World Health Organization - WHO
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information - DIMDIICD-10
Internationale Klassifikation der Krankheiten
10. Revision
Kapitel V
Psychische und Verhaltensstörungen
( F00-F99 )
Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
( F40-F48 )
| Exkl.: |
In Verbindung mit einer Störung des
Sozialverhaltens ( F91.- ,
F92.8 ) |
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| F40.- |
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Phobische Störungen |
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Eine Gruppe von Störungen, bei
der Angst ausschließlich oder überwiegend durch eindeutig definierte, eigentlich
ungefährliche Situationen hervorgerufen wird. In der Folge werden diese Situationen
typischerweise vermieden oder mit Furcht ertragen. Die Befürchtungen des Patienten können
sich auf Einzelsymptome wie Herzklopfen oder Schwächegefühl beziehen, häufig gemeinsam mit
sekundären Ängsten vor dem Sterben, Kontrollverlust oder dem Gefühl, wahnsinnig zu werden.
Allein die Vorstellung, daß die phobische Situation eintreten könnte, erzeugt meist schon
Erwartungsangst. Phobische Angst tritt häufig gleichzeitig mit Depression auf. Ob zwei
Diagnosen, phobische Störung und depressive Episode, erforderlich sind, richtet sich nach
dem zeitlichen Verlauf beider Zustandsbilder und nach therapeutischen Erwägungen zum
Zeitpunkt der Konsultation.
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| F40.0 |
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Agoraphobie |
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Eine relativ gut definierte
Gruppe von Phobien, mit Befürchtungen, das Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, in
Menschenmengen und auf öffentlichen Plätzen zu sein, alleine mit Bahn, Bus oder Flugzeug
zu reisen. Eine Panikstörung kommt als häufiges Merkmal bei gegenwärtigen oder
zurückliegenden Episoden vor. Depressive und zwanghafte Symptome sowie soziale Phobien
sind als zusätzliche Merkmale gleichfalls häufig vorhanden. Die Vermeidung der phobischen
Situation steht oft im Vordergrund, und einige Agoraphobiker erleben nur wenig Angst, da
sie die phobischen Situationen meiden können. |
| F40.00 |
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Ohne Angabe einer Panikstörung |
| F40.01 |
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Mit Panikstörung
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| F40.1 |
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Soziale Phobien |
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Furcht vor prüfender Betrachtung
durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt. Umfassendere soziale
Phobien sind in der Regel mit niedrigem Selbstwertgefühl und Furcht vor Kritik verbunden.
Sie können sich in Beschwerden wie Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Drang zum
Wasserlassen äußern. Dabei meint die betreffende Person manchmal, daß eine dieser
sekundären Manifestationen der Angst das primäre Problem darstellt. Die Symptome können
sich bis zu Panikattacken steigern. |
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Anthropophobie
Soziale Neurose
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| F40.2 |
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Spezifische (isolierte) Phobien |
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Phobien, die auf eng
umschriebene Situationen wie Nähe von bestimmten Tieren, Höhen, Donner, Dunkelheit,
Fliegen, geschlossene Räume, Urinieren oder Defäkieren auf öffentlichen Toiletten, Genuß
bestimmter Speisen, Zahnarztbesuch oder auf den Anblick von Blut oder Verletzungen
beschränkt sind. Obwohl die auslösende Situation streng begrenzt ist, kann sie
Panikzustände wie bei Agoraphobie oder sozialer Phobie hervorrufen. |
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Akrophobie
Einfache Phobie
Klaustrophobie
Tierphobien
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Exkl.: |
Dysmorphophobie (nicht wahnhaft) (
F45.2 )
Nosophobie ( F45.2 )
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| F40.8 |
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Sonstige phobische Störungen
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| F40.9 |
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Phobische Störung, nicht näher bezeichnet |
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Phobie o.n.A.
Phobischer Zustand o.n.A.
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| F41.- |
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Andere Angststörungen |
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Bei diesen Störungen stellen
Manifestationen der Angst die Hauptsymptome dar, ohne auf eine bestimmte
Umgebungssituation bezogen zu sein. Depressive und Zwangssymptome, sogar einige Elemente
phobischer Angst können vorhanden sein, vorausgesetzt, sie sind eindeutig sekundär oder
weniger ausgeprägt.
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| F41.0 |
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Panikstörung [episodisch
paroxysmale Angst] |
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Das wesentliche Kennzeichen sind
wiederkehrende schwere Angstattacken (Panik), die sich nicht auf eine spezifische
Situation oder besondere Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind.
Wie bei anderen Angsterkrankungen zählen zu den wesentlichen Symptomen plötzlich
auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und
Entfremdungsgefühle (Depersonalisation oder Derealisation). Oft entsteht sekundär auch die
Furcht zu sterben, vor Kontrollverlust oder die Angst, wahnsinnig zu werden. Die
Panikstörung soll nicht als Hauptdiagnose verwendet werden, wenn der Betroffene bei Beginn
der Panikattacken an einer depressiven Störung leidet. Unter diesen Umständen sind die
Panikattacken wahrscheinlich sekundäre Folge der Depression. |
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Panikattacke
Panikzustand
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Exkl.: |
Panikstörung mit Agoraphobie (
F40.01 )
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| F41.1 |
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Generalisierte Angststörung |
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Die Angst ist generalisiert und
anhaltend. Sie ist nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt, oder auch nur
besonders betont in solchen Situationen, sie ist vielmehr "frei flottierend". Die
wesentlichen Symptome sind variabel, Beschwerden wie ständige Nervosität, Zittern,
Muskelspannung, Schwitzen, Benommenheit, Herzklopfen, Schwindelgefühle oder
Oberbauchbeschwerden gehören zu diesem Bild. Häufig wird die Befürchtung geäußert, der
Patient selbst oder ein Angehöriger könnten demnächst erkranken oder einen Unfall haben. |
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Angstneurose
Angstreaktion
Angstzustand
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Exkl.: |
Neurasthenie (
F48.0 )
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| F41.2 |
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Angst und depressive Störung,
gemischt |
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Diese Kategorie soll bei
gleichzeitigem Bestehen von Angst und Depression Verwendung finden, jedoch nur, wenn keine
der beiden Störungen eindeutig vorherrscht und keine für sich genommen eine eigenständige
Diagnose rechtfertigt. Treten ängstliche und depressive Symptome in so starker Ausprägung
auf, daß sie einzelne Diagnosen rechtfertigen, sollen beide Diagnosen gestellt und auf
diese Kategorie verzichtet werden. |
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Ängstliche Depression (leicht oder nicht
anhaltend)
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| F41.3 |
|
Andere gemischte Angststörungen |
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Angstsymptome gemischt mit
Merkmalen anderer Störungen in F42-F48. Kein Symptom ist allein schwer genug um die
Diagnose einer anderen Störung zu stellen.
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| F41.8 |
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Sonstige spezifische Angststörungen |
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Angsthysterie
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| F41.9 |
|
Angststörung, nicht näher bezeichnet |
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Angst o.n.A.
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| F42.- |
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Zwangsstörung |
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Wesentliche Kennzeichen sind
wiederkehrende Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Zwangsgedanken sind Ideen,
Vorstellungen oder Impulse, die den Patienten immer wieder stereotyp beschäftigen. Sie
sind fast immer quälend, der Patient versucht häufig erfolglos, Widerstand zu leisten. Die
Gedanken werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich
und häufig abstoßend empfunden werden. Zwangshandlungen oder -rituale sind Stereotypien,
die ständig wiederholt werden. Sie werden weder als angenehm empfunden, noch dienen sie
dazu, an sich nützliche Aufgaben zu erfüllen. Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung
gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das ihm Schaden bringen oder bei dem er
selbst Unheil anrichten könnte. Im allgemeinen wird dieses Verhalten als sinnlos und
ineffektiv erlebt, es wird immer wieder versucht, dagegen anzugehen. Angst ist meist
ständig vorhanden. Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die Angst deutlich. |
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Inkl.: |
Anankastische Neurose
Zwangsneurose
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Exkl.: |
Zwangspersönlichkeit(sstörung) (
F60.5 )
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| F42.0 |
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Vorwiegend Zwangsgedanken oder Grübelzwang |
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Diese können die Form von
zwanghaften Ideen, bildhaften Vorstellungen oder Zwangsimpulsen annehmen, die fast immer
für die betreffende Person quälend sind. Manchmal sind diese Ideen eine endlose Überlegung
unwägbarer Alternativen, häufig verbunden mit der Unfähigkeit, einfache, aber notwendige
Entscheidungen des täglichen Lebens zu treffen. Die Beziehung zwischen Grübelzwängen und
Depression ist besonders eng. Eine Zwangsstörung ist nur dann zu diagnostizieren, wenn der
Grübelzwang nicht während einer depressiven Episode auftritt und anhält.
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| F42.1 |
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Vorwiegend Zwangshandlungen [Zwangsrituale] |
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Die meisten Zwangshandlungen
beziehen sich auf Reinlichkeit (besonders Händewaschen), wiederholte Kontrollen, die
garantieren, daß sich eine möglicherweise gefährliche Situation nicht entwickeln kann oder
übertriebene Ordnung und Sauberkeit. Diesem Verhalten liegt die Furcht vor einer Gefahr
zugrunde, die den Patienten bedroht oder von ihm ausgeht; das Ritual ist ein wirkungsloser
oder symbolischer Versuch, diese Gefahr abzuwenden.
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| F42.2 |
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Zwangsgedanken und -handlungen, gemischt
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| F42.8 |
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Sonstige Zwangsstörungen
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| F42.9 |
|
Zwangsstörung, nicht näher bezeichnet |
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| F43.- |
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Reaktionen auf schwere
Belastungen und Anpassungsstörungen |
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Die Störungen dieses Abschnittes
unterscheiden sich von den übrigen nicht nur aufgrund der Symptomatologie und des
Verlaufs, sondern auch durch die Angabe von ein oder zwei ursächlichen Faktoren: ein
außergewöhnlich belastendes Lebensereignis, das eine akute Belastungsreaktion hervorruft,
oder eine besondere Veränderung im Leben, die zu einer anhaltend unangenehmen Situation
geführt hat und eine Anpassungsstörung hervorruft. Obwohl weniger schwere psychosoziale
Belastungen ("life events") den Beginn und das Erscheinungsbild auch zahlreicher anderer
Störungen dieses Kapitels auslösen und beeinflussen können, ist ihre ätiologische
Bedeutung doch nicht immer ganz klar. In jedem Fall hängt sie zusammen mit der
individuellen, häufig idiosynkratischen Vulnerabilität, das heißt, die Lebensereignisse
sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten und die Art der Krankheit zu
erklären. Im Gegensatz dazu entstehen die hier aufgeführten Störungen immer als direkte
Folge der akuten schweren Belastung oder des kontinuierlichen Traumas. Das belastende
Ereignis oder die andauernden, unangenehmen Umstände sind primäre und ausschlaggebende
Kausalfaktoren, und die Störung wäre ohne ihre Einwirkung nicht entstanden. Die Störungen
dieses Abschnittes können insofern als Anpassungsstörungen bei schwerer oder
kontinuierlicher Belastung angesehen werden, als sie erfolgreiche Bewältigungsstrategien
behindern und aus diesem Grunde zu Problemen der sozialen Funktionsfähigkeit führen.
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| F43.0 |
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Akute Belastungsreaktion |
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Eine vorübergehende Störung, die
sich bei einem psychisch nicht manifest gestörten Menschen als Reaktion auf eine
außergewöhnliche physische oder psychische Belastung entwickelt, und die im allgemeinen
innerhalb von Stunden oder Tagen abklingt. Die individuelle Vulnerabilität und die zur
Verfügung stehenden Bewältigungsmechanismen (Coping-Strategien) spielen bei Auftreten und
Schweregrad der akuten Belastungsreaktionen eine Rolle. Die Symptomatik zeigt
typischerweise ein gemischtes und wechselndes Bild, beginnend mit einer Art von
"Betäubung", mit einer gewissen Bewußtseinseinengung und eingeschränkten Aufmerksamkeit,
einer Unfähigkeit, Reize zu verarbeiten und Desorientiertheit. Diesem Zustand kann ein
weiteres Sichzurückziehen aus der Umweltsituation folgen (bis hin zu dissoziativem Stupor,
siehe F44.2) oder aber ein Unruhezustand und Überaktivität (wie Fluchtreaktion oder Fugue).
Vegetative Zeichen panischer Angst wie Tachykardie, Schwitzen und Erröten treten zumeist
auf. Die Symptome erscheinen im allgemeinen innerhalb von Minuten nach dem belastenden
Ereignis und gehen innerhalb von zwei oder drei Tagen, oft innerhalb von Stunden zurück.
Teilweise oder vollständige Amnesie (siehe F44.0) bezüglich dieser Episode kann vorkommen.
Wenn die Symptome andauern, sollte eine Änderung der Diagnose in Erwägung gezogen werden. |
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Akut:
· Belastungsreaktion
· Krisenreaktion
Kriegsneurose
Krisenzustand
Psychischer Schock
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| F43.1 |
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Posttraumatische
Belastungsstörung |
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Diese entsteht als eine
verzögerte oder protrahierte Reaktion auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation
kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem
Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. Prädisponierende
Faktoren wie bestimmte, z.B. zwanghafte oder asthenische Persönlichkeitszüge oder
neurotische Krankheiten in der Vorgeschichte können die Schwelle für die Entwicklung
dieses Syndroms senken und seinen Verlauf erschweren, aber die letztgenannten Faktoren
sind weder notwendig noch ausreichend, um das Auftreten der Störung zu erklären. Typische
Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen
(Nachhallerinnerungen, Flashbacks), Träumen oder Alpträumen, die vor dem Hintergrund eines
andauernden Gefühls von Betäubtsein und emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden
sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung
gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die
Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer
Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und
Schlafstörung auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und
Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Der Beginn folgt dem Trauma mit
einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann. Der Verlauf ist wechselhaft, in
der Mehrzahl der Fälle kann jedoch eine Heilung erwartet werden. In wenigen Fällen nimmt
die Störung über viele Jahre einen chronischen Verlauf und geht dann in eine andauernde
Persönlichkeitsänderung (F62.0) über. |
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Traumatische Neurose
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| F43.2 |
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Anpassungsstörungen |
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Hierbei handelt es sich um
Zustände von subjektiver Bedrängnis und emotionaler Beeinträchtigung, die im allgemeinen
soziale Funktionen und Leistungen behindern und während des Anpassungsprozesses nach einer
entscheidenden Lebensveränderung oder nach belastenden Lebensereignissen auftreten. Die
Belastung kann das soziale Netz des Betroffenen beschädigt haben (wie bei einem Trauerfall
oder Trennungserlebnissen) oder das weitere Umfeld sozialer Unterstützung oder soziale
Werte (wie bei Emigration oder nach Flucht). Sie kann auch in einem größeren
Entwicklungsschritt oder einer Krise bestehen (wie Schulbesuch, Elternschaft, Mißerfolg,
Erreichen eines ersehnten Zieles und Ruhestand). Die individuelle Prädisposition oder
Vulnerabilität spielt bei dem möglichen Auftreten und bei der Form der Anpassungsstörung
eine bedeutsame Rolle; es ist aber dennoch davon auszugehen, daß das Krankheitsbild ohne
die Belastung nicht entstanden wäre. Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen
depressive Stimmung, Angst oder Sorge (oder eine Mischung von diesen). Außerdem kann ein
Gefühl bestehen, mit den alltäglichen Gegebenheiten nicht zurechtzukommen, diese nicht
vorausplanen oder fortsetzen zu können. Störungen des Sozialverhaltens können insbesondere
bei Jugendlichen ein zusätzliches Symptom sein.
Hervorstechendes Merkmal kann eine kurze oder längere depressive Reaktion oder eine
Störung anderer Gefühle und des Sozialverhaltens sein.
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Hospitalismus bei Kindern
Kulturschock
Trauerreaktion
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Exkl.: |
Trennungsangst in der Kindheit (
F93.0 )
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| F43.8 |
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Sonstige Reaktionen auf schwere Belastung
|
| F43.9 |
|
Reaktion auf schwere Belastung, nicht näher
bezeichnet |
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| F44.- |
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Dissoziative Störungen
[Konversionsstörungen] |
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Das allgemeine Kennzeichen der
dissoziativen oder Konversionstörungen besteht in teilweisem oder völligem Verlust der
normalen Integration der Erinnerung an die Vergangenheit, des Identitätsbewußtseins, der
Wahrnehmung unmittelbarer Empfindungen sowie der Kontrolle von Körperbewegungen. Alle
dissoziativen Störungen neigen nach einigen Wochen oder Monaten zur Remission, besonders
wenn der Beginn mit einem traumatisierenden Lebensereignis verbunden ist. Eher chronische
Störungen, besonders Lähmungen und Gefühlsstörungen, entwickeln sich, wenn der Beginn mit
unlösbaren Problemen oder interpersonalen Schwierigkeiten verbunden ist. Diese Störungen
wurden früher als verschiedene Formen der "Konversionsneurose oder Hysterie"
klassifiziert. Sie werden als ursächlich psychogen angesehen, in enger zeitlicher
Verbindung mit traumatisierenden Ereignissen, unlösbaren oder unerträglichen Konflikten
oder gestörten Beziehungen. Die Symptome verkörpern häufig das Konzept der betroffenen
Person, wie sich eine körperliche Krankheit manifestieren müßte. Körperliche Untersuchung
und Befragungen geben keinen Hinweis auf eine bekannte somatische oder neurologische
Krankheit. Zusätzlich ist der Funktionsverlust offensichtlich Ausdruck emotionaler
Konflikte oder Bedürfnisse. Die Symptome können sich in enger Beziehung zu psychischer
Belastung entwickeln und erscheinen oft plötzlich. Nur Störungen der körperlichen
Funktionen, die normalerweise unter willentlicher Kontrolle stehen, und Verlust der
sinnlichen Wahrnehmung sind hier eingeschlossen. Störungen mit Schmerz und anderen
komplexen körperlichen Empfindungen, die durch das vegetative Nervensystem vermittelt
werden, sind unter Somatisierungsstörungen (F45.0) zu klassifizieren. Die Möglichkeit
eines späteren Auftretens ernsthafter körperlicher oder psychiatrischer Störungen muß
immer mitbedacht werden. |
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Hysterie
Hysterische Psychose
Konversionhysterie
Konversionsreaktion
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| |
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Exkl.: |
Simulation [bewußte Simulation] (Z76.6)
|
| F44.0 |
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Dissoziative Amnesie |
| |
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Das wichtigste Kennzeichen ist
der Verlust der Erinnerung für meist wichtige aktuelle Ereignisse, die nicht durch eine
organische psychische Störung bedingt ist und für den eine übliche Vergeßlichkeit oder
Ermüdung als Erklärung nicht ausreicht. Die Amnesie bezieht sich meist auf traumatische
Ereignisse wie Unfälle oder unerwartete Trauerfälle und ist in der Regel unvollständig und
selektiv. Eine vollständige und generalisierte Amnesie ist selten, dann gewöhnlich Symptom
einer Fugue (F44.1) und auch als solche zu klassifizieren. Die Diagnose sollte nicht bei
hirnorganischen Störungen, Intoxikationen oder extremer Erschöpfung gestellt werden. |
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|
Exkl.: |
Alkohol- oder sonstige substanzbedingte
amnestische Störung ( F10-F19
, vierte Stelle .6)
Amnesie:
· anterograd (R41.1)
· retrograd (R41.2)
· o.n.A. (R41.3)
Nicht alkoholbedingtes organisches amnestisches Syndrom (
F04 )
Postiktale Amnesie bei Epilepsie (G40.-)
|
| F44.1 |
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Dissoziative Fugue |
| |
|
Eine dissoziative Fugue ist eine
zielgerichtete Ortsveränderung, die über die gewöhnliche Alltagsmobilität hinausgeht.
Darüber hinaus zeigt sie alle Kennzeichen einer dissoziativen Amnesie (F44.0). Obwohl für
die Zeit der Fugue eine Amnesie besteht, kann das Verhalten des Patienten während dieser
Zeit auf unabhängige Beobachter vollständig normal wirken. |
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Exkl.: |
Postiktale Fugue bei Epilepsie (G40.-)
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| F44.2 |
|
Dissoziativer Stupor |
| |
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Dissoziativer Stupor wird
aufgrund einer beträchtlichen Verringerung oder des Fehlens von willkürlichen Bewegungen
und normalen Reaktionen auf äußere Reize wie Licht, Geräusche oder Berührung
diagnostiziert. Dabei lassen Befragung und Untersuchung keinen Anhalt für eine körperliche
Ursache erkennen. Zusätzliche Hinweise auf die psychogene Verursachung geben kurz
vorhergegangene belastende Ereignisse oder Probleme. |
| |
|
Exkl.: |
Organische katatone Störung (
F06.1 )
Stupor:
· depressiv ( F31-F33 )
· kataton ( F20.2 )
· manisch ( F30.2 )
· o.n.A. (R40.1)
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| F44.3 |
|
Trance- und Besessenheitszustände |
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Bei diesen Störungen tritt ein
zeitweiliger Verlust der persönlichen Identität und der vollständigen Wahrnehmung der
Umgebung auf. Hier sind nur Trancezustände zu klassifizieren, die unfreiwillig oder
ungewollt sind, und die außerhalb von religiösen oder kulturell akzeptierten Situationen
auftreten. |
| |
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Exkl.: |
Zustandsbilder bei:
· Intoxikation mit psychotropen Substanzen (
F10-F19 , vierte Stelle .0)
· organischem Psychosyndrom nach Schädelhirntrauma (
F07.2 )
· organischer Persönlichkeitsstörung (
F07.0 )
· Schizophrenie ( F20.- )
· vorübergehenden akuten psychotischen Störungen (
F23.- )
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| F44.4 |
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Dissoziative Bewegungsstörungen |
| |
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Die häufigsten Formen zeigen den
vollständigen oder teilweisen Verlust der Bewegungsfähigkeit eines oder mehrerer
Körperglieder. Sie haben große Ähnlichkeit mit fast jeder Form von Ataxie, Apraxie,
Akinesie, Aphonie, Dysarthrie, Dyskinesie, Anfällen oder Lähmungen. |
| |
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Psychogen:
· Aphonie
· Dysphonie
|
| F44.5 |
|
Dissoziative Krampfanfälle |
| |
|
Dissoziative Krampfanfälle
können epileptischen Anfällen bezüglich ihrer Bewegungen sehr stark ähneln. Zungenbiß,
Verletzungen beim Sturz oder Urininkontinenz sind jedoch selten. Ein Bewußtseinsverlust
fehlt oder es findet sich statt dessen ein stupor- oder tranceähnlicher Zustand.
|
| F44.6 |
|
Dissoziative Sensibilitäts- und
Empfindungsstörungen |
| |
|
Die Grenzen anästhetischer
Hautareale entsprechen oft eher den Vorstellungen des Patienten über Körperfunktionen als
medizinischen Tatsachen. Es kann auch unterschiedliche Ausfälle der sensorischen
Modalitäten geben, die nicht Folge einer neurologischen Läsion sein können. Sensorische
Ausfälle können von Klagen über Parästhesien begleitet sein. Vollständige Seh- oder
Hörverluste bei dissoziativen Störungen sind selten. |
| |
|
Psychogene Schwerhörigkeit oder Taubheit
|
| F44.7 |
|
Dissoziative Störungen
[Konversionsstörungen], gemischt |
| |
|
Kombinationen der unter
F44.0-F44.6 beschriebenen Störungen.
|
| F44.8 |
|
Sonstige dissoziative Störungen
[Konversionsstörungen] |
| F44.80 |
|
Ganser-Syndrom |
| F44.81 |
|
Multiple Persönlichkeit(sstörung) |
| F44.82 |
|
Transitorische dissoziative Störungen
[Konversionsstörungen] in Kindheit und Jugend |
| F44.88 |
|
Sonstige dissoziative Störungen
[Konversionsstörungen] |
| |
|
Psychogen:
· Dämmerzustand
· Verwirrtheit
|
| F44.9 |
|
Dissoziative Störung [Konversionsstörung],
nicht näher bezeichnet |
| |
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|
|
|
|
|
|
|
| F45.- |
|
Somatoforme Störungen |
| |
|
Das Charakteristikum ist die
wiederholte Darbietung körperlicher Symptome in Verbindung mit hartnäckigen Forderungen
nach medizinischen Untersuchungen trotz wiederholter negativer Ergebnisse und Versicherung
der Ärzte, daß die Symptome nicht körperlich begründbar sind. Wenn somatische Störungen
vorhanden sind, erklären sie nicht die Art und das Ausmaß der Symptome, das Leiden und die
innerliche Beteiligung des Patienten. |
| |
|
Exkl.: |
Ausreißen der Haare (
F98.4 )
Daumenlutschen ( F98.8 )
Dissoziative Störungen ( F44.- )
Lallen ( F80.0 )
Lispeln ( F80.8 )
Nägelkauen ( F98.8 )
Psychologische oder Verhaltensfaktoren bei anderenorts klassifizierten Störungen und
Krankheiten ( F54 )
Sexuelle Funktionsstörungen, nicht verursacht durch eine organische Störung oder Krankheit
( F52.- )
Ticstörungen (im Kindes- und Jugendalter) (
F95.- )
Tourette-Syndrom ( F95.2 )
Trichotillomanie ( F63.3 )
|
| F45.0 |
|
Somatisierungsstörung |
| |
|
Charakteristisch sind multiple,
wiederholt auftretende und häufig wechselnde körperliche Symptome, die wenigstens zwei
Jahre bestehen. Die meisten Patienten haben eine lange und komplizierte Patienten-Karriere
hinter sich, sowohl in der Primärversorgung als auch in spezialisierten medizinischen
Einrichtungen, wo viele negative Untersuchungen und ergebnislose explorative Operationen
durchgeführt sein können. Die Symptome können sich auf jeden Körperteil oder jedes System
des Körpers beziehen. Der Verlauf der Störung ist chronisch und fluktuierend und häufig
mit einer langdauernden Störung des sozialen, interpersonalen und familiären Verhaltens
verbunden. Eine kurzdauernde (weniger als zwei Jahre) und weniger auffallende Symptomatik
wird besser unter F45.1 klassifiziert (undifferenzierte Somatisierungsstörung). |
| |
|
Briquet-Syndrom
Multiple psychosomatische Störung
|
| |
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Exkl.: |
Simulation [bewußte Simulation] (Z76.6)
|
| F45.1 |
|
Undifferenzierte Somatisierungsstörung |
| |
|
Wenn die körperlichen
Beschwerden zahlreich, unterschiedlich und hartnäckig sind, aber das vollständige und
typische klinische Bild einer Somatisierungsstörung nicht erfüllt ist, ist die Diagnose
undifferenzierte Somatisierungsstörung zu erwägen. |
| |
|
Undifferenzierte psychosomatische Störung
|
| F45.2 |
|
Hypochondrische Störung |
| |
|
Vorherrschendes Kennzeichen ist
eine beharrliche Beschäftigung mit der Möglichkeit, an einer oder mehreren schweren und
fortschreitenden körperlichen Krankheiten zu leiden. Die Patienten manifestieren
anhaltende körperliche Beschwerden oder anhaltende Beschäftigung mit ihren körperlichen
Phänomenen. Normale oder allgemeine Körperwahrnehmungen und Symptome werden von dem
betreffenden Patienten oft als abnorm und belastend interpretiert und die Aufmerksamkeit
meist auf nur ein oder zwei Organe oder Organsysteme des Körpers fokussiert. Depression
und Angst finden sich häufig und können dann zusätzliche Diagnosen rechtfertigen. |
| |
|
Dysmorphophobie (nicht wahnhaft)
Hypochondrie
Hypochondrische Neurose
Körperdysmorphophobe Störung
Nosophobie
|
| |
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Exkl.: |
Auf die körperlichen Funktionen oder die
Körperform fixierte Wahnphänomene (
F22.- )
Wahnhafte Dysmorphophobie ( F22.8
)
|
| F45.3 |
|
Somatoforme autonome
Funktionsstörung |
| |
|
Die Symptome werden vom
Patienten so geschildert, als beruhten sie auf der körperlichen Krankheit eines Systems
oder eines Organs, das weitgehend oder vollständig vegetativ innerviert und kontrolliert
wird, so etwa des kardiovaskulären, des gastrointestinalen, des respiratorischen oder des
urogenitalen Systems. Es finden sich meist zwei Symptomgruppen, die beide nicht auf eine
körperliche Krankheit des betreffenden Organs oder Systems hinweisen. Die erste Gruppe
umfaßt Beschwerden, die auf objektivierbaren Symptomen der vegetativen Stimulation beruhen
wie etwa Herzklopfen, Schwitzen, Erröten, Zittern. Sie sind Ausdruck der Furcht vor und
Beeinträchtigung durch eine(r) somatische(n) Störung. Die zweite Gruppe beinhaltet
subjektive Beschwerden unspezifischer und wechselnder Natur, wie flüchtige Schmerzen,
Brennen, Schwere, Enge und Gefühle, aufgebläht oder auseinandergezogen zu werden, die vom
Patienten einem spezifischen Organ oder System zugeordnet werden. |
| |
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Da-Costa-Syndrom
Herzneurose
Magenneurose
Neurozirkulatorische Asthenie
Psychogene Formen:
· Aerophagie
· Colon irritabile
· Diarrhoe
· Dyspepsie
· Dysurie
· erhöhte Miktionshäufigkeit
· Flatulenz
· Husten
· Hyperventilation
· Pylorospasmen
· Singultus
|
| |
|
Exkl.: |
Psychische und Verhaltenseinflüsse bei
anderenorts klassifizierten Störungen oder Krankheiten (
F54 )
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| F45.30 |
|
Nicht näher bezeichnetes Organ oder System |
| F45.31 |
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Herz und Kreislaufsystem |
| F45.32 |
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Oberes Verdauungssystem |
| F45.33 |
|
Unterer Verdauungssystem |
| F45.34 |
|
Atmungssystem |
| F45.35 |
|
Urogenitalsystem |
| F45.38 |
|
Sonstige Organe und Systeme |
| F45.39 |
|
Mehrere Organe und Systeme
|
| F45.4 |
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Anhaltende somatoforme
Schmerzstörung |
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Die vorherrschende Beschwerde
ist ein andauernder, schwerer und quälender Schmerz, der durch einen physiologischen
Prozeß oder eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden kann. Er tritt in
Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen auf, die
schwerwiegend genug sein sollten, um als entscheidende ursächliche Faktoren gelten zu
können. Die Folge ist meist eine beträchtlich gesteigerte persönliche oder medizinische
Hilfe und Unterstützung. Schmerzzustände mit vermutlich psychogenem Ursprung, die im
Verlauf depressiver Störungen oder einer Schizophrenie auftreten, sollten hier nicht
berücksichtigt werden. |
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Psychalgie
Psychogen:
· Kopfschmerz
· Rückenschmerz
Somatoforme Schmerzstörung
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Exkl.: |
Rückenschmerzen o.n.A. (M54.9-)
Schmerz:
· akut (R52.0)
· chronisch (R52.2)
· therapieresistent (R52.1)
· o.n.A. (R52.9)
Spannungskopfschmerz (G44.2)
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| F45.8 |
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Sonstige somatoforme Störungen |
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Hier sollten alle anderen
Störungen der Wahrnehmung, der Körperfunktion und des Krankheitsverhaltens klassifiziert
werden, die nicht durch das vegetative Nervensystem vermittelt werden, die auf spezifische
Teile oder Systeme des Körpers begrenzt sind und mit belastenden Ereignissen oder
Problemen eng in Verbindung stehen. |
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Psychogen:
· Dysmenorrhoe
· Dysphagie, einschließlich "Globus hystericus"
· Pruritus
· Tortikollis
· Zähneknirschen
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| F45.9 |
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Somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet |
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Psychosomatische Störung o.n.A.
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| F48.- |
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Andere neurotische Störungen |
| F48.0 |
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Neurasthenie |
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Im Erscheinungsbild zeigen sich
beträchtliche kulturelle Unterschiede. Zwei Hauptformen überschneiden sich beträchtlich.
Bei einer Form ist das Hauptcharakteristikum die Klage über vermehrte Müdigkeit nach
geistigen Anstrengungen, häufig verbunden mit abnehmender Arbeitsleistung oder
Effektivität bei der Bewältigung täglicher Aufgaben. Die geistige Ermüdbarkeit wird
typischerweise als unangenehmes Eindringen ablenkender Assoziationen oder Erinnerungen
beschrieben, als Konzentrationsschwäche und allgemein ineffektives Denken. Bei der anderen
Form liegt das Schwergewicht auf Gefühlen körperlicher Schwäche und Erschöpfung nach nur
geringer Anstrengung, begleitet von muskulären und anderen Schmerzen und der Unfähigkeit,
sich zu entspannen. Bei beiden Formen finden sich eine ganze Reihe von anderen
unangenehmen körperlichen Empfindungen wie Schwindelgefühl, Spannungskopfschmerz und
allgemeine Unsicherheit. Sorge über abnehmendes geistiges und körperliches Wohlbefinden,
Reizbarkeit, Freudlosigkeit, Depres | | |