von solchen Methoden und Techniken nie die Rede, sein ärztliches und psychotherapeutisches Tun erschöpfte sich darin, mich nur in einer Weise zu beruhigen, die meine Angst noch verstärkte. Bei Herrn Luchmann habe ich hingegen zum ersten Mal erfahren, wie meine Ängste entstehen, wieso ich so reagiere, wie ich das falsche Denken gelernt habe. Ich habe angefangen zu verstehen, welche Denkfehler ich begangen habe, die mich in die Erkrankung führten.

Allerdings habe ich noch heute Mühe, meine Empörung zu beherrschen, dass ich eine solche ineffiziente Behandlung bei dem Facharzt Dr. [...] mit Billigung und Therapiegenehmigung meiner Krankenkasse fast drei Jahre habe machen müssen. Soweit hätte es in einem funktionierenden Gesundheitssystem überhaupt nicht kommen dürfen! Sie verstehen sicher, dass Hilfesuchende mit psychischen Problemen noch immer Hürden überwinden müssen, wenn sie einen Psychotherapeuten in Anspruch nehmen wollen, zumal wenn sie einen solchen noch nie aufgesucht haben. Zu den Tabus und Vorurteilen kommen praktische Fragen hinzu: Wann soll man fragen? An wen soll ich mich wenden? Welche ist die richtige Therapie? In dieser verzweifelten Phase war ich für den Rat meines Hausarztes dankbar, weil ich das Risiko noch nicht kannte, mit psychischen Problemen zum Hausarzt zu gehen. Rückblickend betrachtet hat seine Behandlung mir jedoch drei Jahre meines Lebens gekostet.

Als ich mich im Sommer 2001 nach besserer Hilfe umgesehen habe, bat ich auch um Rat bei Ihrer AOK. Die Antwort lautete, man könne keinen Arzt empfehlen und ich möge mich an die Vertragsärzte halten. Das war definitiv nicht hilfreich. Hier erwarte ich von meiner Krankenkasse mehr Unterstützung und Beratungskompetenz.

Da ich eine so lange Zeit in die Angst- und Panikstörung hinein geglitten bin und die falschen, mich selbst schädigenden Denkmuster sehr intensiv "eingeübt" habe, war es in der Therapie für mich umso schwieriger, hiervon los zu kommen. Dies hat zusätzlich zu einer Depression und Traurigkeit geführt, die ebenfalls noch behandeln werden musste. Ich bin jetzt aber auf dem Wege der Besserung und erlebe, wie ich trotzdem nach vergleichsweise kurzer Zeit wieder ohne Angst und Depression leben kann.

Sehr geehrter Herr Bögel, die psychotherapeutische Behandlung, die ich bei Dipl.-Psych. Dietmar G. Luchmann erhalten habe, hat mir rasch aus der Angst und Panik heraus geholfen. Es wäre schön gewesen, ich hätte den Weg zu ihm früher gefunden, dann hätte sicher bereits die Hälfte der Sitzungen zum Erfolg geführt. [...]

Ich hoffe gleichwohl, dass die AOK Baden-Württemberg so klug ist, meine Entscheidung zu unterstützen und mitzutragen, ohne teuren klinischen Aufenthalt wieder "auf die Beine" zu kommen, und die ambulanten Behandlungskosten bei Herrn Dipl.-Psych. Dietmar G. Luchmann erstattet. Anderenfalls werde ich einen Wechsel der Krankenversicherung prüfen.

Auf eine baldige Nachricht hoffend, verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen

[Marga B.*]

Anlagen
Genehmigung zur Psychotherapie bei Herrn Dr. [...]
Honorarquittung von Herrn Dipl.-Psych. Luchmann

Die meisten Krankenkassen neigen in vergleichbaren Fällen, in denen eine ambulante psychotherapeutische Fehlbehandlung ihre Opfer nur tiefer ins Unglück hineingestoßen hat, eher zu dem kurzsichtigen Versuch, ihre Versicherten für Monate - oft ohne Sinn und Erfolg - in eine psychosomatische Klinik mit einem Tagespflegesatz von mehreren hundert Euro zu stecken, anstatt eine wirksame ambulante Behandlung bei qualifizierten Psychotherapeuten angemessen zu bezahlen.

Qualifizierte Psychotherapeuten oft nur in Privatpraxen

Doch der Studentin Marga B.* war ihre wieder erlangte Gesundheit den Preis der Privatbehandlung wert. Sie betrachtete die Therapiekosten als eine notwendige Investition in ihre Zukunft, Karriere und Lebensqualität.

Denn fähige und empfehlenswerte Psychotherapeuten finden sich unter den Kassenpsychotherapeuten immer seltener. Seit rund zehn Jahren klagen Psychotherapeuten bundesweit auf angemessene Vergütung ihrer Arbeit. Obwohl ihnen das Bundessozialgericht in mehreren Urteilen eine Mindestvergütung zugesprochen hat, hintertreiben die Kassenärztlichen Vereinigungen fortgesetzt eine gerechtere Honorarverteilung. Sogar das gerichtlich festgelegte Mindesthonorar, das weit unter dem anderer Arztgruppen liegt, wird den Psychotherapeuten von Ärztefunktionären vorenthalten, die die Kassenärztliche Vereinigung als Selbstbedienungsladen missbrauchen.

Inzwischen zeichne sich ab, schrieb der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten am 28.02.2002 an die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, dass "immer mehr Psychotherapeuten die unhaltbare Honorarsituation nicht länger als vorübergehend betrachten. Wer irgend kann, steigt aus oder wechselt sein Berufsfeld." Für qualifizierte Kassenpsychotherapeuten mit Selbstachtung ist "das Tätigkeitsfeld des Psychotherapeuten [...] offensichtlich durch die dauerhafte Honorar- und Wirtschaftsmisere unattraktiv geworden".

Weiter prognostiziert der Psychotherapeutenverband, die "katastrophale Situation wird sich noch erheblich verschlechtern, wenn als Folge der unzureichenden Honorierung [...] ein großer Teil der ersten Generation der Kassen-Psychotherapeuten vorzeitig aussteigt, weil sie die aus wirtschaftlichen Gründen eingegangenen persönlichen Arbeitsüberlastungen nicht mehr tragen können oder wollen". Besorgniserregende Zahlen berichten die Ausbildungsinstitute, die "nachweislich nur noch weniger als 10% Ausbildungsteilnehmer haben". Die gesellschaftspolitischen Folgen werden dramatische "Mehrkosten im Bereich der somatischen Medizin mit Fehlbehandlungen, steigenden Medikamentenkosten, steigende Arbeitsunfähigkeit, Zunahme von stationären Behandlungen, Früh-Berentungen", heißt es in dem Schreiben an die Bundesgesundheitsministerin.

AOK Esslingen zahlt für Therapieschaden und Therapieerfolg

Es war ungewiss, ob Marga B.* die Kosten für ihre effiziente Behandlung am ABARIS Institut für Psychotherapie in Stuttgart von der AOK erstattet erhalten wird. Marga B.* hatte jedoch Glück. Die AOK Esslingen zahlte nicht nur unkritisch den vorangegangenen dreijährigen "Therapieschaden auf Chipkarte", sondern würdigte die Eigenverantwortung der Studentin wenigstens ansatzweise. Sie erstattete Marga B.* mit 986,03 Euro etwas mehr als die Hälfte der Kosten. Die erfolgreiche ambulante Privatbehandlung ersparte der AOK Esslingen immerhin um ein Vielfaches höhere stationäre Kosten und der Studentin einen Krankenhausaufenthalt mit Unterbrechung ihres Studiums (siehe AOK-Zahlungsmitteilung vom 27.02.2002).

Anteilige Erstattung des Psychotherapie-Honorars für die Privatbehandlung durch die AOK Esslingen

Wie schmal der Grat zwischen Weisheit und Torheit ist, zeigt sich bei der benachbarten AOK Stuttgart. Diese verweigerte in ähnlichen Fällen nicht nur die Kostenerstattung, sie machte in ihrem AOK-Magazin obendrein noch Werbung mit ihrem Neu-Mitglied Dr. med. Norbert Metke, dem rüden Geschäftsführer vom Medi-Verbund Stuttgart, von dem bekannt ist, dass er Datenschutz für Patienten öffentlich "Peanuts" nannte und am 14.11.2000 verurteilt wurde, eindeutig "ehrverletzende" Äußerungen zu unterlassen, die nach Auffassung Stuttgarter Sozialrichter, "einen in nicht mehr gerechtfertigter Weise herabsetzenden Charakter" aufweisen. Makabrer Titel des AOK-Blättchens: "Bleib gesund".

Doch gesund bleiben wird nur, wer sein Gesundheitsmanagement angesichts solcher Ärzte und Krankenkassen künftig selbst übernimmt. Für die Behandlung bei qualifizierten Psychotherapeuten selbst zu zahlen, wird zum unabweisbaren Erfordernis für alle, die ihre Gesundheit nicht verlieren wollen. Die in der Kostenfalle gefangene gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wird nicht mehr als zukunftsfähig angesehen. "Versicherte flüchten jetzt vermehrt ins PKV-System", übertitelte die Ärzte-Zeitung am 12.02.2002 auf Seite 1 einen Bericht über die zunehmende Mitgliederwanderung von den maroden gesetzlichen Krankenkassen zu den privaten Krankenversicherungen (PKV).

Psychotherapie-Fehlbehandlung bei Angst "absolut typisch"

Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Dietmar G. Luchmann, der die Klientin Marga B.* vor dem Krankenhaus bewahrte, nennt das Geschehen "absolut typisch" für die katastrophale Qualität der psychotherapeutischen Versorgung: "In Deutschland arbeiten noch immer drei von vier Psychotherapeuten nach psychoanalytischen Modellen, denen jeder Bezug zur Realität fehlt. Außerdem besitzen die meisten Ärzte mit Psychotherapie-Titel oder Psychotherapie-Facharzt keine ausreichende Kenntnis von wirksamer Psychotherapie. Unter diesen Bedingungen darf ein Patient keine effiziente Behandlung erwarten."

Inzwischen wird in der öffentlichen Diskussion um den Stellenwert der Psychotherapie im Gesundheitswesen deutlich das Bestreben vieler Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten gerügt, ihre Patienten oft über Jahre oder gar lebenslang von sich abhängig zu machen. Doch auch ohne den Psychotherapeuten Vorsatz und Geldgier zu unterstellen, sagt Psychotherapeut Dietmar G. Luchmann, sei wegen der realitätsfernen Therapiekonzepte vieler Psychotherapeuten "die Wahrscheinlichkeit einer Fehlbehandlung noch immer sehr viel größer, als dass einem Patienten eine effektive Psychotherapie zuteil wird".

Solange die Gesundheitspolitik sich nicht entschließt, die Psychoanalyse und die tiefenpsychologische Psychotherapie (als verwässerten psychoanalytischen Verschnitt) aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung zu entfernen, wird sich daran auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Trotz ihrer massiven psychischen Erkrankung war Marga B.* im vorliegenden Beispiel so intelligent, um das Systemversagen zu erkennen und die erforderliche Eigenverantwortung mit dem resultierenden Kostenrisiko zu übernehmen. Ob alle Betroffenen in ihrer Verzweiflung psychisch sowie intellektuell und finanziell hierzu in der Lage sind, darf indes sehr bezweifelt werden.

Der Hippokratische Eid, den viele Patienten noch als Rechtfertigung für ihr Vertrauen in Ärzte und Psychotherapeuten ansehen, ist jedenfalls schon lange zum Dummenfang verkommen. In der Antike war der Hippokratische Eid offenbar nur deshalb sinnvoll, funktionsfähig und wirksam, weil "er die ethischen Maximen nicht in Widerspruch zu jenen praktischen Erfordernissen brachte, die der Arzt im wohlverstandenen Eigeninteresse berücksichtigen mußte", schrieb der Arzt und Medizinhistoriker Axel W. Bauer von der Universität Heidelberg. "Die sittlichen Verpflichtungen konnten nur deshalb eingehalten werden, weil die berechtigten Ansprüche aller Beteiligten (Lehrer, Schüler, Arzt, Patient, Gesellschaft) in ein faires, pragmatisch begründbares Gleichgewicht gebracht wurden. Diese gelungene Balance erscheint als die eigentliche, historisch bemerkenswerte Leistung des Hippokratischen Eides. Als unmittelbar gültige normative Richtschnur für das konkrete Handeln des heutigen Arztes kann er vor dem gewandelten wissenschaftlichen und sozialen Kontext der Gegenwart allerdings nicht mehr dienen."

Medi-Verbund - Patientenverwertung statt hippokratischer Eid

Der Glaube an ärztliche oder psychotherapeutische Ethik ist heute eine lebensgefährliche Illusion. Ethik dient im Haifischbecken der Medizin als Kosmetik. Denn die gesetzliche Krankenversicherung kann den Erhalt von Gesundheit immer weniger sicherstellen. Das deutsche Gesundheitswesen gerät in wachsendem Tempo immer mehr aus der Balance - und produziert selbst Angst und Panik. Die sich in private Krankenversicherungen rettenden "Kassenwechsler pfeifen auf die Solidarität der GKV", stellt die Ärzte-Zeitung fest.

   
 PSYCHOTHERAPIE Lese-Tipp
Von der Zwangsjacke in die Gummizelle?
Medi-Verbund - Nein, danke: Medi-Kartell rechtswidrige "Biertisch-Idee"
(Pressedokumentation).


Ganz ungeniert betrachten Ärzte im Medi-Verbund ihre Patienten als Objekte der wirtschaftlichen Ausbeutung: "eine exzellente Ausarbeitung zur Problematik von Honorierungssystemen in Praxisverbünden" lobte der 2. Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg und Geschäftsführer im Medi-Verbund Dr. med. Norbert Metke aus Stuttgart am 23.06.1999 die diskriminierende und rechtswidrige Patienten-Verwertungs-Doktrin seines KVNW-Vorstandskollegen und Medi-Spießgesellen Dr. med. Horst-Walter Klawitter, "Patienten nicht aus dem Verbundsystem an außerhalb dieses Systems agierende Kollegen" zu überweisen.

Wer den skrupellosen Medi-Verbund-Krieger Norbert Metke kennt, den wundern skandalöse Raffgier und ärztlicher Zynismus nicht: Orthopäde Norbert Metke hatte - unter vereinzelten Pfiffen und Buhrufen von Teilnehmern - auf dem 104. Deutschen Ärztetag in Ludwigshafen am 23.05.2001 erklärt, "als Inhaber einer orthopädischen Praxis, die schwerpunktmäßig Spastiker und Mongoloide behandelt", könne er "überhaupt keinen Eigenwert im behinderten Leben" erkennen. Nur die Frankfurter Ärztin Christiane Schlang zeigte sich im Anschluss an diese Entgleisung "sehr betroffen davon, wie viel Beifall es für diesen Satz" gegeben hat: "Ich möchte dringend davor warnen, dass das eventuell als Position der deutschen Ärzteschaft an die Öffentlichkeit dringt."

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten 1999 in Deutschland 6.633.500 Schwerbehinderte. Wohin es führt, deren Leben "überhaupt keinen Eigenwert" zuzubilligen, wie Facharzt Norbert Metke vom Medi-Verbund sein Denken offenbarte, ist aus der Geschichte bekannt.

Die Inanspruchnahme solcher Ärzte wird - egal ob wegen einer Spastik oder wegen einer Angststörung - zu einem Wagnis voller Lebensgefahr. Patienten haben nur dann eine Chance, das außer Rand und Band geratende inhumane Human-Verwertungssystem Medizinbetrieb zu überleben, wenn sie für sich selbst Verantwortung übernehmen.

Nachtrag 30.06.2002

"Das ist für alle Ärzte, die mich belogen und betrogen haben."

Zunehmend mehr Patienten spüren diese Gier vieler Ärzte in Stuttgart und anderswo, Kranke und Hilfesuchende nur noch als Objekt maximaler wirtschaftlicher Verwertung zu betrachten. Nicht immer können Patienten mit dieser Situation jedoch adäquat und eigenverantwortlich umgehen - und so wurde dieser Bericht jetzt auf tragische Weise durch das folgende Geschehen untermauert:

Bei dem stellvertretenden Vorsitzenden der Ärzteschaft Stuttgart, dem 56-jährigen Allgemeinmediziner Ulrich Röken entlud sich die ohnmächtige Wut eines Patienten in blanke Gewalt. Der Patient, der sich laut Presseberichten mit Schmerzen nicht ernst genommen fühlte, stach seinen Hausarzt am 26.06.2002 in dessen Praxis mit einem Messer nieder. Die Stuttgarter Zeitung berichtete am 29.06.2002, der 30-jährige Patient sei "in das Behandlungszimmer gestürmt" und "zugestochen habe er mit den Worten: 'Das ist für alle Ärzte, die mich belogen und betrogen haben.'"

Dr. Gisela Dahl - Nomaden impfen statt Missbrauch kritisieren

Befremdlich ist, dass gerade die Vorsitzende der Ärzteschaft Stuttgart, Dr. Gisela Dahl, selbst aktives Mitglied im Medi-Verbund, in den Stuttgarter Nachrichten zu diesem Fall am 27.06.2002 jammert: "Die Gewaltbereitschaft ist ja allgemein größer geworden und auch der Umgang mit dem Arzt hat ein bisschen an Kultur verloren." Dabei verschweigt die Vizepräsidentin der Bezirksärztekammer Nord-Württemberg, dass die Ärzte unter ihrem Vorsitz diesen beklagenswerten Zustand, wie das beliebig austauschbare Beispiel der Marga B.* zeigt, selbst zielstrebig herbeigeführt haben.

Es ist nur folgerichtig, wenn Patienten ihren Ärzten, denen sie nicht mehr trauen können, besser vorbereitet gegenüber zu treten versuchen. Diese vernünftige Selbstschutztendenz unter ihren Patienten hat auch die Allgemeinärztin Gisela Dahl bemerkt, die es vorzieht, lieber Nomaden in Tunesien zu impfen als der Verwahrlosung entgegen zu treten, die die ärztliche Ethik in Stuttgart erfährt: "Das Verhältnis zwischen Arzt und Patient sei schwieriger geworden. Der Patient versuche sich oft selbst zu informieren, hege ein größeres Misstrauen und achte verstärkt darauf, 'dass er zu seinem subjektiven Recht kommt'", erklärte sie in den Stuttgarter Nachrichten.

Entlarvend und erschreckend ist die Hemmungslosigkeit, mit der die Hausärztin im Medi-Verbund Dr. Gisela Dahl als Vorsitzende der Ärzteschaft Stuttgart ihre Ferndiagnose öffentlich im Zeitungsinterview streut: "Dieser Täter muss offenbar psychisch krank sein."

Wie, so darf dann gefragt werden, geruht die Vorsitzende der Stuttgarter Ärzte die fortgesetzten Rechtsverletzungen ihrer Kassenarzt-Funktionäre Werner Baumgärtner und Norbert Metke zu bewerten, wegen der das Sozialgericht Stuttgart zuletzt am 04.03.2002 (Az.: S 5 KA 5633/01 A; S 5 KA 4826/00) ein Ordnungsgeld von 20.000 Euro festsetzen musste (siehe auch den folgenden Lese-Tipp "Medi-Verbund ohne KVNW")?

Kranke durch Ärzte "erpresst, erhebliche Zahlungen zu leisten"

Und wie vereinbart Dr. Gisela Dahl als Vorsitzende der Ärzteschaft Stuttgart die unverhohlene Orientierung in ihrem Medi-Verbund Stuttgart, Kassenpatienten zu diskriminieren? Im Leistungsverzeichnis vom Medi-Verbund Stuttgart mit seinem Geschäftsführer Dr. Norbert Metke heißt es in seltener Klarheit, "GKV-Versicherte sind nach Ausschöpfung der Budgets - von Notfallsituationen abgesehen - gemäss Zeitmanagement der Praxis zu versorgen, auf Wartelisten zu setzen, weiterzuüberweisen oder der stationären Behandlung zuzuführen" (Stand Juni 2000).

Wie diese menschenverachtende Gesinnung im Medi-Verbund sich innerhalb der Ärzteschaft Stuttgart breit macht, schilderte der Allgemeinmediziner und Kassenarzt Rüdiger Bloch aus Stuttgart der Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg in einem Schreiben am 27.09.1999: "Täglich berichten mir Patienten über schwerwiegende Verstöße gegen das Kassenrecht. Es werden Zuzahlungen zu Operationen verlangt, es werden Zuzahlungen zu Vorsorgeuntersuchungen verlangt, es werden Zuzahlungen zu diagnostisch-technischen Untersuchungen verlangt. Manche Patienten werden von Kollegen dahingehend erpresst, erhebliche Zahlungen zu leisten, ohne dass überhaupt eine kassenärztliche Leistung stattfindet. Vermutlich wird die Kassenleistung trotzdem abgerechnet. Alle Patienten bestätigen mir, dass die Krankenversichertenkarte immer angenommen wurde. Regelmäßig sind Kolleginnen und Kollegen nicht zu erreichen, obwohl Präsenzpflicht besteht. Kolleginnen und Kollegen geben Vertretungen an, obwohl diese angegebenen Kolleginnen und Kollegen nicht zu erreichen sind. Insbesondere Fachärzte geben erst Termine in Wochen oder Monate aus. Dies erscheint mir mit einer ambulanten Versorgung, die die stationäre ersetzen soll, nicht zu vereinbaren. Immer wieder fällt dabei auf, dass Patienten mit fremd klingenden Namen besonders lange Wartezeiten aushalten müssen."

   
 PSYCHOTHERAPIE Lese-Tipp
Medi-Verbund ohne KVNW
Landessozialgericht Stuttgart rügt Machtmissbrauch und Selbstbedienung der Kassenarzt-Funktionäre.


Seine Erwartung, die kassenärztliche Selbstverwaltung unter Führung der Medi-Fürsten würde sich ernstlich für diese skandalösen Zustände interessieren, hatte der Allgemeinarzt Bloch gleichwohl aufgegeben. Denn der Empfänger seines Schreibens war niemand anderes als - Norbert Metke. Der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nord-Württemberg lebt ebenso wie Kassenarztchef Werner Baumgärtner seine Energie hingebungsvoll mit dem Amtsmissbrauch bei der Jagd auf Kritiker am Medi-Verbund aus. "Als Kassenarzt muss ich mich über Ihr [...] Vorgehen wundern", schrieb Bloch an Metke. "Als Kassenarzt kann ich nur feststellen, dass die Patienten schon lange wissen, was sie von den Stuttgarter Ärzten zu erwarten haben." Offenbar alles, nur nichts Gutes.

Dass die Kassenärztliche Vereinigung Nord-Württemberg (KVNW) ihre Selbstdarstellung mit dem scheinheiligen Slogan "Alles Gute" präsentiert, darf als bezeichnendes Indiz für das kranke System gewertet werden. Mancher mag darin sogar den institutionalisierten Hohn auf die Opfer dieser Ärzte sehen.

Im günstigsten Falle könnte der Eindruck entstehen, zunehmend mehr Ärztinnen und Ärzte wissen nicht, was sie tun.

Sicher ist: Zunehmend mehr Patientinnen und Patienten wollen nicht mehr als Verwertungsopfer enden.

*Name aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert.

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