World Health Organization - WHO
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information - DIMDIICD-10
Internationale Klassifikation der Krankheiten
10. Revision
Kapitel V
Psychische und Verhaltensstörungen
( F00-F99 )
Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
( F60-F69 )
| Dieser Abschnitt enthält eine Reihe von klinisch
wichtigen, meist länger anhaltenden Zustandsbildern und Verhaltensmustern. Sie sind
Ausdruck des charakteristischen, individuellen Lebensstils, des Verhältnisses zur eigenen
Person und zu anderen Menschen. Einige dieser Zustandsbilder und Verhaltensmuster
entstehen als Folge konstitutioneller Faktoren und sozialer Erfahrungen schon früh im
Verlauf der individuellen Entwicklung, während andere erst später im Leben erworben
werden. Die spezifischen Persönlichkeitsstörungen (F60.-), die kombinierten und anderen
Persönlichkeitsstörungen (F61) und die Persönlichkeitsänderungen (F62.-) sind tief
verwurzelte, anhaltende Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf
unterschiedliche persönliche und soziale Lebenslagen zeigen. Sie verkörpern gegenüber der
Mehrheit der betreffenden Bevölkerung deutliche Abweichungen im Wahrnehmen, Denken, Fühlen
und in den Beziehungen zu anderen. Solche Verhaltensmuster sind meistens stabil und
beziehen sich auf vielfältige Bereiche des Verhaltens und der psychologischen Funktionen.
Häufig gehen sie mit einem unterschiedlichen Ausmaß persönlichen Leidens und gestörter
sozialer Funktionsfähigkeit einher. |
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| F60.- |
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Spezifische
Persönlichkeitsstörungen |
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Es handelt sich um schwere
Störungen der Persönlichkeit und des Verhaltens der betroffenen Person, die nicht direkt
auf eine Hirnschädigung oder -krankheit oder auf eine andere psychiatrische Störung
zurückzuführen sind. Sie erfassen verschiedene Persönlichkeitsbereiche und gehen beinahe
immer mit persönlichen und sozialen Beeinträchtigungen einher. Persönlichkeitsstörungen
treten meist in der Kindheit oder in der Adoleszenz in Erscheinung und bestehen während
des Erwachsenenalters weiter.
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| F60.0 |
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Paranoide Persönlichkeitsstörung |
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Diese Persönlichkeitsstörung ist
durch übertriebene Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisung, Nachtragen von Kränkungen,
durch Mißtrauen, sowie eine Neigung, Erlebtes zu verdrehen gekennzeichnet, indem neutrale
oder freundliche Handlungen anderer als feindlich oder verächtlich mißgedeutet werden,
wiederkehrende unberechtigte Verdächtigungen hinsichtlich der sexuellen Treue des
Ehegatten oder Sexualpartners, schließlich durch streitsüchtiges und beharrliches Bestehen
auf eigenen Rechten. Diese Personen können zu überhöhtem Selbstwertgefühl und häufiger,
übertriebener Selbstbezogenheit neigen. |
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Persönlichkeit(sstörung):
· expansiv-paranoid
· fanatisch
· paranoid
· querulatorisch
· sensitiv paranoid
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Exkl.: |
Paranoia ( F22.0 )
Paranoia querulans ( F22.8 )
Paranoid:
· Psychose ( F22.0 )
· Schizophrenie ( F20.0 )
· Zustand ( F22.0 )
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| F60.1 |
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Schizoide Persönlichkeitsstörung |
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Eine Persönlichkeitsstörung, die
durch einen Rückzug von affektiven, sozialen und anderen Kontakten mit übermäßiger
Vorliebe für Phantasie, einzelgängerisches Verhalten und in sich gekehrte Zurückhaltung
gekennzeichnet ist. Es besteht nur ein begrenztes Vermögen, Gefühle auszudrücken und
Freude zu erleben. |
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Exkl.: |
Asperger-Syndrom ( F84.5 )
Schizoide Störung des Kindesalters ( F84.5 )
Schizophrenie ( F20.- )
Schizotype Störung ( F21 )
Wahnhafte Störung ( F22.0 )
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| F60.2 |
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Dissoziale Persönlichkeitsstörung |
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Eine Persönlichkeitsstörung, die
durch eine Mißachtung sozialer Verpflichtungen und herzloses Unbeteiligtsein an Gefühlen
für andere gekennzeichnet ist. Zwischen dem Verhalten und den herrschenden sozialen Normen
besteht eine erhebliche Diskrepanz. Das Verhalten erscheint durch nachteilige Erlebnisse,
einschließlich Bestrafung, nicht änderungsfähig. Es besteht eine geringe
Frustrationstoleranz und eine niedrige Schwelle für aggressives, auch gewalttätiges
Verhalten, eine Neigung, andere zu beschuldigen oder vordergründige Rationalisierungen für
das Verhalten anzubieten, durch das der betreffende Patient in einen Konflikt mit der
Gesellschaft geraten ist. |
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Persönlichkeit(sstörung):
· amoralisch
· antisozial
· asozial
· psychopathisch
· soziopathisch
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Exkl.: |
Emotional instabile Persönlichkeit(sstörung)
( F60.3 )
Störungen des Sozialverhaltens ( F91.- )
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| F60.3 |
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Emotional instabile Persönlichkeitsstörung |
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Eine Persönlichkeitsstörung mit
deutlicher Tendenz, Impulse ohne Berücksichtigung von Konsequenzen auszuagieren, verbunden
mit unvorhersehbarer und launenhafter Stimmung. Es besteht eine Neigung zu emotionalen
Ausbrüchen und eine Unfähigkeit, impulshaftes Verhalten zu kontrollieren. Ferner besteht
eine Tendenz zu streitsüchtigem Verhalten und zu Konflikten mit anderen, insbesondere wenn
impulsive Handlungen durchkreuzt oder behindert werden. Zwei Erscheinungsformen können
unterschieden werden: Ein impulsiver Typus, vorwiegend gekennzeichnet durch emotionale
Instabilität und mangelnde Impulskontrolle; und ein Borderline- Typus, zusätzlich
gekennzeichnet durch Störungen des Selbstbildes, der Ziele und der inneren Präferenzen,
durch ein chronisches Gefühl von Leere, durch intensive, aber unbeständige Beziehungen und
eine Neigung zu selbstdestruktivem Verhalten mit parasuizidalen Handlungen und
Suizidversuchen. |
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Exkl.: |
Dissoziale Persönlichkeitsstörung ( F60.2 )
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| F60.30 |
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Impulsiver Typ |
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Persönlichkeit(sstörung):
· aggressiv
· reizbar (explosiv)
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| F60.31 |
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Borderline-Typ
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| F60.4 |
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Histrionische Persönlichkeitsstörung
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Eine Persönlichkeitsstörung, die
durch oberflächliche und labile Affektivität, Dramatisierung, einen theatralischen,
übertriebenen Ausdruck von Gefühlen, durch Suggestibilität, Egozentrik, Genußsucht, Mangel
an Rücksichtnahme, erhöhte Kränkbarkeit und ein dauerndes Verlangen nach Anerkennung,
äußeren Reizen und Aufmerksamkeit gekennzeichnet ist. |
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Persönlichkeit(sstörung):
· hysterisch
· infantil
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| F60.5 |
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Anankastische [zwanghafte]
Persönlichkeitsstörung |
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Eine Persönlichkeitsstörung, die
durch Gefühle von Zweifel, Perfektionismus, übertriebener Gewissenhaftigkeit, ständigen
Kontrollen, Halsstarrigkeit, Vorsicht und Starrheit gekennzeichnet ist. Es können
beharrliche und unerwünschte Gedanken oder Impulse auftreten, die nicht die Schwere einer
Zwangsstörung erreichen. |
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Zwanghafte Persönlichkeit(sstörung)
Zwangspersönlichkeit(sstörung)
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Exkl.: |
Zwangsstörung ( F42.- )
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| F60.6 |
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Ängstliche (vermeidende)
Persönlichkeitsstörung |
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Eine Persönlichkeitsstörung, die
durch Gefühle von Anspannung und Besorgtheit, Unsicherheit und Minderwertigkeit
gekennzeichnet ist. Es besteht eine andauernde Sehnsucht nach Zuneigung und
Akzeptiertwerden, eine Überempfindlichkeit gegenüber Zurückweisung und Kritik mit
eingeschränkter Beziehungsfähigkeit. Die betreffende Person neigt zur Überbetonung
potentieller Gefahren oder Risiken alltäglicher Situationen bis zur Vermeidung bestimmter
Aktivitäten.
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| F60.7 |
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Abhängige (asthenische)
Persönlichkeitsstörung |
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Personen mit dieser
Persönlichkeitsstörung verlassen sich bei kleineren oder größeren Lebensentscheidungen
passiv auf andere Menschen. Die Störung ist ferner durch große Trennungsangst, Gefühle von
Hilflosigkeit und Inkompetenz, durch eine Neigung, sich den Wünschen älterer und anderer
unterzuordnen sowie durch ein Versagen gegenüber den Anforderungen des täglichen Lebens
gekennzeichnet. Die Kraftlosigkeit kann sich im intellektuellen emotionalen Bereich
zeigen; bei Schwierigkeiten besteht die Tendenz, die Verantwortung anderen zuzuschieben.
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Persönlichkeit(sstörung):
· asthenisch
· inadäquat
· passiv
· selbstschädigend
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| F60.8 |
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Sonstige spezifische Persönlichkeitsstörungen
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Persönlichkeit(sstörung):
· exzentrisch
· haltlos
· narzißtisch
· passiv-aggressiv
· psychoneurotisch
· unreif
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| F60.9 |
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Persönlichkeitsstörung, nicht näher
bezeichnet |
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Charakterneurose o.n.A.
Pathologische Persönlichkeit o.n.A.
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| F61 |
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Kombinierte und andere
Persönlichkeitsstörungen |
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Diese Kategorie ist vorgesehen
für Persönlichkeitsstörungen, die häufig zu Beeinträchtigungen führen, aber nicht die
spezifischen Symptombilder der in F60.- beschriebenen Störungen aufweisen. Daher sind sie
häufig schwieriger als die Störungen in F60 zu diagnostizieren.
Beispiele:
- Kombinierte Persönlichkeitsstörungen mit Merkmalen aus verschiedenen der unter F60.-
aufgeführten Störungen, jedoch ohne ein vorherrschendes Symptombild, das eine genauere
Diagnose ermöglichen würde.
- Störende Persönlichkeitsänderungen, die nicht in F60.- oder F62.2 einzuordnen sind,
und Zweitdiagnosen zu bestehenden Affekt- oder Angststörung sind.
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Exkl.: |
Akzentuierte Persönlichkeitszüge (Z76.8)
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| F62.- |
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Andauernde
Persönlichkeitsänderungen, nicht Folge einer Schädigung oder Krankheit des Gehirns |
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Persönlichkeits- und
Verhaltensstörungen ohne vorbestehende Persönlichkeitsstörung nach extremer oder
übermäßiger, anhaltender Belastung oder schweren psychiatrischen Krankheiten. Diese
Diagnosen sollten nur dann gestellt werden, wenn Hinweise auf eine eindeutige und
andauernde Veränderung in der Wahrnehmung sowie im Verhalten und Denken bezüglich der
Umwelt und der eigenen Person vorliegen. Die Persönlichkeitsänderung sollte deutlich
ausgeprägt sein und mit einem unflexiblen und fehlangepaßten Verhalten verbunden sein, das
vor der pathogenen Erfahrung nicht bestanden hat. Die Änderung sollte nicht Ausdruck einer
anderen psychischen Störung oder Residualsymptom einer vorangegangenen psychischen Störung
sein. |
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Exkl.: |
Persönlichkeits- und Verhaltensstörung aufgrund
einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns ( F07.- )
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| F62.0 |
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Andauernde Persönlichkeitsänderung nach
Extrembelastung |
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Eine andauernde, wenigstens über
zwei Jahre bestehende Persönlichkeitsänderung kann einer Belastung katastrophalen Ausmaßes
folgen. Die Belastung muß extrem sein, daß die Vulnerabilität der betreffenden Person als
Erklärung für die tiefgreifende Auswirkung auf die Persönlichkeit nicht in Erwägung
gezogen werden muß. Die Störung ist durch eine feindliche oder mißtrauische Haltung
gegenüber der Welt, durch sozialen Rückzug, Gefühle der Leere oder Hoffnungslosigkeit, ein
chronisches Gefühl der Anspannung wie bei ständigem Bedrohtsein und Entfremdungsgefühl,
gekennzeichnet. Eine posttraumatische Belastungsstörung (F43.1) kann dieser Form der
Persönlichkeitsänderung vorausgegangen sein. |
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Persönlichkeitsänderungen nach:
· andauerndem Ausgesetztsein lebensbedrohlicher Situationen, etwa als Opfer von
Terrorismus
· andauernder Gefangenschaft mit unmittelbarer Todesgefahr
· Folter
· Katastrophen
· Konzentrationslagererfahrungen
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Exkl.: |
Posttraumatische Belastungsstörung ( F43.1 )
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| F62.1 |
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Andauernde Persönlichkeitsänderung nach
psychischer Krankheit |
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Eine auf der traumatischen
Erfahrung einer schweren psychiatrischen Krankheit beruhende, wenigstens über zwei Jahre
bestehende Persönlichkeitsänderung. Die Änderung kann nicht durch eine vorbestehende
Persönlichkeitsstörung erklärt werden und sollte vom Residualzustand einer Schizophrenie
und anderen Zustandsbildern unvollständiger Rückbildung einer vorausgegangenen psychischen
Störung unterschieden werden. Die Störung ist gekennzeichnet durch eine hochgradige
Abhängigkeit sowie Anspruchs- und Erwartungshaltung gegenüber anderen, eine Überzeugung,
durch die Krankheit verändert oder stigmatisiert worden zu sein. Dies führt zu einer
Unfähigkeit, enge und vertrauensvolle persönliche Beziehungen aufzunehmen und
beizubehalten, sowie zu sozialer Isolation. Ferner finden sich Passivität, verminderte
Interessen und Vernachlässigung von Freizeitbeschäftigungen, ständige Beschwerden über das
Kranksein, oft verbunden mit hypochondrischen Klagen und kränkelndem Verhalten,
dysphorische oder labile Stimmung, die nicht auf dem Vorliegen einer gegenwärtigen
psychischen Störung oder einer vorausgegangenen psychischen Störung mit affektiven
Residualsymptomen beruht. Schließlich bestehen seit längerer Zeit Probleme in der sozialen
und beruflichen Funktionsfähigkeit.
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| F62.8 |
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Sonstige andauernde Persönlichkeitsänderungen
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Persönlichkeitsänderung bei chronischem
Schmerzsyndrom
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| F62.9 |
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Andauernde Persönlichkeitsänderung, nicht
näher bezeichnet |
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| F63.- |
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Abnorme Gewohnheiten und
Störungen der Impulskontrolle |
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In dieser Kategorie sind
verschiedene nicht an anderer Stelle klassifizierbare Verhaltensstörungen zusammengefaßt.
Sie sind durch wiederholte Handlungen ohne vernünftige Motivation gekennzeichnet, die
nicht kontrolliert werden können und die meist die Interessen des betroffenen Patienten
oder anderer Menschen schädigen. Der betroffene Patient berichtet von impulshaftem
Verhalten. Die Ursachen dieser Störungen sind unklar, sie sind wegen deskriptiver
Ähnlichkeiten hier gemeinsam aufgeführt, nicht weil sie andere wichtige Merkmale teilen.
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Exkl.: |
Abnorme Gewohnheiten und Störungen der
Impulskontrolle, die das sexuelle Verhalten betreffen ( F65.- )
Gewohnheitsmäßiger exzessiver Gebrauch von Alkohol oder psychotropen Substanzen ( F10-F19 )
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| F63.0 |
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Pathologisches Spielen |
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Die Störung besteht in häufigem
und wiederholtem episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung des betroffenen
Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären
Werte und Verpflichtungen führt. |
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Zwanghaftes Spielen
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Exkl.: |
Exzessives Spielen manischer Patienten ( F30.- )
Spielen bei dissozialer Persönlichkeitsstörung ( F60.2 )
Spielen und Wetten o.n.A. (Z72.8)
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| F63.1 |
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Pathologische Brandstiftung [Pyromanie]
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Die Störung ist durch häufige
tatsächliche oder versuchte Brandstiftung an Gebäuden oder anderem Eigentum ohne
verständliches Motiv und durch eine anhaltende Beschäftigung der betroffenen Person mit
Feuer und Brand charakterisiert. Das Verhalten ist häufig mit wachsender innerer Spannung
vor der Handlung und starker Erregung sofort nach ihrer Ausführung verbunden. |
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Exkl.: |
Brandstiftung:
· als Grund zur Beobachtung wegen des Verdachtes einer psychischen Störung (Z03.2)
· bei Intoxikation mit Alkohol oder psychotropen Substanzen ( F10-F19 , vierte Stelle .0)
· bei organischen psychischen Störungen ( F00-F09 )
· bei Schizophrenie ( F20.- )
· bei Störungen des Sozialverhaltens ( F91.- )
· durch Erwachsene mit dissozialer Persönlichkeitsstörung ( F60.2 )
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| F63.2 |
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Pathologisches Stehlen [Kleptomanie]
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Die Störung charakterisiert
wiederholtes Versagen Impulsen zu widerstehen, Dinge zu stehlen, die nicht dem
persönlichen Gebrauch oder der Bereicherung dienen. Statt dessen werden die Gegenstände
weggeworfen, weggegeben oder gehortet. Dieses Verhalten ist meist mit wachsender innerer
Spannung vor der Handlung und einem Gefühl von Befriedigung während und sofort nach der
Tat verbunden. |
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Exkl.: |
Ladendiebstahl als Grund zur Beobachtung wegen
des Verdachtes einer psychischen Störung (Z03.2)
Organische psychische Störungen (
F00-F09 )
Stehlen bei depressiver Störung (
F31-F33 )
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| F63.3 |
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Trichotillomanie |
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Bei dieser Störung kommt es nach
immer wieder mißlungenem Versuch, sich gegen Impulse zum Ausreißen der Haare zu wehren, zu
einem beachtlichen Haarverlust. Das Ausreißen der Haare ist häufig mit dem Gefühl
wachsender Spannung verbunden und einem anschließenden Gefühl von Erleichterung und
Befriedigung. Diese Diagnose soll nicht gestellt werden, wenn zuvor eine Hautentzündung
bestand oder wenn das Ausreißen der Haare eine Reaktion auf ein Wahnphänomen oder eine
Halluzination ist. |
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Exkl.: |
Stereotype Bewegungsstörung mit Haarezupfen
( F98.4 )
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| F63.8 |
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Sonstige abnorme Gewohnheiten und Störungen
der Impulskontrolle |
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In diese Kategorie fallen andere
Arten sich dauernd wiederholenden unangepaßten Verhaltens, die nicht Folge eines
erkennbaren psychiatrischen Syndroms sind und bei denen der betroffene Patient den
Impulsen, das pathologische Verhalten auszuführen, nicht widerstehen kann. Nach einer
vorausgehenden Periode mit Anspannung folgt während des Handlungsablaufs ein Gefühl der
Erleichterung. |
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Störung mit intermittierend auftretender
Reizbarkeit
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| F63.9 |
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Abnorme Gewohnheit und Störung der
Impulskontrolle, nicht näher bezeichnet |
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| F64.- |
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Störungen der
Geschlechtsidentität |
| F64.0 |
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Transsexualismus |
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Der Wunsch, als Angehöriger des
anderen Geschlechtes zu leben und anerkannt zu werden. Dieser geht meist mit Unbehagen
oder dem Gefühl der Nichtzugehörigkeit zum eigenen anatomischen Geschlecht einher. Es
besteht der Wunsch nach chirurgischer und hormoneller Behandlung, um den eigenen Körper
dem bevorzugten Geschlecht soweit wie möglich anzugleichen.
|
| F64.1 |
|
Transvestitismus unter Beibehaltung beider
Geschlechtsrollen |
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Tragen gegengeschlechtlicher
Kleidung, um die zeitweilige Erfahrung der Zugehörigkeit zum anderen Geschlecht zu
erleben. Der Wunsch nach dauerhafter Geschlechtsumwandlung oder chirurgischer Korrektur
besteht nicht; der Kleiderwechsel ist nicht von sexueller Erregung begleitet. |
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Störung der Geschlechtsidentität in der
Adoleszenz oder im Erwachsenenalter, nicht transsexueller Typus
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Exkl.: |
Fetischistischer Transvestitismus ( F65.1 )
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| F64.2 |
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Störung der Geschlechtsidentität des
Kindesalters |
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Diese Störung zeigt sich während
der frühen Kindheit, immer lange vor der Pubertät. Sie ist durch ein anhaltendes und
starkes Unbehagen über das zugefallene Geschlecht gekennzeichnet, zusammen mit dem Wunsch
oder der ständigen Beteuerung, zum anderen Geschlecht zu gehören. Es besteht eine
andauernde Beschäftigung mit der Kleidung oder den Aktivitäten des anderen Geschlechtes
und eine Ablehnung des eigenen Geschlechtes. Die Diagnose erfordert eine tiefgreifende
Störung der normalen Geschlechtsidentität; eine bloße Knabenhaftigkeit bei Mädchen und ein
mädchenhaftes Verhalten bei Jungen sind nicht ausreichend. Geschlechtsidentitätsstörungen
bei Personen, welche die Pubertät erreicht haben oder gerade erreichen, sind nicht hier,
sondern unter F66.- zu klassifizieren. |
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Exkl.: |
Ichdystone Sexualorientierung ( F66.1 )
Sexuelle Reifungskrise ( F66.0 )
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| F64.8 |
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Sonstige Störungen der Geschlechtsidentität
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| F64.9 |
|
Störung der Geschlechtsidentität, nicht näher
bezeichnet |
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Störung der Geschlechtsrolle o.n.A.
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| F65.- |
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Störungen der Sexualpräferenz |
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Inkl.: |
Paraphilie
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| F65.0 |
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Fetischismus |
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Gebrauch toter Objekte als
Stimuli für die sexuelle Erregung und Befriedigung. Viele Fetische stellen eine
Erweiterung des menschlichen Körpers dar, z.B. Kleidungsstücke oder Schuhwerk. Andere
gebräuchliche Beispiele sind Gegenstände aus Gummi, Plastik oder Leder. Die Fetischobjekte
haben individuell wechselnde Bedeutung. In einigen Fällen dienen sie lediglich der
Verstärkung der auf üblichem Wege erreichten sexuellen Erregung (z.B. wenn der Partner ein
bestimmtes Kleidungsstück tragen soll).
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| F65.1 |
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Fetischistischer Transvestitismus |
| |
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Zur Erreichung sexueller
Erregung wird Kleidung des anderen Geschlechts getragen; damit wird der Anschein erweckt,
daß es sich um eine Person des anderen Geschlechts handelt. Fetischistischer
Transvestismus unterscheidet sich vom transsexuellem Transvestitismus durch die deutliche
Kopplung an sexuelle Erregung und das starke Verlangen, die Kleidung nach dem
eingetretenen Orgasmus und dem Nachlassen der sexuellen Erregung abzulegen. Er kann als
eine frühere Phase in der Entwicklung eines Transsexualismus auftreten. |
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Transvestitischer Fetischismus
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| F65.2 |
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Exhibitionismus |
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Die wiederkehrende oder
anhaltende Neigung, die eigenen Genitalien vor meist gegengeschlechtlichen Fremden in der
Öffentlichkeit zu entblößen, ohne zu einem näheren Kontakt aufzufordern oder diesen zu
wünschen. Meist wird das Zeigen von sexueller Erregung begleitet und im allgemeinen kommt
es zu nachfolgender Masturbation.
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| F65.3 |
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Voyeurismus |
| |
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Wiederkehrender oder anhaltender
Drang, anderen Menschen bei sexuellen Aktivitäten oder intimen Tätigkeiten, z.B.
Entkleiden, zuzusehen ohne Wissen der beobachteten Person. Zumeist führt dies beim
Beobachtenden zu sexueller Erregung und Masturbation.
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| F65.4 |
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Pädophilie |
| |
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Sexuelle Präferenz für Kinder,
Jungen oder Mädchen oder Kinder beiderlei Geschlechts, die sich meist in der Vorpubertät
oder in einem frühen Stadium der Pubertät befinden.
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| F65.5 |
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Sadomasochismus |
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Es werden sexuelle Aktivitäten
mit Zufügung von Schmerzen, Erniedrigung oder Fesseln bevorzugt. Wenn die betroffene
Person diese Art der Stimulation erleidet, handelt es sich um Masochismus; wenn sie sie
jemand anderem zufügt, um Sadismus. Oft empfindet die betroffene Person sowohl bei
masochistischen als auch sadistischen Aktivitäten sexuelle Erregung. |
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Masochismus
Sadismus
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| F65.6 |
|
Multiple Störungen der Sexualpräferenz
|
| |
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In manchen Fällen bestehen bei
einer Person mehrere abnorme sexuelle Präferenzen, ohne daß eine im Vordergrund steht. Die
häufigste Kombination ist Fetischismus, Transvestitismus und Sadomasochismus.
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| F65.8 |
|
Sonstige Störungen der Sexualpräferenz
|
| |
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Hier sind eine Vielzahl anderer
sexueller Präferenzen und Aktivitäten zu klassifizieren wie obszöne Telefonanrufe, Pressen
des eigenen Körpers an andere Menschen zur sexuellen Stimulation in Menschenansammlungen,
sexuelle Handlungen an Tieren, Strangulieren und Nutzung der Anoxie zur Steigerung der
sexuellen Erregung. |
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Frotteurismus
Nekrophilie
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| F65.9 |
|
Störung der Sexualpräferenz, nicht näher
bezeichnet |
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Sexuelle Deviation o.n.A.
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| F66.- |
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Psychische und
Verhaltensstörungen in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung |
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Hinw.: |
Die Richtung der sexuellen Orientierung selbst
ist nicht als Störung anzusehen. |
| F66.0 |
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Sexuelle Reifungskrise |
| |
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Die betroffene Person leidet
unter einer Unsicherheit hinsichtlich ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen
Orientierung, mit Ängsten oder Depressionen. Meist kommt dies bei Heranwachsenden vor, die
sich hinsichtlich ihrer homo-, hetero- oder bisexuellen Orientierung nicht sicher sind;
oder bei Menschen, die nach einer Zeit scheinbar stabiler sexueller Orientierung, oftmals
in einer lange dauernden Beziehung, die Erfahrung machen, daß sich ihre sexuelle
Orientierung ändert.
|
| F66.1 |
|
Ichdystone Sexualorientierung |
| |
|
Die Geschlechtsidentität oder
sexuelle Ausrichtung (heterosexuell, homosexuell, bisexuell oder präpubertär) ist
eindeutig, aber die betroffene Person hat den Wunsch, daß diese wegen begleitender
psychischer oder Verhaltensstörungen anders wäre und unterzieht sich möglicherweise einer
Behandlung, um diese zu ändern.
|
| F66.2 |
|
Sexuelle Beziehungsstörung |
| |
|
Die Geschlechtsidentität oder
sexuelle Orientierung (heterosexuell, homosexuell oder bisexuell) bereitet bei der
Aufnahme oder Aufrechterhaltung einer Beziehung mit einem Sexualpartner Probleme.
|
| F66.8 |
|
Sonstige psychische und Verhaltensstörungen
in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung
|
| F66.9 |
|
Psychische und Verhaltensstörung in
Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung, nicht näher bezeichnet
|
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| F68.- |
|
Andere Persönlichkeits- und
Verhaltensstörungen |
| F68.0 |
|
Entwicklung körperlicher
Symptome aus psychischen Gründen |
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Körperliche Symptome, vereinbar
mit und ursprünglich verursacht durch eine belegbare körperliche Störung, Krankheit oder
Behinderung werden wegen des psychischen Zustandes der betroffenen Person aggraviert oder
halten länger an. Der betroffene Patient ist meist durch die Schmerzen oder die
Behinderung beeinträchtigt; sie wird beherrscht von mitunter berechtigten Sorgen über
längerdauernde oder zunehmende Behinderung oder Schmerzen. |
| |
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Rentenneurose
|
| F68.1 |
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Artifizielle Störung
[absichtliches Erzeugen oder Vortäuschen von körperlichen oder psychischen Symptomen oder
Behinderungen] |
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Der betroffene Patient täuscht
Symptome wiederholt ohne einleuchtenden Grund vor und kann sich sogar, um Symptome oder
klinische Zeichen hervorzurufen, absichtlich selbst beschädigen. Die Motivation ist
unklar, vermutlich besteht das Ziel, die Krankenrolle einzunehmen. Die Störung ist oft mit
deutlichen Persönlichkeits- und Beziehungsstörungen kombiniert. |
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Durch Institutionen wandernder Patient
[peregrinating patient]
Hospital-hopper-Syndrom
Münchhausen-Syndrom
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Exkl.: |
Dermatitis factitia (L98.1)
Vortäuschung von Krankheit (mit offensichtlicher Motivation) (Z76.6)
|
| F68.8 |
|
Sonstige näher bezeichnete Persönlichkeits-
und Verhaltensstörungen |
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Charakterstörung o.n.A.
Störung zwischenmenschlicher Beziehung o.n.A.
|
| |
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| F69 |
|
Nicht näher bezeichnete
Persönlichkeits- und Verhaltensstörung |
© 1992-2000 World Health Organization (WHO) / DIMDI.
Die Erstellung erfolgte unter Verwendung der Datenträger der amtlichen ICD-10-Fassung des
Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Veröffentlicht
durch die Weltgesundheitsorganisation unter dem Titel "International Statistical
Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Volumes 1-3". Für
Schäden, die durch Fehler bei der Herstellung bzw. Bearbeitung der amtlichen
deutschsprachigen Fassung der ICD10, des ICD-10-Diagnosenthesaurus, der
ICD-Überleitungstabelle haftet das DIMDI nur, soweit ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit
zur Last fällt. Es wird nur der Ersatz des unmittelbaren Schadens geschuldet.
Für PSYCHOTHERAPIE gilt der in den Nutzungsbedingungen beschriebene Haftungsausschluss.
Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 30.12.2001.
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