World Health Organization - WHO
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information - DIMDIICD-10
Internationale Klassifikation der Krankheiten
10. Revision
Kapitel V
Psychische und Verhaltensstörungen
( F00-F99 )
Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend
( F90-F98 )
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| F90.- |
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Hyperkinetische Störungen |
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Diese Gruppe von Störungen ist
charakterisiert durch einen frühen Beginn, meist in den ersten fünf Lebensjahren, einen
Mangel an Ausdauer bei Beschäftigungen, die kognitiven Einsatz verlangen, und eine
Tendenz, von einer Tätigkeit zu einer anderen zu wechseln, ohne etwas zu Ende zu bringen;
hinzu kommt eine desorganisierte, mangelhaft regulierte und überschießende Aktivität.
Verschiedene andere Auffälligkeiten können zusätzlich vorliegen. Hyperkinetische Kinder
sind oft achtlos und impulsiv, neigen zu Unfällen und werden oft bestraft, weil sie eher
aus Unachtsamkeit als vorsätzlich Regeln verletzen. Ihre Beziehung zu Erwachsenen ist oft
von einer Distanzstörung und einem Mangel an normaler Vorsicht und Zurückhaltung geprägt.
Bei anderen Kindern sind sie unbeliebt und können isoliert sein. Beeinträchtigung
kognitiver Funktionen ist häufig, spezifische Verzögerungen der motorischen und
sprachlichen Entwicklung kommen überproportional oft vor. Sekundäre Komplikationen sind
dissoziales Verhalten und niedriges Selbstwertgefühl. |
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Exkl.: |
Affektive Störungen (
F30-F39 )
Angststörungen ( F41.- ,
F93.0 )
Schizophrenie ( F20.- )
Tiefgreifende Entwicklungsstörungen (
F84.- )
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| F90.0 |
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Einfache Aktivitäts- und
Aufmerksamkeitsstörung |
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Aufmerksamkeitsdefizit bei:
· hyperaktivem Syndrom
· Hyperaktivitätsstörung
· Störung mit Hyperaktivität
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Exkl.: |
Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens
( F90.1 )
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| F90.1 |
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Hyperkinetische Störung des
Sozialverhaltens |
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Hyperkinetische Störung verbunden mit Störung
des Sozialverhaltens
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| F90.8 |
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Sonstige hyperkinetische Störungen
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| F90.9 |
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Hyperkinetische Störung, nicht näher
bezeichnet |
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Hyperkinetische Reaktion der Kindheit oder des
Jugendalters o.n.A.
Hyperkinetisches Syndrom o.n.A.
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| F91.- |
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Störungen des Sozialverhaltens |
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Störungen des Sozialverhaltens
sind durch ein sich wiederholendes und anhaltendes Muster dissozialen, aggressiven und
aufsässigen Verhaltens charakterisiert. Dieses Verhalten übersteigt mit seinen gröberen
Verletzungen die altersentsprechenden sozialen Erwartungen. Es ist also schwerwiegender
als gewöhnlicher kindischer Unfug oder jugendliche Aufmüpfigkeit. Das anhaltende
Verhaltensmuster muß mindestens sechs Monate oder länger bestanden haben. Störungen des
Sozialverhaltens können auch bei anderen psychiatrischen Krankheiten auftreten, in diesen
Fällen ist die zugrundeliegende Diagnose zu verwenden.
Beispiele für Verhaltensweisen, welche diese Diagnose begründen, umfassen ein extremes Maß
an Streiten oder Tyrannisieren, Grausamkeit gegenüber anderen Personen oder Tieren,
erhebliche Destruktivität gegenüber Eigentum, Feuerlegen, Stehlen, häufiges Lügen,
Schulschwänzen oder Weglaufen von zu Hause, ungewöhnlich häufige und schwere Wutausbrüche
und Ungehorsam. Jedes dieser Beispiele ist bei erheblicher Ausprägung ausreichend für die
Diagnose, nicht aber nur isolierte dissoziale Handlungen.
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Exkl.: |
Affektive Störungen (
F30-F39 )
Kombination mit emotionalen Störungen ( F92.-
)
Kombination mit hyperkinetischen Störungen (
F90.1 )
Schizophrenie ( F20.- )
Tiefgreifende Entwicklungsstörungen (
F84.- )
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| F91.0 |
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Auf den familiären Rahmen beschränkte Störung
des Sozialverhaltens |
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Diese Verhaltensstörung umfaßt
dissoziales oder aggressives Verhalten (und nicht nur oppositionelles, aufsässiges oder
trotziges Verhalten), das vollständig oder fast völlig auf den häuslichen Rahmen oder auf
Interaktionen mit Mitgliedern der Kernfamilie oder der unmittelbaren Lebensgemeinschaft
beschränkt ist. Für die Störung müssen die allgemeinen Kriterien für F91.- erfüllt sein.
Schwer gestörte Eltern-Kind-Beziehungen sind für die Diagnose allein nicht ausreichend.
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| F91.1 |
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Störung des Sozialverhaltens bei fehlenden
sozialen Bindungen |
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Diese Störung ist
charakterisiert durch die Kombination von andauerndem dissozialen oder aggressiven
Verhalten, das die allgemeinen Kriterien für F91.- erfüllt und nicht nur oppositionelles,
aufsässiges und trotziges Verhalten umfaßt, mit deutlichen und tiefgreifenden Abweichungen
der Beziehungen des Betroffenen zu anderen Kindern. |
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Nichtsozialisierte aggressive Störung
Störung des Sozialverhaltens, nur aggressiver Typ
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| F91.2 |
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Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen
sozialen Bindungen |
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Dieses Störung beinhaltet
andauerndes dissoziales oder aggressives Verhalten, das die allgemeinen Kriterien für
F91.- erfüllt und nicht nur oppositionelles, aufsässiges und trotziges Verhalten umfaßt,
und bei Kindern auftritt, die allgemein gut in ihrer Altersgruppe eingebunden sind. |
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Gemeinsames Stehlen
Gruppendelinquenz
Schulschwänzen
Störung des Sozialverhaltens in der Gruppe
Vergehen im Rahmen einer Bandenmitgliedschaft
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| F91.3 |
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Störung des Sozialverhaltens mit
oppositionellem, aufsässigem Verhalten |
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Diese Verhaltensstörung tritt
gewöhnlich bei jüngeren Kindern auf und ist in erster Linie durch deutlich aufsässiges,
ungehorsames Verhalten charakterisiert, ohne delinquente Handlungen oder schwere Formen
aggressiven oder dissozialen Verhaltens. Für diese Störung müssen die allgemeinen
Kriterien für F91.- erfüllt sein: deutlich übermütiges oder ungezogenes Verhalten allein
reicht für die Diagnosenstellung nicht aus. Vorsicht beim Stellen dieser Diagnose ist vor
allem bei älteren Kindern geboten, bei denen klinisch bedeutsame Störungen des
Sozialverhaltens meist mit dissozialem oder aggressivem Verhalten einhergehen, das über
Aufsässigkeit, Ungehorsam oder Trotz hinausgeht.
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| F91.8 |
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Sonstige Störungen des Sozialverhaltens
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| F91.9 |
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Störung des Sozialverhaltens, nicht näher
bezeichnet |
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Kindheit:
· Störung des Sozialverhaltens o.n.A.
· Verhaltensstörung o.n.A.
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| F92.- |
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Kombinierte Störung des
Sozialverhaltens und der Emotionen |
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Diese Gruppe von Störungen ist
durch die Kombination von anhaltendem aggressiven, dissozialen oder aufsässigen Verhalten
charakterisiert mit offensichtlichen und eindeutigen Symptomen von Depression, Angst oder
anderen emotionalen Störungen. Sowohl die Kriterien für Störungen des Sozialverhaltens im
Kindesalter (F91.-) als auch für emotionale Störungen des Kindesalters (F93.-) bzw. für
eine erwachsenentypische neurotische Störung (F40-F49) oder eine affektive Störung
(F30-F39) müssen erfüllt sein.
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| F92.0 |
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Störung des Sozialverhaltens mit depressiver
Störung |
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Diese Kategorie verlangt die
Kombination einer Störung des Sozialverhaltens (F91.-) mit andauernder und deutlich
depressiver Verstimmung (F32.-), die sich in auffälligem Leiden, Interessenverlust,
mangelndem Vergnügen an alltäglichen Aktivitäten, Schulderleben und Hoffnungslosigkeit
zeigt. Schlafstörungen und Appetitlosigkeit können gleichfalls vorhanden sein. |
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Störung des Sozialverhaltens (F91.-) mit
depressiver Störung (F32.-)
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| F92.8 |
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Sonstige kombinierte Störung des
Sozialverhaltens und der Emotionen |
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Diese Kategorie verlangt die
Kombination einer Störung des Sozialverhaltens (F91.-) mit andauernden und deutlichen
emotionalen Symptomen wie Angst, Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen, Depersonalisation
oder Derealisation, Phobien oder Hypochondrie. |
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Störungen des Sozialverhaltens (F91.-) mit:
· emotionaler Störung (F93.-)
· neurotischer Störung (F40-F49)
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| F92.9 |
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Kombinierte Störung des Sozialverhaltens und
der Emotionen, nicht näher bezeichnet |
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| F93.- |
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Emotionale Störungen des
Kindesalters |
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Diese stellen in erster Linie
Verstärkungen normaler Entwicklungstrends dar und weniger eigenständige, qualitativ
abnorme Phänomene. Die Entwicklungsbezogenheit ist das diagnostische Schlüsselmerkmal für
die Unterscheidung der emotionalen Störungen mit Beginn in der Kindheit (F93.-) von den
neurotischen Störungen (F40-F48). |
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Exkl.: |
Wenn mit einer Störung des Sozialverhaltens
verbunden ( F92.- )
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| F93.0 |
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Emotionale Störung mit Trennungsangst des
Kindesalters |
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Eine Störung mit Trennungsangst
soll nur dann diagnostiziert werden, wenn die Furcht vor Trennung den Kern der Angst
darstellt und wenn eine solche Angst erstmals während der frühen Kindheit auftrat. Sie
unterscheidet sich von normaler Trennungsangst durch eine unübliche Ausprägung, eine
abnorme Dauer über die typische Altersstufe hinaus und durch deutliche Probleme in
sozialen Funktionen. |
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Exkl.: |
Affektive Störungen (
F30-F39 )
Neurotische Störungen ( F40-F48
)
Phobische Störung des Kindesalters ( F93.1
)
Störung mit sozialer Überempfindlichkeit des Kindesalters (
F93.2 )
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| F93.1 |
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Phobische Störung des Kindesalters |
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Es handelt sich um Befürchtungen
in der Kindheit, die eine deutliche Spezifität für die entsprechenden Entwicklungsphasen
aufweisen und in einem gewissen Ausmaß bei der Mehrzahl der Kinder auftreten, hier aber in
einer besonderen Ausprägung. Andere in der Kindheit auftretende Befürchtungen, die nicht
normaler Bestandteil der psychosozialen Entwicklung sind, wie z.B. die Agoraphobie sind
unter der entsprechenden Kategorie in Abschnitt F40-F48 zu klassifizieren. |
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Exkl.: |
Generalisierte Angststörung (
F41.1 )
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| F93.2 |
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Störung mit sozialer Ängstlichkeit des
Kindesalters |
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Bei dieser Störung besteht ein
Mißtrauen gegenüber Fremden und soziale Besorgnis oder Angst, in neuen, fremden oder
sozial bedrohlichen Situationen. Diese Kategorie sollte nur verwendet werden, wenn solche
Ängste in der frühen Kindheit auftreten und sie ungewöhnlich stark ausgeprägt sind und zu
deutlichen Problemen in der sozialen Funktionsfähigkeit führen. |
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Vermeidende Störung in der Kindheit und Jugend
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| F93.3 |
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Emotionale Störung mit Geschwisterrivalität |
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Die Mehrzahl junger Kinder zeigt
gewöhnlich ein gewisses Ausmaß emotionaler Störungen nach der Geburt eines unmittelbar
nachfolgenden jüngeren Geschwisters. Eine emotionale Störung mit Geschwisterrivalität soll
nur dann diagnostiziert werden, wenn sowohl das Ausmaß als auch die Dauer der Störung
übermäßig ausgeprägt sind und mit Störungen der sozialen Interaktionen einhergehen. |
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Geschwistereifersucht
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| F93.8 |
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Sonstige emotionale Störungen des
Kindesalters |
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Identitätsstörung
Störung mit Überängstlichkeit
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Exkl.: |
Störung der Geschlechtsidentität des
Kindesalters ( F64.2 )
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| F93.9 |
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Emotionale Störung des Kindesalters, nicht
näher bezeichnet |
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| F94.- |
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Störungen sozialer Funktionen
mit Beginn in der Kindheit und Jugend |
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Es handelt sich um eine etwas
heterogene Gruppe von Störungen, mit Abweichungen in der sozialen Funktionsfähigkeit und
Beginn in der Entwicklungszeit. Anders als die tiefgreifenden Entwicklungsstörungen sind
sie jedoch nicht primär durch eine offensichtliche konstitutionelle soziale
Beeinträchtigung oder Defizite in allen Bereichen sozialer Funktionen charakterisiert. In
vielen Fällen spielen schwerwiegende Milieuschäden oder Deprivationen eine vermutlich
entscheidende Rolle in der Ätiologie.
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| F94.0 |
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Elektiver Mutismus |
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Dieser ist durch eine deutliche,
emotional bedingte Selektivität des Sprechens charakterisiert, so daß das Kind in einigen
Situationen spricht, in anderen definierbaren Situationen jedoch nicht. Diese Störung ist
üblicherweise mit besonderen Persönlichkeitsmerkmalen wie Sozialangst, Rückzug,
Empfindsamkeit oder Widerstand verbunden. |
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Selektiver Mutismus
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Exkl.: |
Passagerer Mutismus als Teil einer Störung mit
Trennungsangst bei jungen Kindern ( F93.0
)
Schizophrenie ( F20.- )
Tiefgreifende Entwicklungsstörungen (
F84.- )
Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache (
F80.- )
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| F94.1 |
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Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters |
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Diese tritt in den ersten fünf
Lebensjahren auf und ist durch anhaltende Auffälligkeiten im sozialen Beziehungsmuster des
Kindes charakterisiert. Diese sind von einer emotionalen Störung begleitet und reagieren
auf Wechsel in den Milieuverhältnissen. Die Symptome bestehen aus Furchtsamkeit und
Übervorsichtigkeit, eingeschränkten sozialen Interaktionen mit Gleichaltrigen, gegen sich
selbst oder andere gerichteten Aggressionen, Unglücklichsein und in einigen Fällen
Wachstumsverzögerung. Das Syndrom tritt wahrscheinlich als direkte Folge schwerer
elterlicher Vernachlässigung, Mißbrauch oder schwerer Mißhandlung auf. |
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Soll eine begleitende Gedeih- oder
Wachstumsstörung angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer zu benutzen. Im
Krankenhaus sollte diese Information immer verschlüsselt werden, wenn sie vorliegt. |
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Exkl.: |
Asperger-Syndrom (
F84.5 )
Bindungsstörung des Kindesalters mit Enthemmung (
F94.2 )
Mißbrauch von Personen (T74.-)
Normvariation im Muster der selektiven Bindung
Psychosoziale Probleme infolge von sexueller oder körperlicher Mißhandlung im Kindesalter
(Z61.4-Z61.6)
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| F94.2 |
|
Bindungsstörung des Kindesalters mit
Enthemmung |
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Ein spezifisches abnormes
soziales Funktionsmuster, das während der ersten fünf Lebensjahre auftritt mit einer
Tendenz, trotz deutlicher Änderungen in den Milieubedingungen zu persistieren. Dieses kann
z.B. in diffusem, nichtselektivem Bindungsverhalten bestehen, in aufmerksamkeitssuchendem
und wahllos freundlichem Verhalten und kaum modulierten Interaktionen mit Gleichaltrigen;
je nach Umständen kommen auch emotionale und Verhaltensstörungen vor. |
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Gefühlsarme Psychopathie
Hospitalismus
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Exkl.: |
Asperger-Syndrom (
F84.5 )
Hyperkinetische Störungen ( F90.- )
Leichter Hospitalismus bei Kindern (
F43.2 )
Reaktive Bindungsstörung des Kindesalters ( F94.1
)
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| F94.8 |
|
Sonstige Störungen sozialer Funktionen mit
Beginn in der Kindheit
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| F94.9 |
|
Störung sozialer Funktionen mit Beginn in der
Kindheit, nicht näher bezeichnet |
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| F95.- |
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Ticstörungen |
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Syndrome, bei denen das
vorwiegende Symptom ein Tic ist. Ein Tic ist eine unwillkürliche, rasche, wiederholte,
nichtrhythmische Bewegung meist umschriebener Muskelgruppen oder eine Lautproduktion, die
plötzlich einsetzt und keinem erkennbaren Zweck dient. Normalerweise werden Tics als nicht
willkürlich beeinflußbar erlebt, sie können jedoch meist für unterschiedlich lange
Zeiträume unterdrückt werden. Belastungen können sie verstärken, während des Schlafens
verschwinden sie. Häufige einfache motorische Tics sind Blinzeln, Kopfwerfen,
Schulterzucken und Grimassieren. Häufige einfache vokale Tics sind z.B. Räuspern, Bellen,
Schnüffeln und Zischen. Komplexe Tics sind Sich-selbst-schlagen sowie Springen und Hüpfen.
Komplexe vokale Tics sind die Wiederholung bestimmter Wörter und manchmal der Gebrauch
sozial unangebrachter, oft obszöner Wörter (Koprolalie) und die Wiederholung eigener Laute
oder Wörter (Palilalie).
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| F95.0 |
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Vorübergehende Ticstörung |
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Sie erfüllt die allgemeinen
Kriterien für eine Ticstörung, jedoch halten die Tics nicht länger als 12 Monate an. Die
Tics sind häufig Blinzeln, Grimassieren oder Kopfschütteln.
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| F95.1 |
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Chronische motorische oder vokale Ticstörung |
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|
Sie erfüllt die allgemeinen
Kriterien für eine Ticstörung, wobei motorische oder vokale Tics, jedoch nicht beide
zugleich, einzeln, meist jedoch multipel, auftreten und länger als ein Jahr andauern.
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| F95.2 |
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Kombinierte vokale und multiple motorische
Tics [Tourette-Syndrom] |
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Eine Form der Ticstörung, bei
der gegenwärtig oder in der Vergangenheit multiple motorische Tics und ein oder mehrere
vokale Tics vorgekommen sind, die aber nicht notwendigerweise gleichzeitig auftreten
müssen. Die Störung verschlechtert sich meist während der Adoleszenz und neigt dazu, bis
in das Erwachsenenalter anzuhalten. Die vokalen Tics sind häufig multipel mit explosiven
repetitiven Vokalisationen, Räuspern und Grunzen und Gebrauch von obszönen Wörtern oder
Phrasen. Manchmal besteht eine begleitende gestische Echopraxie, die ebenfalls obszöner
Natur sein kann (Kopropraxie).
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| F95.8 |
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Sonstige Ticstörungen
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| F95.9 |
|
Ticstörung, nicht näher bezeichnet |
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Tic o.n.A.
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| F98.- |
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Andere Verhaltens- und
emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend |
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Dieser heterogenen Gruppe von
Störungen ist der Beginn in der Kindheit gemeinsam, sonst unterscheiden sie sich jedoch in
vieler Hinsicht. Einige der Störungen repräsentieren gut definierte Syndrome, andere sind
jedoch nicht mehr als Symptomkomplexe, die hier aber wegen ihrer Häufigkeit und ihrer
sozialen Folgen und weil sie anderen Syndromen nicht zugeordnet werden können, aufgeführt
werden. |
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Exkl.: |
Emotional bedingte Schlafstörungen (
F51.- )
Geschlechtsidentitätsstörung des Kindesalters (
F64.2 )
Kleine-Levin-Syndrom (G47.8)
Perioden von Atemanhalten (R06.8)
Zwangsstörung ( F42.- )
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| F98.0 |
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Nichtorganische Enuresis |
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Diese Störung ist
charakterisiert durch unwillkürlichen Harnabgang am Tag und in der Nacht, untypisch für
das Entwicklungsalter. Sie ist nicht Folge einer mangelnden Blasenkontrolle aufgrund einer
neurologischen Krankheit, epileptischer Anfälle oder einer strukturellen Anomalie der
ableitenden Harnwege. Die Enuresis kann von Geburt an bestehen oder nach einer Periode
bereits erworbener Blasenkontrolle aufgetreten sein. Die Enuresis kann von einer schweren
emotionalen oder Verhaltensstörung begleitet werden. |
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Funktionelle Enuresis
Nichtorganische primäre oder sekundäre Enuresis
Nichtorganische Harninkontinenz
Psychogene Enuresis
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Exkl.: |
Enuresis o.n.A. (R32)
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| F98.1 |
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Nichtorganische Enkopresis |
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Wiederholtes willkürliches oder
unwillkürliches Absetzen von Faeces normaler oder fast normaler Konsistenz an Stellen, die
im soziokulturellen Umfeld des Betroffenen nicht dafür vorgesehen sind. Die Störung kann
eine abnorme Verlängerung der normalen infantilen Inkontinenz darstellen oder einen
Kontinenzverlust nach bereits vorhandener Darmkontrolle, oder es kann sich um ein
absichtliches Absetzen von Stuhl an dafür nicht vorgesehenen Stellen trotz normaler
physiologischer Darmkontrolle handeln. Das Zustandsbild kann als monosymptomatische
Störung auftreten oder als Teil einer umfassenderen Störung, besonders einer emotionalen
Störung (F93.-) oder einer Störung des Sozialverhaltens (F91.-). |
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Funktionelle Enkopresis
Nichtorganische Stuhlinkontinenz
Psychogene Enkopresis
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Soll die Ursache einer eventuell gleichzeitig
bestehenden Obstipation angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer zu
benutzen. Im Krankenhaus sollte diese Information immer verschlüsselt werden, wenn sie
vorliegt. |
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Exkl.: |
Enkopresis o.n.A. (R15)
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| F98.2 |
|
Fütterstörung im frühen
Kindesalter |
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Eine Fütterstörung mit
unterschiedlicher Symptomatik, die gewöhnlich für das Kleinkindalter und frühe Kindesalter
spezifisch ist. Im allgemeinen umfaßt die Nahrungsverweigerung extrem wählerisches
Eßverhalten bei angemessenem Nahrungsangebot und einer einigermaßen kompetenten
Betreuungsperson in Abwesenheit einer organischen Krankheit. Begleitend kann Rumination -
d.h. wiederholtes Heraufwürgen von Nahrung ohne Übelkeit oder eine gastrointestinale
Krankheit - vorhanden sein. |
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Rumination im Kleinkindalter
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Exkl.: |
Anorexia nervosa und andere Eßstörungen (
F50.- )
Fütterprobleme bei Neugeborenen (P92.-)
Fütterschwierigkeiten und Betreuungsfehler (R63.3)
Pica im Kleinkind- oder Kindesalter ( F98.3
)
|
| F98.3 |
|
Pica im Kindesalter |
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Anhaltender Verzehr nicht
eßbarer Substanzen wie Erde, Farbschnipsel usw.. Sie kann als eines von vielen Symptomen
einer umfassenderen psychischen Störung wie Autismus auftreten oder sie kann als relativ
isolierte psychopathologische Auffälligkeit vorkommen; nur das letztere wird hier kodiert.
Das Phänomen ist bei intelligenzgeminderten Kindern am häufigsten. Wenn eine solche
Intelligenzminderung vorliegt, ist als Hauptdiagnose eine Kodierung unter F70-F79 zu
verwenden.
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| F98.4 |
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Stereotype Bewegungsstörungen |
| |
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Willkürliche, wiederholte,
stereotype, nicht funktionale und oft rhythmische Bewegungen, die nicht Teil einer anderen
psychischen oder neurologischen Krankheit sind. Wenn solche Bewegungen als Symptome einer
anderen Störung vorkommen, soll nur die übergreifende Störung kodiert werden.
Nichtselbstbeschädigende Bewegungen sind z.B.: Körperschaukeln, Kopfschaukeln,
Haarezupfen, Haaredrehen, Fingerschnipsgewohnheiten und Händeklatschen. Stereotype
Selbstbeschädigungen sind z.B.: Wiederholtes Kopfanschlagen, Ins-Gesicht-schlagen,
In-die-Augen-bohren und Beißen in Hände, Lippen oder andere Körperpartien. Alle
stereotypen Bewegungsstörungen treten am häufigsten in Verbindung mit Intelligenzminderung
auf; wenn dies der Fall ist, sind beide Störungen zu kodieren.
Wenn das Bohren in den Augen bei einem Kind mit visueller Behinderung auftritt, soll
beides kodiert werden: das Bohren in den Augen mit F98.4 und die Sehstörung mit der
Kodierung der entsprechenden somatischen Störung.
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Stereotypie/abnorme Gewohnheit
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| |
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Exkl.: |
Abnorme unwillkürliche Bewegungen (R25.-)
Bewegungsstörungen organischer Ursache (G20-G25)
Daumenlutschen ( F98.8 )
Nägelbeißen ( F98.8 )
Nasebohren ( F98.8 )
Stereotypien als Teil einer umfassenderen psychischen Störung (
F00-F95 )
Ticstörungen ( F95.- )
Trichotillomanie ( F63.3 )
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| F98.5 |
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Stottern [Stammeln] |
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Hierbei ist das Sprechen durch
häufige Wiederholung oder Dehnung von Lauten, Silben oder Wörtern, oder durch häufiges
Zögern und Innehalten, das den rhythmischen Sprechfluß unterbricht, gekennzeichnet. Es
soll als Störung nur klassifiziert werden, wenn die Sprechflüssigkeit deutlich
beeinträchtigt ist. |
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Exkl.: |
Poltern (
F98.6 )
Ticstörungen ( F95.- )
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| F98.6 |
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Poltern |
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Eine hohe Sprechgeschwindigkeit
mit Störung der Sprechflüssigkeit, jedoch ohne Wiederholungen oder Zögern, von einem
Schweregrad, der zu einer beeinträchtigten Sprechverständlichkeit führt. Das Sprechen ist
unregelmäßig und unrhythmisch, mit schnellen, ruckartigen Anläufen, die gewöhnlich zu
einem fehlerhaften Satzmuster führen. |
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Exkl.: |
Stottern (
F98.5 )
Ticstörungen ( F95.-)
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| F98.8 |
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Sonstige näher bezeichnete Verhaltens- und
emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend |
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Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität
Daumenlutschen
Exzessive Masturbation
Nägelkauen
Nasebohren
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| F98.9 |
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Nicht näher bezeichnete Verhaltens- oder
emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend |
© 1992-2000 World Health Organization (WHO) / DIMDI.
Die Erstellung erfolgte unter Verwendung der Datenträger der amtlichen ICD-10-Fassung des
Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Veröffentlicht
durch die Weltgesundheitsorganisation unter dem Titel "International Statistical
Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Volumes 1-3". Für
Schäden, die durch Fehler bei der Herstellung bzw. Bearbeitung der amtlichen
deutschsprachigen Fassung der ICD10, des ICD-10-Diagnosenthesaurus, der
ICD-Überleitungstabelle haftet das DIMDI nur, soweit ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit
zur Last fällt. Es wird nur der Ersatz des unmittelbaren Schadens geschuldet.
Für PSYCHOTHERAPIE gilt der in den Nutzungsbedingungen beschriebene Haftungsausschluss.
Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 30.12.2001.
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