© PSYCHOTHERAPIE 05.01.1998
Angst, Panik, Phobie und Zwang: Kognitive Psychotherapie kann
diese ganz persönlichen Dramen heute rasch beenden
"In wenigen Stunden aus der Welt"
Kognitive Verhaltenstherapie bei Angst, Panikstörungen, Phobien
sowie Zwängen
VON
DIETMAR G. LUCHMANNÄngste (Phobien) und
Panikstörungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen -
und zu den am besten behandelbaren. Unter ihnen leiden bis zu 30
Prozent der Bundesbürger, deren Handlungsspielraum durch diese
Erkrankung eingeschränkt wird und deren Lebensqualität und
Leistungsfähigkeit dadurch häufig erheblich beeinträchtigt ist.
Was sind Angst- und Panikstörungen?
Die Wissenschaft unterscheidet drei große
phobische Störungsklassen, die sämtlich als Krankheit gelten:
Spezifische (isolierte) Phobien
sind Ängste, die auf ganz spezifische Situationen
beschränkt sind, z.B. auf Prüfungen, Höhen, das Fliegen, das
Fahren auf Autobahnen oder mit Ski-Liften, Donner,
Eingeschlossen-Sein, Krankheiten, Dunkelheit, die Nähe
bestimmter Tiere, Benutzen öffentlicher Toiletten,
Zahnarztbesuch etc.
Diese Phobien haben ihren Ursprung häufig in der Kindheit und
im frühen Erwachsenenalter. Die realen Behinderungen hängen
davon ab, wie leicht die Betroffenen die phobische Situation
vermeiden können: Betroffene nehmen oft mühselige Umwege auf
sich, bei Angst vor der Autobahn fahren sie zum Beispiel viele
Stunden über Feldwege. Bei Flugangst mag es für den Urlaub
angehen, eine Seereise zu buchen. Für den Manager, den sein
Job nach Chicago oder Tokio führt, ist eine Seereise jedoch
undenkbar. In diesen Fällen, in denen eine Vermeidung
ausgeschlossen ist, können massive Panikattacken auftreten.
Soziale Phobien
beinhalten eine Angst vor Beobachtung und prüfender
Betrachtung durch andere. Betroffene fürchten, zu versagen
oder etwas zu tun, was peinlich, ungeschickt, dumm oder
demütigend sein könnte, wenn sie im Mittelpunkt der
Aufmerksamkeit stehen. Sie vermeiden diese Situationen und
gelangen oft in soziale Isolation - bis zu völliger
Arbeitsunfähigkeit.
Sie sind z.B. selbstunsicher, können nicht an Feiern
teilnehmen oder sich in sozialen Situationen äußern
(Rede-Angst). Häufige Beschwerden sind Erröten, Übelkeit,
Vermeiden von Blickkontakt, Händezittern, Drang zum
Wasserlassen oder zu vermehrtem Stuhlgang. Diese Folgesymptome
der Angst werden oft als das primäre Problem
fehlinterpretiert, mit Medikamenten behandelt und können so
die Phobie vertiefen.
Agoraphobie mit / ohne Panikstörung
umfassen im weiteren Sinne nicht nur Ängste auf offenen
Plätzen, sondern auch vor Menschenmengen, dem Verlassen der
eigenen Wohnung, dem Betreten von Kaufhäusern, öffentlichen
Verkehrsmitteln, allein zu sein usw. Kurz: Angst, umzufallen
und hilflos in der Öffentlichkeit liegen zu bleiben.
Ein typischer Auslöser der Symptome und der Panik ist das
Fehlen eines jederzeit verfügbaren "Fluchtweges" oder
"Fluchtortes", z.B. bei Reisen allein und mit weiter
Entfernung von zu Hause. Je nach der Intensität ihres
Vermeidungsverhaltens sind Erkrankte schließlich völlig an ihr
Haus gefesselt und müssen ihren Beruf aufgeben.
Häufige Symptome von Angsterkrankungen
Mögliche Symptome einer Angst- und
Panikstörung, die allein oder gemeinsam als vegetative Reaktion
auf die angstauslösende Situation auftreten können, sind häufig
Herzklopfen, Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag, Schwindel
und Schwindelgefühle, Kurzatmigkeit oder Atemnot, Schmerzen,
Beklemmungsgefühle im Brustkorb, Erstickungs- oder Würgegefühle,
Kribbeln oder Taubheit in Körperteilen, Gefühle der
Unwirklichkeit oder des Losgelöstseins, geschwollene Zunge oder
süßer Geschmack im Mund, Seh- und Wahrnehmungsstörungen (z.B.
eingeengtes Sichtfeld), Schwitzen, Hitzewallungen oder
Kälteschauer, Zittern oder Vibrieren, Übelkeit oder
Magen-Darm-Beschwerden. Zu diesen vegetativen Reaktionen treten
später oft als Begleiterscheinung weitere Ängste hinzu, zum
Beispiel Angst, die Kontrolle zu verlieren oder verrückt zu
werden, oder Todesangst.
Die Folge ist meist, dass diese Situationen zunehmend vermieden
werden, was den Handlungsspielraum der Betroffenen in wachsendem
Maße vermindert und ihre Überzeugung von der Gefährlichkeit der
Situation mehrt. Hinzu kommen oft vielfache Untersuchungen bei
zahlreichen Ärzten mit langfristig erfolglosen medikamentösen
Behandlungsversuchen, wodurch die Fehlinterpretation der
Angststörung als körperliches Problem verstärkt wird. Es
entsteht ein Teufelskreis, der zunächst nicht als solcher
erkannt wird und aus dem die Betroffenen sich dann selbst oft
nicht mehr befreien können.
Welche Ursachen sind heute bekannt?
Während spezifische und soziale Phobien
meist bereits in der Kindheit und Jugend beginnen, treten
Agoraphobie und Panikstörung in der Regel erstmals im frühen
Erwachsenenalter (20-30) auf. Angststörungen entwickeln sich
zumeist relativ plötzlich im Zusammenhang mit belastenden
Erfahrungen, die phobische Lernprozesse in Gang setzen. Ein
typisches Beispiel ist ein erlebter Auto-Unfall, der zu großem
Stress, körperlicher Erregung und dem Erleben von
Kontrollverlust führte. Die Erinnerung daran erzeugt Angst, die
ihrerseits für die folgende Vermeidung des Autofahrens
verantwortlich ist.
Solche mit unangenehmen Erlebnissen und Erfahrungen verbundene
Lernprozesse sind die Ursache dafür, dass die mit diesen
Erlebnissen und Erfahrungen verknüpften Situationen Angst
auslösen und vermieden werden. Nicht immer bedarf es jedoch
eines eigenen traumatischen Ereignisses. Viele Angstklienten
berichten, dass sie ohne erkennbare Ursache Angst bekamen. In
diesen Fällen treten als weitere wichtige Ursache gedankliche
Prozesse hinzu, die die Wahrnehmung bestimmter Situationen
verzerren und zu falschen Vorstellungen über deren
Gefährlichkeit führen. Dies kann z.B. über Vorbilder geschehen,
die ängstliches Verhalten vorleben. Die Angst wird hierbei vom
Modell gelernt.
Ebenso kann beispielsweise die unkritische Aufnahme einer
gelegentlichen Häufung von Nachrichten über Flugzeugabstürze das
gedankliche Schema "Fliegen" mit so großen Gefahrenmerkmalen
ausstatten, dass allein der Gedanke an das Fliegen bereits
massive körperliche Reaktionen erzeugt. Frühere Erfahrungen,
Fehlinterpretationen und Lern-Modelle sowie aktuelle Gedanken,
Gefühle und physiologische Zustände wirken somit bei der
Entstehung einer Angst- und Panikstörung zusammen.
Eine entscheidende und oft unterschätzte Einflussgröße ist die
Eigendynamik, die jede Angststörung erlangt. Fast immer geht die
Erkrankung mit massiven körperlichen Beschwerden einher, die
anfänglich gering sein können und bei ersten ärztlichen
Konsultationen mitunter nicht als Ausdruck einer beginnenden
Angststörung identifiziert werden. Diese Beschwerden können dann
mehr und mehr die Aufmerksamkeit des Betroffenen auf sich ziehen
und sich leicht verselbständigen.
Welche Psychotherapie ist wirksam?
Meist sind Angst- und Panikstörungen in
ein größeres Problemgeflecht eingebunden. Betroffene, die eine
längere Erkrankungsdauer oder vergebliche stationäre
Behandlungen hinter sich haben, befinden sich häufig bereits in
einer "Abwärtsspirale" aus Folgeproblemen einer jahrelang
unentdeckten oder falsch behandelten Angststörung, die
typischerweise lange Arbeitsunfähigkeit, berufliche
Einschränkungen, familiäre Konflikte, Alkohol- und
Medikamentenmissbrauch und depressive Entwicklungen bis zu
Suizidversuchen umfassen kann.
Es ist leider sehr selten, dass ein Klient bereits wenige Tage
oder Wochen nach dem Auftreten einer Angst- oder Panikstörung
die richtige Behandlung sucht bzw. erhält. In diesen Fällen
jedoch, in denen Betroffene bereits zu Beginn der Angst- und
Panik-Störung (z.B. nach dem ersten Panikanfall) einen
erfahrenen Psychotherapeuten aufsuchen, genügen oft fünf
Sitzungen mit kognitiver Verhaltenstherapie, um die Angst- und
Panikstörung zu beheben bzw. einen längeren Leidensweg und hohe
Kosten zu verhindern. Häufiger beginnt die Therapie leider erst
nach jahre- oder jahrzehntelangem Leidensweg, weil dem
Betroffenen keine kognitive Verhaltenstherapie und massierte
Reizkonfrontation angeboten wird, die nach Prof. Dr. D. Schulte
von der Ruhr-Universität "dem einzelnen
Patienten nachweislich mit größter Wahrscheinlichkeit helfen
würde" (Schulte
1992, S. 337).
Entgegen vielfachen überlebten Vorstellungen ist eine
Psychoanalyse nicht wirksam, betonen Prof. Dr. G. Côté und Prof.
Dr. David H. Barlow vom Zentrum für Stress- und
Angsterkrankungen der State University of New York: "psychoanalytische Therapie hat sich bei
Panikstörungen nicht als wirksam erwiesen" (Côté & Barlow 1993,
S. 163f.). Erfreulicherweise kann aber selbst bei langjährig
bestehenden Angst- und Panikstörungen durch kognitiv-behaviorale
Verfahren und Reizkonfrontation mit einer Erfolgsrate von "gut 90 %" geholfen werden. Das ist nach
Grawe u.a. (1994) die höchste
Erfolgsrate von allen bekannten Therapieverfahren: "Therapeuten, die dies - aus welchen Gründen auch
immer - nicht tun, legen ihren Patienten völlig unnötig ein
verlängertes oder nie endendes Leiden auf und verstossen, das
kann man heute so sagen, gegen die Regeln der Kunst" (S.
344). Betroffene, die von Ärzten und Psychotherapeuten trotz
dieser übereinstimmenden wissenschaftlichen Bewertung bei einer
Angst- und Panikstörung mit psychoanalytisch orientierter
Psychotherapie behandelt worden sind, sollten sich nicht
scheuen, wegen dieses eklatanten Kunstfehlers einen auf
Medizinrecht und Arzthaftung spezialisierten Rechtsanwalt zu
konsultieren.
Psychoanalyse führte fast zum Suizid
Ein typischer Brief eines Klienten nach nach nur 15
Stunden kognitiver Verhaltenstherapie am ABARIS Institut für
Psychotherapie, Stuttgart, illustriert die krassen
psychotherapeutischen Unterschiede:
"Als ich meine Therapie begann war ich
völlig am Ende. Die einzige Lösung für das Ende meiner
permanenten Angst, zu dieser Zeit gab es fast keinen Moment
mehr ohne sie, schien der Selbstmord. Als letzten Versuch,
der aber eigentlich nur noch klären sollte, wieso es soweit
kommen konnte, suchte ich einen Hypnotherapeuten auf. Nie
hätte ich gedacht, daß ich dort erfahren würde, daß meine
Angst eine behandelbare Phobie ist. Schließlich hatte man
mir in 40 Stunden Psychoanalyse beigebracht, daß ich in der
Vergangenheit mehr schlechte als gute Erfahrungen und mehr
Probleme als Lösungen erlebt hatte. Somit hielt ich mich als
Totalversager, der, wenn überhaupt noch möglich, als Wrack
durch das Leben gehen sollte. Und das wollte ich nicht. Also
begann ich die Therapie auch sehr skeptisch.
Als Klärung vor dem Ende [...]
Nach ca. 5 Monaten und 15 Therapiestunden,
die allesamt auch noch Spaß gemacht haben, habe ich es
geschafft, eine neue Sicht der Dinge zu gewinnen. Dadurch
kann ich, besser als die 22 Jahre vor Beginn der Erkrankung,
leichter mit Ängsten und Problemen umgehen. Daß ich vier
Jahre meines Lebens unter permanenter Angst gelitten habe,
und ich dabei viel verloren habe, ist zwar ein hoher Preis,
aber heute bin ich froh, diese Erfahrung gemacht zu haben.
[...]"
|
Entsprechend dem individuellen Problemgefüge jedes
Betroffenen werden verschiedene hocheffiziente
verhaltenstherapeutische und kognitive Techniken kombiniert.
Neben Techniken zur Angst- und Panikbehandlung sowie der
massierten Reizkonfrontation werden beispielsweise kognitiv-behaviorale, rational-emotive oder hypnotherapeutische
Verfahren zur Behandlung von Depressionen oder
Abhängigkeitsproblemen angewandt. Da die Erkrankung oft in einem
konkreten Beziehungsfeld verfestigt ist, können zudem Techniken
der kognitiven Paar- und Familientherapie eingesetzt werden.
Ebenso kann es bei einer sozialen Phobie erforderlich sein,
separat Problemlösefähigkeiten und Sozialkompetenz zu
trainieren. Das kann individuell oder in speziellen
Therapiegruppen erfolgen. Moderne audio-visuelle Techniken
(Video-Feedback u.a.) können diesen Prozess unterstützen.
Ambulante Psychotherapie oder psychosomatische Klinik?
Mitunter wird die Frage gestellt, ob es
sinnvoll ist, in eine psychiatrische, psychosomatische,
psychotherapeutische Klinik zu gehen. Oft entsteht diese Frage
aus der vom gegenwärtig existierenden Gesundheitssystem
geförderten Erwartung, in einer Klinik die intensivere
Behandlung zu erfahren. Das mag für chirurgische Eingriffe
zutreffen. Bei psychischen und Verhaltensproblemen, deren
wirksame Behandlung die Verbindung der aktiven Veränderung
gedanklicher Verhaltensschemata mit dem praktischen Training in
den realen Problemsituationen des Klienten unbedingt erfordert,
ist regelmäßig eine Klinikbehandlung ohne Vorteil gegenüber
einer spezialisierten ambulanten Behandlung. Im Gegenteil:
Regelmäßig verursacht eine Klinikbehandlung unnötig ein
Vielfaches an Kosten und verfestigt nicht selten die Störungen
(vgl. z.B. den Bericht "Der nackte Kaiser").
In bezug auf die wirtschaftlichen Vorteile einer im konkreten
Lebensraum der Patienten ausgeführten massierten
Reizkonfrontation gegenüber einer teureren Klinikbehandlung
führen
Grawe u.a. (S. 343) aus: "Während Agoraphobien ... noch vor dreißig Jahren zu
den sehr schwer behandelbaren Störungen zählten und Patienten
mit diesen Störungen in grosser Zahl die psychiatrischen
Kliniken bevölkerten, hat sich das Bild heute drastisch
gewandelt. Patienten mit solchen Störungen haben heute eine eher
günstige Prognose, und dies ist fast gänzlich den
Reizkonfrontationstherapien zu verdanken."
Ambulante kognitive Psychotherapie (Verhaltenstherapie) ist unschlagbar günstig
Stellvertretend für viele verdeutlicht dies ein
Klienten-Brief nach Abschluss der ambulanten kognitiven
Verhaltenstherapie am ABARIS Institut für Psychotherapie:
"Der Zeitaufwand und die Kosten, die ich
hatte, waren minimal im Vergleich zu dem Gewinn an
Lebensqualität. Heute kann ich jedes Verkehrsmittel und
Aufzüge angstfrei benutzen, habe keine Angst mehr vor
Untersuchungen und zahnärztlichen Behandlungen. Jetzt fühle
ich mich endlich wieder frei und nicht mehr als Gefangener
meiner Ängste. Dafür möchte ich mich bei Ihnen von ganzem
Herzen bedanken. Ich hätte nie gedacht, daß mir in so kurzer
Zeit (etwa 2 ½ Monate) geholfen werden kann, da ich mich für
einen schwierigen Fall hielt...".
|
Leider ist die Nutzung wirksamer Psychotherapie durch viele
hemmende gesellschaftliche, institutionelle und wirtschaftliche
Rahmenbedingungen bzw. Interessen auch heute noch eher die
Ausnahme. Grawe u.a. lassen keinen Zweifel: "Der
die Gemeinschaft am teuersten zu stehen kommende Umgang mit
psychischen Störungen ist der gegenwärtige. Die Nicht-Nutzung
der besten bestehenden Behandlungsmöglichkeiten führt zu den
größten Kosten, nicht deren Nutzung" (S. 681).
Zwei sehr unterschiedliche Therapiebeispiele, wie mit typischen
Angst- und Panikstörungen im gegenwärtigen Gesundheitssystem
umgegangen wird, mögen dies illustrieren.
Psychiatrische oder akademische Karriere?
Ein 24jähriger Student hatte seit 1988 in wechselndem
Maße klare phobische Symptome, die als solche nicht erkannt
und behandelt, sondern mit Diagnosen wie "Psychose
im Rahmen einer wahnhaften Störung" oder "Hypochondrische Störung" belegt wurden.
In der Folge verbrachte der Klient in zwei psychosomatischen
und psychiatrischen Kliniken insgesamt fünf Monate seines
Lebens und hatte in einer psychoanalytisch orientierten
Nervenarztpraxis psychotherapeutische Gespräche, die seinen
Zustand verschlimmerten, wurde unnötigerweise mit
Medikamenten behandelt und verursachte durch seine
exzessiven Bemühungen um diagnostische Klärung seiner
Beschwerden immense Kosten. Diese Zeit schilderte er
folgendermaßen: "Das Leben lief an mir
vorbei, nur noch meine panischen Ängste standen im
Vordergrund. Die Lust auf Freizeitgestaltung wie sonst
üblich, Interesse am Studium und dem Alltag ging verloren.
Irgendwann war ich nicht mehr in der Lage, die alltäglichen
Dinge des Lebens zu bewältigen."
Leider erst in diesem Zustand gelangte der Klient in die
verhaltenstherapeutische Behandlung des ABARIS Institutes
für Psychotherapie in Stuttgart, war aber dann nach
insgesamt nur 24 Sitzungsstunden kognitiver Therapie (in 6
Monaten) nach seiner Aussage wiederhergestellt "wie vor der Erkrankung" und absolvierte
seinen Studienabschluss mit der Note 1.
|
Und die seltene positive Ausnahme:
Grosse Ausnahme: Kundiger Nervenarzt
Eine 35jährige Sekretärin gelangte nach einer
langjährigen schleichenden phobischen Entwicklung, die im
November 1993 erstmals in Panikanfälle mündete, durch einen
aufmerksamen Arzt bereits wenige Wochen später in die
verhaltenstherapeutische Behandlung des ABARIS Institutes.
Nach insgesamt nur fünf Sitzungsstunden kognitiver
Vorbereitung und einer vierstündigen Reizkonfrontation in
ihrer individuellen Problemsituation außerhalb des
Institutes vermochte sie diese ohne Angst zu bewältigen und
konnte ihre Behandlung (nach zwei Wochen) erfolgreich
beenden.
|
Neben dem Kostenaspekt spricht jedoch auch der entscheidende
therapeutische Vorteil des konkreten Lebens- und Problemraumes
des Patienten für eine konsequente ambulante Psychotherapie.
Luchmann (1994a) weist
eindringlich auf die aus dem Vorhandensein der Kliniken
resultierenden falschen Erwartungen hin: "Die
weltweit beispiellos hohe Zahl von stationären
Psychotherapieplätzen in Deutschland kostet extreme Summen und
ist keinesfalls wirtschaftlich. Wenn Patienten sich nach
mehrwöchigen und mehrmonatigen Aufenthalten in psychosomatischen
/ psychotherapeutischen Kliniken dem ambulanten Behandler in
ihrem realen Lebensumfeld sehr rasch wieder mit all ihren
Symptomen präsentieren, so sind die Klinikkosten eher einem
lebensfernen 'Glashauseffekt' denn einer wirksamen Behandlung
zugeflossen." (S. 238)
Auch gegenüber den bei anderen Erkrankungen durchaus nützlichen
Selbsthilfegruppen ist bei Angst- und Panikstörungen äußerste
Zurückhaltung angebracht. Auf den zweiten Blick zeigt sich
regelmäßig, dass eine Selbsthilfegruppe eher zur Chronifizierung
der Erkrankung beiträgt: Das "Schmoren im eigenen Saft"
kultiviert häufig die Probleme und der wechselseitige Zuspruch
innerhalb der Gruppe (wenn er denn tatsächlich vorhanden ist)
deckt die Veränderungsbereitschaft eher zu. Eine effiziente
Behandlung unter der Leitung eines erfahrenen Psychotherapeuten
ist stets der bessere und raschere Weg zum Erfolg.
Psychotherapie mit oder ohne Medikamente?
Die Versuchung, ein Problem durch ein
Medikament zu lösen, ist relativ groß, denn im Verständnis
vieler Betroffener (und deren Behandler) erscheint dies als der
einfachste Weg. Tatsächlich haben Medikamente viele Krankheiten
heilbar oder zumindest erträglich gemacht. Aber nicht immer ist
eine Medikation wirklich eine sinnvolle oder dauerhafte Lösung.
Bei psychotherapeutisch behandelbaren Störungen wie Angst- und
Panikreaktionen sind Medikamente in aller Regel kontraindiziert
und behindern den Erfolg.
Bei Angst- und Panikstörungen empfiehlt sich nach dem heutigen
Stand der Forschung statt einer Medikation klar eine
psychologische Therapie. Dr. Heribert Unland und Prof. Dr.
Hans-Ulrich Wittchen vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie
fassen die internationalen Erfahrungen zusammen und stellen
fest: "Die klinischen Besserungsraten liegen
am höchsten für kognitive Therapieverfahren, sowie am
niedrigsten für Beta-Blocker, niedrigpotente Benzodiazepine und
die Programmierte Praxis. Die Rückfallraten sind mit Ausnahme
der trizyklischen Antidepressiva bei allen pharmakologischen
Strategien sehr hoch, bei psychologischen Strategien sehr
niedrig" (Unland
& Wittchen, 1994, S. 21). "Insgesamt",
so schreiben die Forscher weiter, "kann es so
nicht überraschen, daß im Effektivitätsindex die Überlegenheit
der kognitiv-behavioralen Verfahren und der Exposure-Verfahren
deutlich ausfällt".
Auch die Drop-out-Rate (Abbruch-Rate) ist bei pharmakologischen
Strategien sehr hoch und "bei den
nebenwirkungsintensiveren trizyklischen Antidepressiva und
MAO-Hemmern am höchsten. Dieser Effekt zeigt sich im übrigen
auch dann noch, wenn in der jeweiligen Studie versucht wurde,
mit kognitiven Methoden die Problematik der unangenehmen
Nebenwirkungen zu reduzieren" (Unland & Wittchen, 1994, S. 21).
Noch klarer weist Prof. Dr. med. Isaac Marks vom angesehenen
Londoner Institute of Psychiatry und Bethlem-Maudsley Hospital
auf die vielfältigen Nachteile einer Medikation hin.
Durch die Eigenschaft des Gehirns, Wissen und Erfahrungen
zustandsabhängig zu lernen bzw. zu speichern, wird der erstrebte
langfristige Kompetenz-Erwerb der Patienten blockiert: "Das heißt, daß Patienten das, was sie unter einer
Medikation gelernt haben, nicht in den medikamentenfreien
Zustand übertragen können, nachdem die Therapie beendet ist"
(Marks, 1994,
S. 21). Des weiteren wird der Erwerb von Selbstkontrolle
behindert. "Patienten, die ihre Fortschritte
[...] auf ihre Medikation zurückführten,
hatten hauptsächlich Rückfälle" (ebd.).
Wie sieht der Behandlungsablauf aus?
Das primäre Ziel der Behandlung ist es,
die aufrechterhaltenden Bedingungen der Störung zu verändern,
d.h. den Teufelskreis von Vermeidungsverhalten und
Aufrechterhaltung der Angst zu durchbrechen. In dem aus vier
Abschnitten bestehenden Behandlungsablauf wird schrittweise die
Bewältigung der angstauslösenden Situationen vorbereitet und
durchgeführt.
Nach einer gründlichen diagnostischen und therapeutischen
Vorbereitung, in der gemeinsam mit den Betroffenen alle
erforderlichen Informationen zusammengetragen werden und der
organisatorische Therapieablauf geplant wird [Abschnitt 1], wird
ein umfassendes Krankheitsmodell, Verständnis der Ursachen und
individuellen Zusammenhänge sowie der Therapieprinzipien
vermittelt [Abschnitt 2]. Die gründliche und intensive
gedankliche (kognitive) Vorbereitung und mentale
Umstrukturierung der angstbesetzten Problembereiche ist eine
unverzichtbare Voraussetzung für den Therapieerfolg. Eine
stabile und vertrauensvolle Therapeut-Klient-Beziehung, die zu
diesem Zeitpunkt aufgebaut ist, stellt die Grundlage für die
selbständige Entscheidung des Klienten dar, die gemeinsam mit
dem Therapeuten in der Phase der kognitiven Vorbereitung
erarbeiteten Erkenntnisse praktisch umzusetzen.
Je nach Spezifik und Schweregrad ihrer Erkrankung lernen die
Betroffenen dann mit oder ohne Begleitung durch den Therapeuten
im Expositionstraining sich direkt ihren angstauslösenden
Situationen auszusetzen [Abschnitt 3]. Dies erfolgt realitätsnah
in der für die Klienten individuell relevanten "natürlichen"
Umgebung, z.B. auf der Autobahn, beim Einkaufen, im Restaurant,
auf Türmen oder im Flugzeug. Hierbei machen sie die Erfahrung,
dass sie innerhalb weniger Tage oder Stunden ohne Flucht oder
Vermeidung ihre Angst überwinden und an den bislang gefürchteten
Dingen sogar Spaß gewinnen können.
In einer sorgfältigen therapeutischen Nachbereitung werden die
sehr intensiven Lernerfahrungen ausgewertet und der
Therapieerfolg mit einer effizienten Rückfallprophylaxe
dauerhaft gefestigt [Abschnitt 4]. Hierbei führen die Klienten
ihr Training noch selbständig weiter und vertiefen es. Selbst in
schweren Fällen oder bei Klienten, die wenig Zeit haben, genügen
nach den vorbereitenden Sitzungen für die Exposition im Block
zwei oder drei Tage.
Die meisten Klienten können sich anfangs kaum vorstellen, wie
ein derart kurzes Intensiv-Programm wirksam ist. Trotz der
scheinbaren Einfachheit des Grundprinzips, sich den
angstbesetzten Situationen und Wahrnehmungen auszusetzen,
erfordert eine erfolgreiche Behandlung ein beträchtliches Maß an
fachlicher Kompetenz und Erfahrung. Ein nicht fachgerechter
Behandlungsversuch (z.B. Selbstversuch) kann zur Verstärkung der
Angst- und Panikstörung führen! Auch ein Abbrechen der
Reizkonfrontation durch den Patienten kann die Angst- und
Panikstörung verstärken, weshalb eine solche Behandlung
unbedingt in die Hände eines Psychotherapeuten gehört und nicht
von Familienangehörigen oder Selbsthilfegruppen geleistet werden
kann. Veränderung und Erfolg werden bei Angst- und
Panikstörungen vor allem durch die therapeutisch geführte,
überwältigende neue Lern-Erfahrung bewirkt.
Ein Beispiel zeigt das Vorgehen bei der Block-Therapie eines
Agoraphobikers mit drei Tagen Übung (Reizkonfrontation).
Am Scheideweg: Frührentner oder erfolgreicher Unternehmer?
Ein 36jähriger Unternehmer litt seit seiner Jugend an
einer zunehmenden Agoraphobie und Herzangst, die ihn zuletzt
sogar daran hinderte, zum Bäcker um die Ecke zu gehen. Die
massivsten Ängste bestanden vor Höhen, Tunnels und vor dem
Fliegen (obwohl noch nie geflogen). Nach einer gründlichen
Diagnostik, kognitiven Vorbereitung, mentalen
Umstrukturierung und Therapieplanung wurde für die
Reizkonfrontation ein Drei-Tages-Programm zusammengestellt,
das alle wesentlichen Übungssituationen des Klienten
beinhaltete: Fahrt zum Fughafen mit separatem PKW,
gemeinsames Einchecken mit dem Therapeuten und Flug nach New
York, Hotel-Check-In und Übernachtung in New Yorks
höchstgelegenem Einzelzimmer, Besteigen der Freiheitsstatue
und Essen mit und ohne Therapeuten, Fahrten mit U-Bahn, Bus
und Seilbahn, Besuch der Börse an der Wall Street, des World
Trade Center mit senkrechtem Blick 420 m tief in die
Straßenschluchten, Helikopter-Rundflug über Manhattan
zunächst mit und dann ohne Therapeuten,
Mietwagentagesrundfahrt nach Philadelphia und Bummel an der
Atlantikküste, alleinigem Einkaufen u.s.w.
Trotz anfänglich großer Ängste bewältigte
der Klient in einem Block unter therapeutischer Führung alle
Situationen und erlangte die erforderlichen eigenen konkrete
Erkenntnisse und Erfahrung, die es ihm ermöglichten, seine
Ängste abzulegen. Er veränderte sein Leben grundlegend,
unternahm Reisen und hatte zunehmend beruflich Erfolg. Auch
in seinem vergleichsweise aufwendigen therapeutischen
Vorgehen kostete seine Behandlung nur knapp 10.000,00 DM.
Sie dauerte trotz der bereits 15 Jahre bestehenden
Erkrankung aufgrund der intensiven Blocktherapie insgesamt
nur wenige Wochen. Ohne diese Behandlung hätte die Angst für
sein mittelständisches Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern
zerstörerisch werden können.
|
| |
|
|
 |
 |
Mentale Fitness in allen Lebenslagen
Das ABARIS® Institut für Psychotherapie in
Stuttgart als Topadresse für Manager.
Angst im Flugzeug oder im U-Boot? Alles kein Problem
für die Stuttgarter Angstambulanz.
Lesen Sie hier
weiter.
|
 |
|
|
|
Natürlich kann auf diese Weise und mit vielen anderen Zielorten
ebenso eine Klienten-Gruppe ihre Ängste rasch, dauerhaft und in
Anbetracht der Kosten eines unzweckmäßigen mehrmonatigen
Klinikaufenthaltes oder vielstündiger Gespräche zum
Discountpreis löschen. Aber es muss ja nicht immer New York
sein.
Fast alle ABARIS-Klienten werden durch die intensive kognitive
Vorbereitung befähigt, ihre Probleme mit geringem Aufwand selbst
zu lösen.
Verwunderung über Verhaltenstherapie-Erfolg ist die Regel
So schrieb zum Beispiel ein Klient nach einer nur 9
Stunden umfassenden Therapie am ABARIS Institut Stuttgart:
"Nach einer fast 20jährigen Behandlung von
verschiedenen Ärzten bin ich sehr überrascht, daß man eine
so simple Sache wie Angst- oder Panikzustände in wenigen
Stunden aus der Welt schaffen kann".
|
Ob diese Ärzte "nach einer fast 20jährigen Behandlung", die
wohl eher als "Misshandlung" imponiert, durch das unnötige
Leiden des Patienten wenigstens ihren
Porsche oder ihr Bauherrenmodell abzuzahlen vermochten? Wir
werden es nicht erfahren. Tatsache ist, dass bei Angst- und
Panikstörungen heute niemand mehr als durchschnittlich 15
Stunden Psychotherapie benötigt, wenn er qualifiziert mit
kognitiver Verhaltenstherapie behandelt wird.
Côté, G.; Barlow, D. H. (1993). Effective
psychological treatment of panic disorder. In T. R. Giles
(Hrsg.), Handbook of effective psychotherapy. New York: Plenum
Press, 151-169.
Grawe, K.; Donati, R.; Bernauer, F. (1994).
Psychotherapie im Wandel - von der Konfession zur Profession.
Göttingen: Hogrefe.
Luchmann, D. G. (1994a). Heilkunst ohne
Gebetbuch: Empirische Psychologische Therapie.
Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis, 26, 231-241.
Marks, I. (1994). Behavior therapy as an aid to self-care.
Current Directions in Psychological Science, 3, 19-22.
Schulte, D. (1992). Reizkonfrontation: Standardtherapie nur für
Standardpatienten? Verhaltenstherapie, 2, 335-338.
Unland, H.; Wittchen, H.-U. (1994). Psychotherapie bei
Panikstörungen und Agoraphobie: Sind kognitiv-behaviorale
Verfahren wirklich überlegen? Report Psychologie, 19.2, 18-31.
|