World Health Organization - WHO
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information - DIMDIICD-10
Internationale Klassifikation der Krankheiten
10. Revision
Kapitel V
Psychische und Verhaltensstörungen
( F00-F99 )
Entwicklungsstörungen
( F80-F89 )
Die in diesem Abschnitt zusammengefaßten Störungen haben
folgende Gemeinsamkeiten:
- Beginn ausnahmslos im Kleinkindalter oder in der Kindheit;
- eine Entwicklungseinschränkung oder -verzögerung von Funktionen, die eng mit der biologischen
Reifung des Zentralnervensystems verknüpft sind;
- stetiger Verlauf ohne Remissionen und Rezidive.
In den meisten Fällen sind unter anderem die Sprache, die visuellräumlichen Fertigkeiten und
die Bewegungskoordination betroffen. In der Regel bestand die Verzögerung oder Schwäche vom
frühestmöglichen Erkennungszeitpunkt an. Mit dem Älterwerden der Kinder vermindern sich die
Störungen zunehmend, wenn auch geringere Defizite oft im Erwachsenenalter zurückbleiben. |
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| F80.- |
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Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache |
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Es handelt sich um Störungen, bei denen
die normalen Muster des Spracherwerbs von frühen Entwicklungsstadien an beeinträchtigt sind. Die
Störungen können nicht direkt neurologischen Störungen oder Veränderungen des Sprachablaufs,
sensorischen Beeinträchtigungen, Intelligenzminderung oder Umweltfaktoren zugeordnet werden.
Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache ziehen oft sekundäre Folgen nach
sich, wie Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben, Störungen im Bereich der
zwischenmenschlichen Beziehungen, im emotionalen und Verhaltensbereich.
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| F80.0 |
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Artikulationsstörung |
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Eine umschriebene Entwicklungsstörung,
bei der die Artikulation des Kindes unterhalb des seinem Intelligenzalter angemessenen Niveaus
liegt, seine sprachlichen Fähigkeiten jedoch im Normbereich liegen. |
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Dyslalie
Entwicklungsbedingte Artikulationsstörung
Funktionelle Artikulationsstörung
Lallen
Phonologische Entwicklungsstörung
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Exkl.: |
Artikulationsschwäche (bei):
· Aphasie o.n.A. (R47.0)
· Apraxie (R48.2)
· mit einer Entwicklungsstörung der Sprache:
· expressiv ( F80.1 )
· rezeptiv ( F80.2 )
· Hörverlust (H90-H91)
· Intelligenzminderung ( F70-F79 )
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| F80.1 |
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Expressive Sprachstörung |
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Eine umschriebene Entwicklungsstörung,
bei der die Fähigkeit des Kindes, die expressiv gesprochene Sprache zu gebrauchen, deutlich
unterhalb des seinem Intelligenzalter angemessenen Niveaus liegt, das Sprachverständnis liegt
jedoch im Normbereich. Störungen der Artikulation können vorkommen. |
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Entwicklungsbedingte Dysphasie oder Aphasie, expressiver
Typ
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Exkl.: |
Dysphasie und Aphasie o.n.A. (R47.0)
Elektiver Mutismus ( F94.0 )
Entwicklungsbedingte Dysphasie oder Aphasie, rezeptiver Typ ( F80.2 )
Erworbene Aphasie mit Epilepsie [Landau-Kleffner-Syndrom] ( F80.3 )
Intelligenzminderung ( F70-F79 )
Tiefgreifende Entwicklungsstörungen ( F84.- )
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| F80.2 |
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Rezeptive Sprachstörung |
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Eine umschriebene Entwicklungsstörung,
bei der das Sprachverständnis des Kindes unterhalb des seinem Intelligenzalter angemessenen
Niveaus liegt. In praktisch allen Fällen ist auch die expressive Sprache deutlich beeinflußt,
Störungen in der Wort-Laut-Produktion sind häufig. |
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Angeborene fehlende akustische Wahrnehmung
Entwicklungsbedingt:
· Dysphasie oder Aphasie, rezeptiver Typ
· Wernicke-Aphasie
Worttaubheit
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Exkl.: |
Autismus ( F84.0-F84.1 )
Dysphasie und Aphasie:
· expressiver Typ ( F80.1 )
· o.n.A. (R47.0)
Elektiver Mutismus ( F94.0 )
Erworbene Aphasie mit Epilepsie [Landau-Kleffner-Syndrom] ( F80.3 )
Intelligenzminderung ( F70-F79 )
Sprachentwicklungsverzögerung infolge von Schwerhörigkeit oder Taubheit (H90-H91)
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| F80.3 |
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Erworbene Aphasie mit Epilepsie [Landau-Kleffner-Syndrom] |
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Eine Störung, bei der ein Kind, welches
vorher normale Fortschritte in der Sprachentwicklung gemacht hatte, sowohl rezeptive als auch
expressive Sprachfertigkeiten verliert, die allgemeine Intelligenz aber erhalten bleibt. Der
Beginn der Störung wird von paroxysmalen Auffälligkeiten im EEG begleitet und in der Mehrzahl der
Fälle auch von epileptischen Anfällen. Typischerweise liegt der Beginn im Alter von 3-7 Jahren mit
einem Verlust der Sprachfertigkeiten innerhalb von Tagen oder Wochen. Der zeitliche Zusammenhang
zwischen dem Beginn der Krampfanfälle und dem Verlust der Sprache ist variabel, wobei das eine
oder das andere um ein paar Monate bis zu zwei Jahren vorausgehen kann. Als möglicher Grund für
diese Störung ist ein entzündlicher enzephalitischer Prozeß zu vermuten. Etwa zwei Drittel der
Patienten behalten einen mehr oder weniger rezeptiven Sprachdefekt. |
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Exkl.: |
Aphasie bei anderen desintegrativen Störungen des
Kindesalters ( F84.2-F84.3 )
Aphasie bei Autismus ( F84.0-F84.1 )
Aphasie o.n.A. (R47.0)
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| F80.8 |
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Sonstige Entwicklungsstörungen des Sprechens oder der Sprache |
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Lispeln
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| F80.9 |
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Entwicklungsstörung des Sprechens oder der Sprache, nicht näher bezeichnet |
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Sprachstörung o.n.A.
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| F81.- |
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Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten |
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Es handelt sich um Störungen, bei denen
die normalen Muster des Fertigkeitserwerbs von frühen Entwicklungstadien an gestört sind. Dies ist
nicht einfach Folge eines Mangels an Gelegenheit zu lernen; es ist auch nicht allein als Folge
einer Intelligenzminderung oder irgendeiner erworbenen Hirnschädigung oder -krankheit aufzufassen.
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| F81.0 |
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Lese- und Rechtschreibstörung |
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Das Hauptmerkmal ist eine umschriebene
und bedeutsame Beeinträchtigung in der Entwicklung der Lesefertigkeiten, die nicht allein durch
das Entwicklungsalter, Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das
Leseverständnis, die Fähigkeit, gelesene Worte wiederzuerkennen, vorzulesen und Leistungen, für
welche Lesefähigkeit nötig ist, können sämtlich betroffen sein. Bei umschriebenen Lesestörungen
sind Rechtschreibstörungen häufig und persistieren oft bis in die Adoleszenz, auch wenn einige
Fortschritte im Lesen gemacht werden. Umschriebene Entwicklungsstörungen des Lesens gehen
Entwicklungsstörungen des Sprechens oder der Sprache voraus. Während der Schulzeit sind
begleitende Störungen im emotionalen und Verhaltensbereich häufig. |
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Entwicklungsdyslexie
Umschriebene Lesestörung
"Leserückstand"
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Exkl.: |
Alexie o.n.A. (R48.0)
Dyslexie o.n.A. (R48.0)
Leseverzögerung infolge emotionaler Störung ( F93.- )
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| F81.1 |
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Isolierte Rechtschreibstörung |
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Es handelt sich um eine Störung, deren
Hauptmerkmal in einer umschriebenen und bedeutsamen Beeinträchtigung der Entwicklung von
Rechtschreibfertigkeiten besteht, ohne Vorgeschichte einer Lesestörung. Sie ist nicht allein durch
ein zu niedriges Intelligenzalter, durch Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar.
Die Fähigkeiten, mündlich zu buchstabieren und Wörter korrekt zu schreiben, sind beide betroffen. |
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Umschriebene Verzögerung der Rechtschreibfähigkeit (ohne Lesestörung)
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Exkl.: |
Agraphie o.n.A. (R48.8)
Rechtschreibschwierigkeiten:
· durch inadäquaten Unterricht (Z65.-)
· mit Lesestörung ( F81.0 )
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| F81.2 |
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Rechenstörung |
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Diese Störung besteht in einer
umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine
Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor
allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation
und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie,
Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden. |
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Entwicklungsbedingtes Gerstmann-Syndrom
Entwicklungsstörung des Rechnens
Entwicklungs-Akalkulie
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Exkl.: |
Akalkulie o.n.A. (R48.8)
Kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten ( F81.3 )
Rechenschwierigkeiten, hauptsächlich durch inadäquaten Unterricht (Z65.-)
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| F81.3 |
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Kombinierte Störungen schulischer Fertigkeiten |
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Dies ist eine schlecht definierte
Restkategorie für Störungen mit deutlicher Beeinträchtigung der Rechen-, der Lese- und der
Rechtschreibfähigkeiten. Die Störung ist jedoch nicht allein durch eine allgemeine
Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar. Sie soll für Störungen
verwendet werden, die die Kriterien für F81.2 und F81.0 oder F81.1 erfüllen. |
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Exkl.: |
Isolierte Rechtschreibstörung ( F81.1 )
Lese- und Rechtschreibstörung ( F81.0 )
Rechenstörung ( F81.2 )
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| F81.8 |
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Sonstige Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten |
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Entwicklungsbedingte expressive Schreibstörung
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| F81.9 |
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Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten, nicht näher bezeichnet |
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Lernbehinderung o.n.A.
Lernstörung o.n.A.
Störung des Wissenserwerbs o.n.A.
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| F82 |
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Umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen |
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Hauptmerkmal ist eine schwerwiegende
Entwicklungsbeeinträchtigung der motorischen Koordination, die nicht allein durch eine
Intelligenzminderung oder eine spezifische angeborene oder erworbene neurologische Störung
erklärbar ist. In den meisten Fällen zeigt eine sorgfältige klinische Untersuchung dennoch
deutliche entwicklungsneurologische Unreifezeichen wie choreoforme Bewegungen freigehaltener
Glieder oder Spiegelbewegungen und andere begleitende motorische Merkmale, ebenso wie Zeichen
einer mangelhaften fein- oder grobmotorischen Koordination. |
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Entwicklungsbedingte Koordinationsstörung
Entwicklungsdyspraxie
Syndrom des ungeschickten Kindes
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Exkl.: |
Koordinationsstörungen infolge einer
Intelligenzminderung ( F70-F79 )
Koordinationsverlust (R27.-)
Störungen des Ganges und der Mobilität (R26.-)
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| F83 |
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Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörungen |
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Dies ist eine Restkategorie für
Störungen, bei denen eine gewisse Mischung von umschriebenen Entwicklungsstörungen des Sprechens
und der Sprache, schulischer Fertigkeiten und motorischer Funktionen vorliegt, von denen jedoch
keine so dominiert, daß sie eine Hauptdiagnose rechtfertigt. Diese Mischkategorie soll nur dann
verwendet werden, wenn weitgehende Überschneidungen mit allen diesen umschriebenen
Entwicklungsstörungen vorliegen. Meist sind die Störungen mit einem gewissen Grad an allgemeiner
Beeinträchtigung kognitiver Funktionen verbunden. Sie ist also dann zu verwenden, wenn
Funktionsstörungen vorliegen, welche die Kriterien von zwei oder mehr Kategorien von F80.-, F81.-
und F82 erfüllen. |
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| F84.- |
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Tiefgreifende Entwicklungsstörungen |
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Diese Gruppe von Störungen ist
gekennzeichnet durch qualitative Abweichungen in den wechselseitigen sozialen Interaktionen und
Kommunikationsmustern und durch ein eingeschränktes, stereotypes, sich wiederholendes Repertoire
von Interessen und Aktivitäten. Diese qualitativen Auffälligkeiten sind in allen Situationen ein
grundlegendes Funktionsmerkmal des betroffenen Kindes. |
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Sollen alle begleitenden somatischen Zustandsbilder und
Intelligenzminderung angegeben werden, sind zusätzliche Schlüsselnummern zu benutzen. Im
Krankenhaus sollte diese Information immer verschlüsselt werden, wenn sie vorliegt.
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| F84.0 |
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Frühkindlicher Autismus |
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Diese Form der tiefgreifenden
Entwicklungsstörung ist durch eine abnorme oder beeinträchtigte Entwicklung definiert, die sich
vor dem dritten Lebensjahr manifestiert. Sie ist außerdem gekennzeichnet durch ein
charakteristisches Muster abnormer Funktionen in den folgenden psychopathologischen Bereichen: in
der sozialen Interaktion, der Kommunikation und im eingeschränkten stereotyp repetitiven
Verhalten. Neben diesen spezifischen diagnostischen Merkmalen zeigt sich häufig eine Vielzahl
unspezifischer Probleme, wie Phobien, Schlaf- und Eßstörungen, Wutausbrüche und (autodestruktive)
Aggression. |
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Autistische Störung
Frühkindliche Psychose
Infantiler Autismus
Kanner-Syndrom
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Exkl.: |
Autistische Psychopathie ( F84.5 )
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| F84.1 |
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Atypischer Autismus |
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Diese Form der tiefgreifenden
Entwicklungsstörung unterscheidet sich vom frühkindlichen Autismus entweder durch das Alter bei
Krankheitsbeginn oder dadurch, daß die diagnostischen Kriterien nicht in allen genannten Bereichen
erfüllt werden. Diese Subkategorie sollte immer dann verwendet werden, wenn die abnorme oder
beeinträchtigte Entwicklung erst nach dem dritten Lebensjahr manifest wird und wenn nicht in allen
für die Diagnose Autismus geforderten psychopathologischen Bereichen (nämlich wechselseitige
soziale Interaktionen, Kommunikation und eingeschränktes, stereotyp repetitives Verhalten)
Auffälligkeiten nachweisbar sind, auch wenn charakteristische Abweichungen auf anderen Gebieten
vorliegen. Atypischer Autismus tritt sehr häufig bei schwer retardierten bzw. unter einer schweren
rezeptiven Störung der Sprachentwicklung leidenden Patienten auf. |
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Atypische kindliche Psychose
Intelligenzminderung mit autistischen Zügen
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Soll eine Intelligenzminderung angegeben werden, ist
eine zusätzliche Schlüsselnummer (F70-F79) zu benutzen. Im Krankenhaus sollte diese Information
immer verschlüsselt werden, wenn sie vorliegt.
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| F84.2 |
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Rett-Syndrom |
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Dieses Zustandsbild wurde bisher nur bei
Mädchen beschrieben; nach einer scheinbar normalen frühen Entwicklung erfolgt ein teilweiser oder
vollständiger Verlust der Sprache, der lokomotorischen Fähigkeiten und der Gebrauchsfähigkeiten
der Hände gemeinsam mit einer Verlangsamung des Kopfwachstums. Der Beginn dieser Störung liegt
zwischen dem 7. und 24. Lebensmonat. Der Verlust zielgerichteter Handbewegungen, Stereotypien in
Form von Drehbewegungen der Hände und Hyperventilation sind charakteristisch. Sozial- und
Spielentwicklung sind gehemmt, das soziale Interesse bleibt jedoch erhalten. Im 4. Lebensjahr
beginnt sich eine Rumpfataxie und Apraxie zu entwickeln, choreo-athetoide Bewegungen folgen
häufig. Es resultiert fast immer eine schwere Intelligenzminderung.
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| F84.3 |
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Andere desintegrative Störung des Kindesalters |
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Diese Form einer tiefgreifenden
Entwicklungsstörung ist - anders als das Rett-Syndrom - durch eine Periode einer zweifellos
normalen Entwicklung vor dem Beginn der Krankheit definiert. Es folgt ein Verlust vorher
erworbener Fertigkeiten verschiedener Entwicklungsbereiche innerhalb weniger Monate.
Typischerweise wird die Störung von einem allgemeinen Interessenverlust an der Umwelt, von
stereotypen, sich wiederholenden motorischen Manierismen und einer autismusähnlichen Störung
sozialer Interaktionen und der Kommunikation begleitet. In einigen Fällen kann die Störung einer
begleitenden Enzephalopathie zugeschrieben werden, die Diagnose ist jedoch anhand der
Verhaltensmerkmale zu stellen. |
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Dementia infantilis
Desintegrative Psychose
Heller-Syndrom
Symbiotische Psychose
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Soll eine begleitende neurologische Krankheit angegeben
werden, ist eine zusätzliche Schlüsselnummer zu benutzen. Im Krankenhaus sollte diese Information
immer verschlüsselt werden, wenn sie vorliegt. |
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Exkl.: |
Rett-Syndrom ( F84.2 )
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| F84.4 |
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Überaktive Störung mit Intelligenzminderung und Bewegungsstereotypien |
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Dies ist eine schlecht definierte
Störung von unsicherer nosologischer Validität. Diese Kategorie wurde für eine Gruppe von Kindern
mit schwerer Intelligenzminderung (IQ unter 34) eingeführt, mit erheblicher Hyperaktivität,
Aufmerksamkeitsstörungen und stereotypen Verhaltensweisen. Sie haben meist keinen Nutzen von
Stimulanzien (anders als Kinder mit einem IQ im Normbereich) und können auf eine Verabreichung von
Stimulanzien eine schwere dysphorische Reaktion - manchmal mit psychomotorischer
Entwicklungsverzögerung - zeigen. In der Adoleszenz kann sich die Hyperaktivität in eine
verminderte Aktivität wandeln, ein Muster, das bei hyperkinetischen Kindern mit normaler
Intelligenz nicht üblich ist. Das Syndrom wird häufig von einer Vielzahl von umschriebenen oder
globalen Entwicklungsverzögerungen begleitet. Es ist nicht bekannt, in welchem Umfang das
Verhaltensmuster dem niedrigen IQ oder einer organischen Hirnschädigung zuzuschreiben ist.
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| F84.5 |
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Asperger-Syndrom |
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Diese Störung von unsicherer
nosologischer Validität ist durch dieselbe Form qualitativer Abweichungen der wechselseitigen
sozialen Interaktionen, wie für den Autismus typisch, charakterisiert, zusammen mit einem
eingeschränkten, stereotypen, sich wiederholenden Repertoire von Interessen und Aktivitäten. Die
Störung unterscheidet sich vom Autismus in erster Linie durch fehlende allgemeine
Entwicklungsverzögerung bzw. den fehlenden Entwicklungsrückstand der Sprache und der kognitiven
Entwicklung. Die Störung geht häufig mit einer auffallenden Ungeschicklichkeit einher. Die
Abweichungen tendieren stark dazu, bis in die Adoleszenz und das Erwachsenenalter zu persistieren.
Gelegentlich treten psychotische Episoden im frühen Erwachsenenleben auf. |
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Autistische Psychopathie
Schizoide Störung des Kindesalters
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| F84.8 |
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Sonstige tiefgreifende Entwicklungsstörungen
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| F84.9 |
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Tiefgreifende Entwicklungsstörung, nicht näher bezeichnet |
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| F88 |
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Andere Entwicklungsstörungen |
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Entwicklungsbedingte Agnosie
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| F89 |
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Nicht näher bezeichnete Entwicklungsstörung |
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Entwicklungsstörung o.n.A.
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© 1992-2000 World Health Organization (WHO) / DIMDI.
Die Erstellung erfolgte unter Verwendung der Datenträger der amtlichen ICD-10-Fassung des
Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Veröffentlicht
durch die Weltgesundheitsorganisation unter dem Titel "International Statistical
Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Volumes 1-3". Für
Schäden, die durch Fehler bei der Herstellung bzw. Bearbeitung der amtlichen
deutschsprachigen Fassung der ICD10, des ICD-10-Diagnosenthesaurus, der
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Seite wurde zuletzt aktualisiert am 30.12.2001.
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