PSYCHOTHERAPIE - Zeitschrift zur Psychotherapie, Psychoanalyse & Verhaltenstherapie       ISSN 1616-3753 
PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753) - Herausgeber: Dietmar G. Luchmann, Dipl.-Psychologe & Psychotherapeut Denken lernen statt denken lassen - Kognitive Verhaltenstherapie hilft am besten Denken lernen statt denken lassen - Kognitive Verhaltenstherapie hilft am besten
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"Nach meiner ersten Panikattacke wurde ich in eine tiefenpsychologische Therapie geschickt. Da ich damals den Begriff Angst- und Panikstörung nicht kannte, bin ich brav dem Rat meines Arztes gefolgt. Um es kurz zu machen: die wöchentlichen Sitzungen waren die Hölle!..."


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  PSYCHOTHERAPIE > ICD-10

Zur DruckversionLeserbriefe
World Health Organization - WHO
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information - DIMDI

ICD-10
Internationale Klassifikation der Krankheiten
10. Revision

Kapitel V
Psychische und Verhaltensstörungen
( F00-F99 )

Entwicklungsstörungen
( F80-F89 )

Die in diesem Abschnitt zusammengefaßten Störungen haben folgende Gemeinsamkeiten:
  1. Beginn ausnahmslos im Kleinkindalter oder in der Kindheit;
  2. eine Entwicklungseinschränkung oder -verzögerung von Funktionen, die eng mit der biologischen Reifung des Zentralnervensystems verknüpft sind;
  3. stetiger Verlauf ohne Remissionen und Rezidive.
In den meisten Fällen sind unter anderem die Sprache, die visuellräumlichen Fertigkeiten und die Bewegungskoordination betroffen. In der Regel bestand die Verzögerung oder Schwäche vom frühestmöglichen Erkennungszeitpunkt an. Mit dem Älterwerden der Kinder vermindern sich die Störungen zunehmend, wenn auch geringere Defizite oft im Erwachsenenalter zurückbleiben.

 

                 
F80.-   Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache
    Es handelt sich um Störungen, bei denen die normalen Muster des Spracherwerbs von frühen Entwicklungsstadien an beeinträchtigt sind. Die Störungen können nicht direkt neurologischen Störungen oder Veränderungen des Sprachablaufs, sensorischen Beeinträchtigungen, Intelligenzminderung oder Umweltfaktoren zugeordnet werden. Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache ziehen oft sekundäre Folgen nach sich, wie Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben, Störungen im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen, im emotionalen und Verhaltensbereich.

F80.0   Artikulationsstörung
    Eine umschriebene Entwicklungsstörung, bei der die Artikulation des Kindes unterhalb des seinem Intelligenzalter angemessenen Niveaus liegt, seine sprachlichen Fähigkeiten jedoch im Normbereich liegen.
    Dyslalie
Entwicklungsbedingte Artikulationsstörung
Funktionelle Artikulationsstörung
Lallen
Phonologische Entwicklungsstörung

    Exkl.: Artikulationsschwäche (bei):
· Aphasie o.n.A. (R47.0)
· Apraxie (R48.2)
· mit einer Entwicklungsstörung der Sprache:
  · expressiv ( F80.1 )
  · rezeptiv ( F80.2 )
· Hörverlust (H90-H91)
· Intelligenzminderung ( F70-F79 )

F80.1   Expressive Sprachstörung
    Eine umschriebene Entwicklungsstörung, bei der die Fähigkeit des Kindes, die expressiv gesprochene Sprache zu gebrauchen, deutlich unterhalb des seinem Intelligenzalter angemessenen Niveaus liegt, das Sprachverständnis liegt jedoch im Normbereich. Störungen der Artikulation können vorkommen.
    Entwicklungsbedingte Dysphasie oder Aphasie, expressiver Typ

    Exkl.: Dysphasie und Aphasie o.n.A. (R47.0)
Elektiver Mutismus ( F94.0 )
Entwicklungsbedingte Dysphasie oder Aphasie, rezeptiver Typ ( F80.2 )
Erworbene Aphasie mit Epilepsie [Landau-Kleffner-Syndrom] ( F80.3 )
Intelligenzminderung ( F70-F79 )
Tiefgreifende Entwicklungsstörungen ( F84.- )

F80.2   Rezeptive Sprachstörung
    Eine umschriebene Entwicklungsstörung, bei der das Sprachverständnis des Kindes unterhalb des seinem Intelligenzalter angemessenen Niveaus liegt. In praktisch allen Fällen ist auch die expressive Sprache deutlich beeinflußt, Störungen in der Wort-Laut-Produktion sind häufig.
    Angeborene fehlende akustische Wahrnehmung
Entwicklungsbedingt:
· Dysphasie oder Aphasie, rezeptiver Typ
· Wernicke-Aphasie
Worttaubheit

    Exkl.: Autismus ( F84.0-F84.1 )
Dysphasie und Aphasie:
· expressiver Typ ( F80.1 )
· o.n.A. (R47.0)
Elektiver Mutismus ( F94.0 )
Erworbene Aphasie mit Epilepsie [Landau-Kleffner-Syndrom] ( F80.3 )
Intelligenzminderung ( F70-F79 )
Sprachentwicklungsverzögerung infolge von Schwerhörigkeit oder Taubheit (H90-H91)

F80.3   Erworbene Aphasie mit Epilepsie [Landau-Kleffner-Syndrom]
    Eine Störung, bei der ein Kind, welches vorher normale Fortschritte in der Sprachentwicklung gemacht hatte, sowohl rezeptive als auch expressive Sprachfertigkeiten verliert, die allgemeine Intelligenz aber erhalten bleibt. Der Beginn der Störung wird von paroxysmalen Auffälligkeiten im EEG begleitet und in der Mehrzahl der Fälle auch von epileptischen Anfällen. Typischerweise liegt der Beginn im Alter von 3-7 Jahren mit einem Verlust der Sprachfertigkeiten innerhalb von Tagen oder Wochen. Der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Beginn der Krampfanfälle und dem Verlust der Sprache ist variabel, wobei das eine oder das andere um ein paar Monate bis zu zwei Jahren vorausgehen kann. Als möglicher Grund für diese Störung ist ein entzündlicher enzephalitischer Prozeß zu vermuten. Etwa zwei Drittel der Patienten behalten einen mehr oder weniger rezeptiven Sprachdefekt.
    Exkl.: Aphasie bei anderen desintegrativen Störungen des Kindesalters ( F84.2-F84.3 )
Aphasie bei Autismus ( F84.0-F84.1 )
Aphasie o.n.A. (R47.0)

F80.8   Sonstige Entwicklungsstörungen des Sprechens oder der Sprache
    Lispeln

F80.9   Entwicklungsstörung des Sprechens oder der Sprache, nicht näher bezeichnet
    Sprachstörung o.n.A.

 

                 
F81.-   Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten
    Es handelt sich um Störungen, bei denen die normalen Muster des Fertigkeitserwerbs von frühen Entwicklungstadien an gestört sind. Dies ist nicht einfach Folge eines Mangels an Gelegenheit zu lernen; es ist auch nicht allein als Folge einer Intelligenzminderung oder irgendeiner erworbenen Hirnschädigung oder -krankheit aufzufassen.

F81.0   Lese- und Rechtschreibstörung
    Das Hauptmerkmal ist eine umschriebene und bedeutsame Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht allein durch das Entwicklungsalter, Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Leseverständnis, die Fähigkeit, gelesene Worte wiederzuerkennen, vorzulesen und Leistungen, für welche Lesefähigkeit nötig ist, können sämtlich betroffen sein. Bei umschriebenen Lesestörungen sind Rechtschreibstörungen häufig und persistieren oft bis in die Adoleszenz, auch wenn einige Fortschritte im Lesen gemacht werden. Umschriebene Entwicklungsstörungen des Lesens gehen Entwicklungsstörungen des Sprechens oder der Sprache voraus. Während der Schulzeit sind begleitende Störungen im emotionalen und Verhaltensbereich häufig.
    Entwicklungsdyslexie
Umschriebene Lesestörung
"Leserückstand"

    Exkl.: Alexie o.n.A. (R48.0)
Dyslexie o.n.A. (R48.0)
Leseverzögerung infolge emotionaler Störung ( F93.- )

F81.1   Isolierte Rechtschreibstörung
    Es handelt sich um eine Störung, deren Hauptmerkmal in einer umschriebenen und bedeutsamen Beeinträchtigung der Entwicklung von Rechtschreibfertigkeiten besteht, ohne Vorgeschichte einer Lesestörung. Sie ist nicht allein durch ein zu niedriges Intelligenzalter, durch Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar. Die Fähigkeiten, mündlich zu buchstabieren und Wörter korrekt zu schreiben, sind beide betroffen.
    Umschriebene Verzögerung der Rechtschreibfähigkeit (ohne Lesestörung)

    Exkl.: Agraphie o.n.A. (R48.8)
Rechtschreibschwierigkeiten:
· durch inadäquaten Unterricht (Z65.-)
· mit Lesestörung ( F81.0 )

F81.2   Rechenstörung
    Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden.
    Entwicklungsbedingtes Gerstmann-Syndrom
Entwicklungsstörung des Rechnens
Entwicklungs-Akalkulie

    Exkl.: Akalkulie o.n.A. (R48.8)
Kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten ( F81.3 )
Rechenschwierigkeiten, hauptsächlich durch inadäquaten Unterricht (Z65.-)

F81.3   Kombinierte Störungen schulischer Fertigkeiten
    Dies ist eine schlecht definierte Restkategorie für Störungen mit deutlicher Beeinträchtigung der Rechen-, der Lese- und der Rechtschreibfähigkeiten. Die Störung ist jedoch nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar. Sie soll für Störungen verwendet werden, die die Kriterien für F81.2 und F81.0 oder F81.1 erfüllen.
    Exkl.: Isolierte Rechtschreibstörung ( F81.1 )
Lese- und Rechtschreibstörung ( F81.0 )
Rechenstörung ( F81.2 )

F81.8   Sonstige Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten
    Entwicklungsbedingte expressive Schreibstörung

F81.9   Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, nicht näher bezeichnet
    Lernbehinderung o.n.A.
Lernstörung o.n.A.
Störung des Wissenserwerbs o.n.A.

 

                 
F82   Umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen
    Hauptmerkmal ist eine schwerwiegende Entwicklungsbeeinträchtigung der motorischen Koordination, die nicht allein durch eine Intelligenzminderung oder eine spezifische angeborene oder erworbene neurologische Störung erklärbar ist. In den meisten Fällen zeigt eine sorgfältige klinische Untersuchung dennoch deutliche entwicklungsneurologische Unreifezeichen wie choreoforme Bewegungen freigehaltener Glieder oder Spiegelbewegungen und andere begleitende motorische Merkmale, ebenso wie Zeichen einer mangelhaften fein- oder grobmotorischen Koordination.
    Entwicklungsbedingte Koordinationsstörung
Entwicklungsdyspraxie
Syndrom des ungeschickten Kindes

    Exkl.: Koordinationsstörungen infolge einer Intelligenzminderung ( F70-F79 )
Koordinationsverlust (R27.-)
Störungen des Ganges und der Mobilität (R26.-)

 

                 
F83   Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörungen
    Dies ist eine Restkategorie für Störungen, bei denen eine gewisse Mischung von umschriebenen Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache, schulischer Fertigkeiten und motorischer Funktionen vorliegt, von denen jedoch keine so dominiert, daß sie eine Hauptdiagnose rechtfertigt. Diese Mischkategorie soll nur dann verwendet werden, wenn weitgehende Überschneidungen mit allen diesen umschriebenen Entwicklungsstörungen vorliegen. Meist sind die Störungen mit einem gewissen Grad an allgemeiner Beeinträchtigung kognitiver Funktionen verbunden. Sie ist also dann zu verwenden, wenn Funktionsstörungen vorliegen, welche die Kriterien von zwei oder mehr Kategorien von F80.-, F81.- und F82 erfüllen.

 

                 
F84.-   Tiefgreifende Entwicklungsstörungen
    Diese Gruppe von Störungen ist gekennzeichnet durch qualitative Abweichungen in den wechselseitigen sozialen Interaktionen und Kommunikationsmustern und durch ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire von Interessen und Aktivitäten. Diese qualitativen Auffälligkeiten sind in allen Situationen ein grundlegendes Funktionsmerkmal des betroffenen Kindes.
    Sollen alle begleitenden somatischen Zustandsbilder und Intelligenzminderung angegeben werden, sind zusätzliche Schlüsselnummern zu benutzen. Im Krankenhaus sollte diese Information immer verschlüsselt werden, wenn sie vorliegt.

F84.0   Frühkindlicher Autismus
    Diese Form der tiefgreifenden Entwicklungsstörung ist durch eine abnorme oder beeinträchtigte Entwicklung definiert, die sich vor dem dritten Lebensjahr manifestiert. Sie ist außerdem gekennzeichnet durch ein charakteristisches Muster abnormer Funktionen in den folgenden psychopathologischen Bereichen: in der sozialen Interaktion, der Kommunikation und im eingeschränkten stereotyp repetitiven Verhalten. Neben diesen spezifischen diagnostischen Merkmalen zeigt sich häufig eine Vielzahl unspezifischer Probleme, wie Phobien, Schlaf- und Eßstörungen, Wutausbrüche und (autodestruktive) Aggression.
    Autistische Störung
Frühkindliche Psychose
Infantiler Autismus
Kanner-Syndrom

    Exkl.: Autistische Psychopathie ( F84.5 )

F84.1   Atypischer Autismus
    Diese Form der tiefgreifenden Entwicklungsstörung unterscheidet sich vom frühkindlichen Autismus entweder durch das Alter bei Krankheitsbeginn oder dadurch, daß die diagnostischen Kriterien nicht in allen genannten Bereichen erfüllt werden. Diese Subkategorie sollte immer dann verwendet werden, wenn die abnorme oder beeinträchtigte Entwicklung erst nach dem dritten Lebensjahr manifest wird und wenn nicht in allen für die Diagnose Autismus geforderten psychopathologischen Bereichen (nämlich wechselseitige soziale Interaktionen, Kommunikation und eingeschränktes, stereotyp repetitives Verhalten) Auffälligkeiten nachweisbar sind, auch wenn charakteristische Abweichungen auf anderen Gebieten vorliegen. Atypischer Autismus tritt sehr häufig bei schwer retardierten bzw. unter einer schweren rezeptiven Störung der Sprachentwicklung leidenden Patienten auf.
    Atypische kindliche Psychose
Intelligenzminderung mit autistischen Zügen

    Soll eine Intelligenzminderung angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer (F70-F79) zu benutzen. Im Krankenhaus sollte diese Information immer verschlüsselt werden, wenn sie vorliegt.

F84.2   Rett-Syndrom
    Dieses Zustandsbild wurde bisher nur bei Mädchen beschrieben; nach einer scheinbar normalen frühen Entwicklung erfolgt ein teilweiser oder vollständiger Verlust der Sprache, der lokomotorischen Fähigkeiten und der Gebrauchsfähigkeiten der Hände gemeinsam mit einer Verlangsamung des Kopfwachstums. Der Beginn dieser Störung liegt zwischen dem 7. und 24. Lebensmonat. Der Verlust zielgerichteter Handbewegungen, Stereotypien in Form von Drehbewegungen der Hände und Hyperventilation sind charakteristisch. Sozial- und Spielentwicklung sind gehemmt, das soziale Interesse bleibt jedoch erhalten. Im 4. Lebensjahr beginnt sich eine Rumpfataxie und Apraxie zu entwickeln, choreo-athetoide Bewegungen folgen häufig. Es resultiert fast immer eine schwere Intelligenzminderung.

F84.3   Andere desintegrative Störung des Kindesalters
    Diese Form einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung ist - anders als das Rett-Syndrom - durch eine Periode einer zweifellos normalen Entwicklung vor dem Beginn der Krankheit definiert. Es folgt ein Verlust vorher erworbener Fertigkeiten verschiedener Entwicklungsbereiche innerhalb weniger Monate. Typischerweise wird die Störung von einem allgemeinen Interessenverlust an der Umwelt, von stereotypen, sich wiederholenden motorischen Manierismen und einer autismusähnlichen Störung sozialer Interaktionen und der Kommunikation begleitet. In einigen Fällen kann die Störung einer begleitenden Enzephalopathie zugeschrieben werden, die Diagnose ist jedoch anhand der Verhaltensmerkmale zu stellen.
    Dementia infantilis
Desintegrative Psychose
Heller-Syndrom
Symbiotische Psychose

    Soll eine begleitende neurologische Krankheit angegeben werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer zu benutzen. Im Krankenhaus sollte diese Information immer verschlüsselt werden, wenn sie vorliegt.
    Exkl.: Rett-Syndrom ( F84.2 )

F84.4   Überaktive Störung mit Intelligenzminderung und Bewegungsstereotypien
    Dies ist eine schlecht definierte Störung von unsicherer nosologischer Validität. Diese Kategorie wurde für eine Gruppe von Kindern mit schwerer Intelligenzminderung (IQ unter 34) eingeführt, mit erheblicher Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörungen und stereotypen Verhaltensweisen. Sie haben meist keinen Nutzen von Stimulanzien (anders als Kinder mit einem IQ im Normbereich) und können auf eine Verabreichung von Stimulanzien eine schwere dysphorische Reaktion - manchmal mit psychomotorischer Entwicklungsverzögerung - zeigen. In der Adoleszenz kann sich die Hyperaktivität in eine verminderte Aktivität wandeln, ein Muster, das bei hyperkinetischen Kindern mit normaler Intelligenz nicht üblich ist. Das Syndrom wird häufig von einer Vielzahl von umschriebenen oder globalen Entwicklungsverzögerungen begleitet. Es ist nicht bekannt, in welchem Umfang das Verhaltensmuster dem niedrigen IQ oder einer organischen Hirnschädigung zuzuschreiben ist.

F84.5   Asperger-Syndrom
    Diese Störung von unsicherer nosologischer Validität ist durch dieselbe Form qualitativer Abweichungen der wechselseitigen sozialen Interaktionen, wie für den Autismus typisch, charakterisiert, zusammen mit einem eingeschränkten, stereotypen, sich wiederholenden Repertoire von Interessen und Aktivitäten. Die Störung unterscheidet sich vom Autismus in erster Linie durch fehlende allgemeine Entwicklungsverzögerung bzw. den fehlenden Entwicklungsrückstand der Sprache und der kognitiven Entwicklung. Die Störung geht häufig mit einer auffallenden Ungeschicklichkeit einher. Die Abweichungen tendieren stark dazu, bis in die Adoleszenz und das Erwachsenenalter zu persistieren. Gelegentlich treten psychotische Episoden im frühen Erwachsenenleben auf.
    Autistische Psychopathie
Schizoide Störung des Kindesalters

F84.8   Sonstige tiefgreifende Entwicklungsstörungen

F84.9   Tiefgreifende Entwicklungsstörung, nicht näher bezeichnet

 

                 
F88   Andere Entwicklungsstörungen
    Entwicklungsbedingte Agnosie

 

                 
F89   Nicht näher bezeichnete Entwicklungsstörung
    Entwicklungsstörung o.n.A.



© 1992-2000 World Health Organization (WHO) / DIMDI.
Die Erstellung erfolgte unter Verwendung der Datenträger der amtlichen ICD-10-Fassung des Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Veröffentlicht durch die Weltgesundheitsorganisation unter dem Titel "International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Volumes 1-3". Für Schäden, die durch Fehler bei der Herstellung bzw. Bearbeitung der amtlichen deutschsprachigen Fassung der ICD10, des ICD-10-Diagnosenthesaurus, der ICD-Überleitungstabelle haftet das DIMDI nur, soweit ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt. Es wird nur der Ersatz des unmittelbaren Schadens geschuldet.
Für PSYCHOTHERAPIE gilt der in den Nutzungsbedingungen beschriebene Haftungsausschluss. Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 30.12.2001.


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ICD-10 - Kapitel V: Psychische und Verhaltensstörungen

Inkl.: Störungen der psychischen Entwicklung.
Exkl.: Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind ( R00-R99 )

Dieses ICD-10-Kapitel gliedert sich in die Gruppen

F00-F09   Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen

F10-F19   Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

F20-F29   Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen

F30-F39   Affektive Störungen

F40-F48   Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen

F50-F59   Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren

F60-F69   Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

F70-F79   Intelligenzminderung

F80-F89   Entwicklungsstörungen

F90-F98   Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

F99          Nicht näher bezeichnete psychische Störungen

Dieses ICD-10-Kapitel enthält die Sternschlüsselnummern

F00*         Demenz bei Alzheimer-Krankheit

F02*         Demenz bei anderenorts klassifizierten Krankheiten


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© 1995-2005 PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753). Alle Rechte vorbehalten.
PSYCHOTHERAPIE erscheint im Psychotherapie-Verlag am ABARIS® Institut für Psychotherapie, Coaching und Verhaltenstherapie, Luckau, Brandenburg. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Erlaubnis durch den Psychotherapie-Verlag.