PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753)
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Denken lernen statt denken lassen - Kognitive Verhaltenstherapie hilft am besten Denken lernen statt denken lassen - Kognitive Verhaltenstherapie hilft am besten
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PSYCHOTHERAPIE
© PSYCHOTHERAPIE 08.01.1998

Psychotherapie als originärer Teil der Naturheilkunde

Akupunktur und sokratischer Dialog
Naturheilverfahren als naturgemäße und ganzheitliche Behandlung von Körper, Geist und Seele

VON CARMEN HEERDEGEN

Seit Tausenden von Jahren werden Heilmethoden mit Erfolg angewandt, die natürliche Mittel nutzen, um Körper, Geist und Seele in ein harmonisches Gleichgewicht zurückzuführen. Die Naturheilkunde knüpft an diese Tradition an. Sie aktiviert die in jedem Menschen vorhandenen Heilungskräfte.

Die historischen Wurzeln dieser Heilkunde liegen weit zurück. Schon Hippokrates war einer der bedeutendsten Ärzte, der all sein Schaffen für die Anwendung und Verbreitung dieser Heilverfahren einsetzte. Die Kunst des Heilens zeichnet sich dadurch aus, dass sie den Menschen als Ganzes erkennt, um ihm so seinen individuellen Weg der Genesung zu zeigen.

Welche Rolle spielen heute die Naturheilverfahren und bei welchen Erkrankungen helfen sie?

Die heutige Schulmedizin und ihre Lehre an den Universitäten geht an den Alltagsproblemen und den Ursachen der Zivilisationserkrankungen häufig vorbei. Es gibt kaum noch eine Verbindung zwischen der zunehmenden Technisierung der Medizin auf der einen und der Persönlichkeit und den individuellen Bedürfnissen des Klienten auf der anderen Seite. Gerade aber das Zusammenwirken von Behandler und Klient ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Therapie. Nur hierdurch kann beim Hilfesuchenden die Quelle der natürlichen Heilkräfte und der eigenen Ressourcen optimal aktiviert werden. Diese Aufgabe stellt sich die moderne Naturheilkunde - zum Beispiel am ABARIS Institut für Akupunktur in Stuttgart.

Der Naturmediziner Dr. Max Neubauer gab eine der treffendsten Definitionen über das Wesen der Naturheilkunde: "Das Problem der Heilkraft der Natur ist ein großes, vielleicht das größte von allen, die den Arzt seit Jahrtausenden beschäftigen. Ja, man könnte es geradezu als das Problem der Medizin bezeichnen, da von seiner Lösung die Daseinsberechtigung, die Ziele und Grenzen der Heilkunst bestimmt werden." Ohne die Heilkraft der Natur gibt es überhaupt keine Heilung. Jede Therapie, auch eine Operation oder Medikamentenwirkung, ist nur wirkungsvoll, wenn die Mitwirkung der Heilkraft des Menschen hinzukommt. Deshalb ist es das Ziel aller Naturheilverfahren, die natürlichen Abwehr- und Regulationsvorgänge und damit das natürliche Heilgeschehen anzuregen. Durch jede Erkrankung ist eine Fehlregulation im Körper in Gang gesetzt worden, die es gilt, auf möglichst naturgemäßen Wegen, den Methoden der Naturheilkunde, zu stoppen und gemeinsam mit dem Klienten einen Weg zu finden, den Körper, den Geist (das Denken) und die Seele (das Fühlen) des Menschen wieder in ein harmonisches Gleichgewicht zurückzuführen.

So bietet das ABARIS® Institut für Psychotherapie in Stuttgart seinen Klienten nicht nur Psychotherapie im engeren Sinne, entsprechend der Individualität und der Erkrankung der Klienten gelangen unter anderem  die folgenden Verfahren zur Anwendung:

Die Akupunktur: Was ist sie und was sie bewirkt

Die Akupunktur ist ein Jahrtausende altes und bewährtes Heilverfahren, das erst in den letzten beiden Jahrhunderten Einzug in die europäische Medizin gefunden hat. Allein durch Beobachtung fanden frühe chinesische Heilkundige heraus, dass durch das Setzen einer Akupunkturnadel ein sensibler Punkt auf der Körperoberfläche gereizt wird, der mit einer bestimmten Organfunktion in Verbindung steht und diese positiv zu beeinflussen vermag. Prof. Dr. med. H. Heine (Heine 1988) vom Anatomischen Institut der Universität Witten-Herdecke lieferte 1988 die wissenschaftlichen Belege, dass die Akupunkturpunkte genau den Punkten an der Körperoberfläche entsprechen, wo das Gefäß-Nerven-Bündel der Haut in die Tiefe des Körpers tritt. Deshalb ist über die Nadel-Stimulation an genau diesen Hautpunkten eine effektive Reizübertragung auf segmental-reflektorische, vegetativ-reflektorische und neuroendokrine Bereiche mit dem Ergebnis einer zielgerichteten Beeinflussung von Organfunktionen und der sehr erfolgreichen Behandlung zahlreicher Beschwerden möglich.

Durch Akupunktur lassen sich auf diese Weise folgende Wirkungen nachweisen:

  • eine schmerzstillende Wirkung,
  • eine vegetativ regulierende Wirkung, indem das Gleichgewicht zwischen Sympathikus und Parasympathikus (zwei gegensätzlichen nervalen Regelkreisen) wieder hergestellt wird,
  • eine Harmonisierung des Hormongleichgewichtes im endokrinen System,
  • eine beruhigende Wirkung,
  • eine psychisch stimulierende und aufhellende Wirkung, z.B. über den Serotonin-Haushalt,
  • eine motorische Wirkung (Entspannung),
  • eine gefäßerweiternde Wirkung,
  • eine immunstimulierende Wirkung.
Auch auf neurologischem Fachgebiet lassen sich viele Erkrankungen durch Akupunktur günstig beeinflussen bzw. profitieren von der "mehrschichtigen" Behandlung, bei der Akupunktur beispielsweise in Kombination mit psychotherapeutischen oder anderen naturheilkundlichen Methoden eingesetzt wird.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Anwendung von Akupunktur insbesondere bei diesen neurologischen Erkrankungen (Kampik 1988):
  • alle Arten von Kopfschmerzen,
  • Migräne,
  • Trigeminusneuralgie,
  • Facialisparese,
  • periphere Neuropathien,
  • Meniere-Krankheit,
  • Interkostalneuralgie und
  • Ischialgie.
Auch bei weiteren Störungen und Problemen hat sich die Akupunktur bewährt:
  • Adipositas (Übergewicht),
  • Raucherentwöhnung,
  • psychovegetative Störungen, z.B. Schlafstörungen, Unruhe, Mattigkeit, Erschöpfung.

Neuraltherapie: Durch natürliche Regulation schmerzfrei

Als Neuraltherapie bezeichnet man die naturgemäße Behandlung von Schmerzen und vegetativen Funktionsstörungen über das Vegetativum. Das Vegetativum beinhaltet nicht nur das vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus), sondern vielmehr das gesamte vegetative Grundsystem, welches aus Bindegewebe, Nervenendigungen, Immunzellen und Hormonen sowie aus Gewebeflüssigkeit besteht und die Zellen mit den Nerven und den Blutgefäßen verbindet sowie die Impulse von der Zelle zu den Nerven und Blutgefäßen überträgt und umgekehrt. Die durch die Neuraltherapie erzielte Normalisierung biokybernetischer Regelvorgänge führt zu einer Wiederherstellung der Homöostase, weshalb die Neuraltherapie als Regulationstherapie gilt. Die Neuraltherapie ist deshalb vorzugsweise zur Behandlung von Schmerzen geeignet.

In der Neurologie hat sich die Neuraltherapie insbesondere bei folgenden Erkrankungen bewährt:

  • Lumboischialgie (Lumbago und Ischialgie),
  • HWS-Syndrom,
  • Kopfschmerzen,
  • Migräne und
  • Tinnitus auricum (Ohrgeräusche).

Phytotherapie: Heilende Pflanzen

Die Phytotherapie beinhaltet die Anwendung aller pflanzlichen Arzneimittel. Sie reicht von Teezubereitungen über Naturheilmittel, Presssäfte und Rohextrakte von Pflanzen bis hin zu pflanzlichen Arzneimitteln. Ein pflanzliches Arzneimittel besteht ausschließlich aus Pflanzen, Pflanzenteilen oder Pflanzeninhaltsstoffen. Da Pflanzen wie alle Lebewesen einen langen Weg der Evolution zurückgelegt haben, sich vor Feinden durch Bildung von Giftstoffen, desinfizierenden, ja sogar antibakteriellen Substanzen schützen mussten, haben sie Wirkstoffe entwickelt, die auch für den menschlichen Körper verträglicher sind als die in nur wenigen Jahren von der chemischen Industrie synthetisierten Arzneimittel.

Über die Wirkung von pflanzlichen Arzneimitteln liegen Erfahrungen einer bereits jahrhundertealten Anwendung vor, die jedoch auch lehrt, dass pflanzliche Arzneimittel höher dosiert und länger verabreicht werden müssen, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen. Sie verlangen vom Klienten Mitarbeit, Verständnis für diese Behandlung und auch etwas Geduld.

Ernährungslehre:
Die Nahrung bestimmt Gesundheit und Lebenserwartung

Die Ernährung ist ein fester Bestandteil unseres Alltags. Sie dient der Erhaltung des Lebens, denn alle vom Körper durch seinen Stoffwechsel verbrauchten Stoffe und Flüssigkeiten müssen regelmäßig neu ersetzt werden. Alle aufgenommenen Nahrungsbestandteile werden im Verdauungstrakt in ihre Grundbausteine zerlegt, dann in die Blutbahn aufgenommen und wieder neu in körpereigene Bestandteile zusammengesetzt. Im Ergebnis dessen sind sie ein Teil des Menschen geworden und tragen mit ihren Nutz- oder Schadwirkungen entscheidend zu seinem Wohlbefinden, seiner Leistungsfähigkeit oder Erkrankung bei.

Heute gibt es eine Vielzahl ernährungsbedingter Erkrankungen, wovon hier einige aufgezählt werden, bei denen die Abhängigkeit von der Ernährung weniger bekannt ist: das metabolische Syndrom (Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen), aber auch Atherosklerose, koronare Herzkrankheit, Glaukom, chronische Hauterkrankungen, die meisten rheumatischen Erkrankungen, sehr viele komplexe chronische Erkrankungen wie Immunkrankheiten, Allergien, Unverträglichkeiten, und von den neurologischen Erkrankungen die am häufigsten auftretenden Formen der Polyneuropathien.

Einen wichtigen Platz nimmt die Ernährung ferner bei der biologischen Krebsabwehr ein. Die Ernährungslehre ist somit eine wichtige Säule der Naturheilverfahren. Ihre Bedeutung wächst, weil sie, wie der Chefarzt a.D. einer großen Fastenklinik, Dr. med. H. Lützner (Lützner 1993, S.15), betont, dem Menschen "die Übernahme der Verantwortung für seine eigene Gesundheit" lehrt und von jedem täglich selbst angewandt werden kann. Verantwortung für sich selbst übernehmen zu lernen - hier verschmelzen Naturheilkunde und Psychotherapie.

Literatur

Heine, H. (1988). Akupunkturtherapie - Perforationen der oberflächlichen Körperfaszie durch kutane Gefäß-Nervenbündel. Therapeutikon, 4, 238-244.

Kampik, G. (1988). Propädeutik der Akupunktur. Stuttgart: Hippokrates.

Lützner, H. (1993). Aktive Diätetik: Fasten, Intensivdiätetik, Ernährungstherapie. Stuttgart: Hippokrates Verlag.

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