World Health Organization - WHO
Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information - DIMDIICD-10
Internationale Klassifikation der Krankheiten
10. Revision
Kapitel V
Psychische und Verhaltensstörungen
( F00-F99 )
Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
( F20-F29 )
| In diesem Abschnitt finden sich die Schizophrenie als
das wichtigste Krankheitsbild dieser Gruppe, die schizotype Störung, die anhaltenden wahnhaften
Störungen und eine größere Gruppe akuter vorübergehender psychotischer Störungen. Schizoaffektive
Störungen werden trotz ihrer umstrittenen Natur weiterhin hier aufgeführt. |
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| F20.- |
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Schizophrenie |
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Die schizophrenen Störungen sind im
allgemeinen durch grundlegende und charakteristische Störungen von Denken und Wahrnehmung sowie
inadäquate oder verflachte Affekte gekennzeichnet. Die Bewußtseinsklarheit und intellektuellen
Fähigkeiten sind in der Regel nicht beeinträchtigt, obwohl sich im Laufe der Zeit gewisse
kognitive Defizite entwickeln können. Die wichtigsten psychopathologischen Phänomene sind
Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung oder Gedankenentzug, Gedankenausbreitung, Wahnwahrnehmung,
Kontrollwahn, Beeinflussungswahn oder das Gefühl des Gemachten, Stimmen, die in der dritten Person
den Patienten kommentieren oder über ihn sprechen, Denkstörungen und Negativsymptome.
Der Verlauf der schizophrenen Störungen kann entweder kontinuierlich episodisch mit zunehmenden
oder stabilen Defiziten sein, oder es können eine oder mehrere Episoden mit vollständiger oder
unvollständiger Remission auftreten.
Die Diagnose Schizophrenie soll bei ausgeprägten depressiven oder manischen Symptomen nicht
gestellt werden, es sei denn, schizophrene Symptome wären der affektiven Störung vorausgegangen.
Ebensowenig ist eine Schizophrenie bei eindeutiger Gehirnerkrankung, während einer Intoxikation
oder während eines Entzugssyndroms zu diagnostizieren. Ähnliche Störungen bei Epilepsie oder
anderen Hirnerkrankungen sollen unter F06.2 kodiert werden, die durch psychotrope Substanzen
bedingten psychotischen Störungen unter F10-F19, vierte Stelle .5.
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Exkl.: |
Schizophrene Reaktion( F23.2 )
Schizophrenie:
· akut (undifferenziert)( F23.2 )
· zyklisch ( F25.2 )
Schizotype Störung ( F21 )
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| F20.0 |
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Paranoide Schizophrenie |
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Die paranoide Schizophrenie ist durch
beständige, häufig paranoide Wahnvorstellungen gekennzeichnet, meist begleitet von akustischen
Halluzinationen und Wahrnehmungsstörungen. Störungen der Stimmung, des Antriebs und der Sprache,
katatone Symptome fehlen entweder oder sind wenig auffallend. |
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Paraphrene Schizophrenie
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Exkl.: |
Paranoia ( F22.0 )
Paranoider Involutionszustand ( F22.8 )
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| F20.1 |
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Hebephrene Schizophrenie |
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Eine Form der Schizophrenie, bei der die
affektiven Veränderungen im Vordergrund stehen, Wahnvorstellungen und Halluzinationen flüchtig und
bruchstückhaft auftreten, das Verhalten verantwortungslos und unvorhersehbar ist und Manierismen
häufig sind. Die Stimmung ist flach und unangemessen. Das Denken ist desorganisiert, die Sprache
zerfahren. Der Kranke neigt dazu, sich sozial zu isolieren. Wegen der schnellen Entwicklung der
Minussymptomatik, besonders von Affektverflachung und Antriebsverlust, ist die Prognose zumeist
schlecht. Eine Hebephrenie soll in aller Regel nur bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen
diagnostiziert werden. |
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Desintegrative Schizophrenie
Hebephrenie
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| F20.2 |
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Katatone Schizophrenie |
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Die katatone Schizophrenie ist
gekennzeichnet von den im Vordergrund stehenden psychomotorischen Störungen, die zwischen Extremen
wie Erregung und Stupor sowie Befehlsautomatismus und Negativismus alternieren können.
Zwangshaltungen und -stellungen können lange Zeit beibehalten werden. Episodenhafte schwere
Erregungszustände können ein Charakteristikum dieses Krankheitsbildes sein. Die katatonen
Phänomene können mit einem traumähnlichen (oneiroiden) Zustand mit lebhaften szenischen
Halluzinationen verbunden sein. |
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Katatoner Stupor
Schizophren:
· Flexibilitas cerea
· Katalepsie
· Katatonie
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| F20.3 |
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Undifferenzierte Schizophrenie |
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Diese Kategorie soll für psychotische
Zustandsbilder verwendet werden, welche die allgemeinen diagnostischen Kriterien der Schizophrenie
(F20) erfüllen, ohne einer der Unterformen von F20.0-F20.2 zu entsprechen, oder die Merkmale von
mehr als einer aufweisen, ohne daß bestimmte diagnostische Charakteristika eindeutig überwiegen. |
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Atypische Schizophrenie
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Exkl.: |
Akute schizophreniforme psychotische Störung (
F23.2 )
Chronische undifferenzierte Schizophrenie ( F20.5 )
Postschizophrene Depression ( F20.4 )
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| F20.4 |
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Postschizophrene Depression |
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Eine unter Umständen länger anhaltende
depressive Episode, die im Anschluß an eine schizophrene Krankheit auftritt. Einige "positive"
oder "negative" schizophrene Symptome müssen noch vorhanden sein, beherrschen aber das klinische
Bild nicht mehr. Diese depressiven Zustände sind mit einem erhöhten Suizidrisiko verbunden.
Wenn der Patient keine schizophrenen Symptome mehr aufweist, sollte eine depressive Episode
diagnostiziert werden (F32.-). Wenn floride schizophrene Symptome noch im Vordergrund stehen,
sollte die entsprechende schizophrene Unterform (F20.0-F20.3) diagnostiziert werden.
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| F20.5 |
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Schizophrenes Residuum |
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Ein chronisches Stadium in der
Entwicklung einer schizophrenen Krankheit, bei welchem eine eindeutige Verschlechterung von einem
frühen zu einem späteren Stadium vorliegt und das durch langandauernde, jedoch nicht unbedingt
irreversible "negative" Symptome charakterisiert ist. Hierzu gehören psychomotorische
Verlangsamung, verminderte Aktivität, Affektverflachung, Passivität und Initiativemangel,
qualitative und quantitative Sprachverarmung, geringe nonverbale Kommunikation durch
Gesichtsausdruck, Blickkontakt, Modulation der Stimme und Körperhaltung, Vernachlässigung der
Körperpflege und nachlassende soziale Leistungsfähigkeit. |
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Chronische undifferenzierte Schizophrenie
Restzustand
Schizophrener Residualzustand
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| F20.6 |
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Schizophrenia simplex |
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Eine Störung mit schleichender
Progredienz von merkwürdigem Verhalten, mit einer Einschränkung, gesellschaftliche Anforderungen
zu erfüllen und mit Verschlechterung der allgemeinen Leistungsfähigkeit. Die charakteristische
Negativsymptomatik des schizophrenen Residuums (Affektverflachung und Antriebsminderung)
entwickelt sich ohne vorhergehende produktive psychotische Symptome.
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| F20.8 |
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Sonstige Schizophrenie |
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Schizophreniform:
· Psychose o.n.A.
· Störung o.n.A.
Zönästhetische (zönästhopathische) Schizophrenie
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Exkl.: |
Kurze schizophreniforme Störungen (
F23.2 )
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| F20.9 |
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Schizophrenie, nicht näher bezeichnet |
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| F21 |
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Schizotype Störung |
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Eine Störung mit exzentrischem Verhalten
und Anomalien des Denkens und der Stimmung, die schizophren wirken, obwohl nie eindeutige und
charakteristische schizophrene Symptome aufgetreten sind. Es kommen vor: ein kalter Affekt,
Anhedonie und seltsames und exzentrisches Verhalten, Tendenz zu sozialem Rückzug, paranoische oder
bizarre Ideen, die aber nicht bis zu eigentlichen Wahnvorstellungen gehen, zwanghaftes Grübeln,
Denk- und Wahrnehmungsstörungen, gelegentlich vorübergehende, quasipsychotische Episoden mit
intensiven Illusionen, akustischen oder anderen Halluzinationen und wahnähnlichen Ideen, meist
ohne äußere Veranlassung. Es läßt sich kein klarer Beginn feststellen; Entwicklung und Verlauf
entsprechen gewöhnlich einer Persönlichkeitsstörung. |
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Latente schizophrene Reaktion
Schizophrenie:
· Borderline
· latent
· präpsychotisch
· prodromal
· pseudoneurotisch
· pseudopsychopathisch
Schizotype Persönlichkeitsstörung
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Exkl.: |
Asperger-Syndrom ( F84.5 )
Schizoide Persönlichkeitsstörung ( F60.1 )
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| F22.- |
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Anhaltende wahnhafte Störungen |
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Diese Gruppe enthält eine Reihe von
Störungen, bei denen ein langandauernder Wahn das einzige oder das am meisten ins Auge fallende
klinische Charakteristikum darstellt, und die nicht als organisch, schizophren oder affektiv
klassifiziert werden können. Wahnhafte Störungen, die nur wenige Monate angedauert haben, sollten
wenigstens vorläufig unter F23.- kodiert werden.
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| F22.0 |
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Wahnhafte Störung |
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Eine Störung charakterisiert durch die
Entwicklung eines einzelnen Wahns oder mehrerer aufeinander bezogener Wahninhalte, die im
allgemeinen lange, manchmal lebenslang, andauern. Der Inhalt des Wahns oder des Wahnsystems ist
sehr unterschiedlich. Eindeutige und anhaltende akustische Halluzinationen (Stimmen), schizophrene
Symptome wie Kontrollwahn oder Affektverflachung und eine eindeutige Gehirnerkrankung sind nicht
mit der Diagnose vereinbar. Gelegentliche oder vorübergehende akustische Halluzinationen schließen
besonders bei älteren Patienten die Diagnose jedoch nicht aus, solange diese Symptome nicht
typisch schizophren erscheinen und nur einen kleinen Teil des klinischen Bildes ausmachen. |
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Paranoia
Paranoid:
· Psychose
· Zustand
Sensitiver Beziehungswahn
Späte Paraphrenie
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Exkl.: |
Paranoid:
· Persönlichkeitsstörung ( F60.0 )
· psychogene Psychose ( F23.3 )
· Reaktion ( F23.3 )
· Schizophrenie ( F20.0 )
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| F22.8 |
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Sonstige anhaltende wahnhafte Störungen |
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Hierbei handelt es sich um Störungen,
bei denen ein Wahn oder Wahnsysteme von anhaltenden Stimmen oder von schizophrenen Symptomen
begleitet werden, die aber nicht die Diagnose Schizophrenie (F20.-) erfüllen. |
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Paranoides Zustandsbild im Involutionsalter
Querulantenwahn (Paranoia querulans)
Wahnhafte Dysmorphophobie
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| F22.9 |
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Anhaltende wahnhafte Störung, nicht näher bezeichnet |
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| F23.- |
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Akute vorübergehende psychotische Störungen |
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Eine heterogene Gruppe von Störungen,
die durch den akuten Beginn der psychotischen Symptome, wie Wahnvorstellungen, Halluzinationen und
andere Wahrnehmungsstörungen, und durch eine schwere Störung des normalen Verhaltens
charakterisiert sind. Der akute Beginn wird als Crescendo-Entwicklung eines eindeutig abnormen
klinischen Bildes innerhalb von 2 Wochen oder weniger definiert. Bei diesen Störungen gibt es
keine Hinweise für eine organische Verursachung. Ratlosigkeit und Verwirrtheit kommen häufig vor,
die zeitliche, örtliche und personale Desorientiertheit ist jedoch nicht andauernd oder schwer
genug, um die Kriterien für ein organisch verursachtes Delir (F05.-) zu erfüllen. Eine
vollständige Besserung erfolgt in der Regel innerhalb weniger Monate, oft bereits nach wenigen
Wochen oder nur Tagen. Wenn die Störung weiterbesteht, wird eine Änderung der Kodierung notwendig.
Die Störung kann im Zusammenhang mit einer akuten Belastung stehen, definiert als belastendes
Ereignis ein oder zwei Wochen vor Beginn der Störung.
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| F23.0 |
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Akute polymorphe psychotische Störung ohne
Symptome einer Schizophrenie |
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Eine akute psychotische Störung, bei der
Halluzinationen, Wahnphänomene und Wahrnehmungsstörungen vorhanden, aber sehr unterschiedlich
ausgeprägt sind und von Tag zu Tag oder sogar von Stunde zu Stunde zu wechseln. Häufig findet sich
auch emotionales Aufgewühltsein mit intensiven vorübergehenden Glücksgefühlen und Ekstase oder
Angst und Reizbarkeit. Die Vielgestaltigkeit und Unbeständigkeit sind für das gesamte klinische
Bild charakteristisch; die psychotischen Merkmale erfüllen nicht die Kriterien für Schizophrenie
(F20.-). Diese Störungen beginnen abrupt, entwickeln sich rasch innerhalb weniger Tage und zeigen
häufig eine schnelle und anhaltende Rückbildung der Symptome ohne Rückfall. Wenn die Symptome
andauern, sollte die Diagnose in anhaltende wahnhafte Störung (F22.-) geändert werden.
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Bouffée délirante ohne Symptome einer Schizophrenie oder
nicht näher bezeichnet
Zykloide Psychose ohne Symptome einer Schizophrenie oder nicht näher bezeichnet
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| F23.1 |
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Akute polymorphe psychotische Störung mit
Symptomen einer Schizophrenie |
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Eine akute psychotische Störung mit
vielgestaltigem und unbeständigem klinischem Bild, wie unter F23.0 beschrieben; trotz dieser
Unbeständigkeit aber sind in der überwiegenden Zeit auch einige für die Schizophrenie typische
Symptome vorhanden. Wenn die schizophrenen Symptome andauern, ist die Diagnose in Schizophrenie
(F20.-) zu ändern. |
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Bouffée délirante mit Symptomen einer Schizophrenie
Zykloide Psychose mit Symptomen einer Schizophrenie
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| F23.2 |
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Akute schizophreniforme psychotische Störung |
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Eine akute psychotische Störung, bei der
die psychotischen Symptome vergleichsweise stabil sind und die Kriterien für Schizophrenie (F20.-)
erfüllen, aber weniger als einen Monat bestanden haben. Die polymorphen, unbeständigen Merkmale,
die unter F23.0 beschrieben wurden, fehlen. Wenn die schizophrenen Symptome andauern, ist die
Diagnose in Schizophrenie (F20.-) zu ändern. |
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Akute (undifferenzierte) Schizophrenie
Kurze schizophreniforme:
· Psychose
· Störung
Oneirophrenie
Schizophrene Reaktion
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Exkl.: |
Organische wahnhafte [schizophreniforme] Störung (
F06.2 )
Schizophreniforme Störung o.n.A. ( F20.8 )
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| F23.3 |
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Sonstige akute vorwiegend wahnhafte psychotische Störungen |
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Es handelt sich um eine akute
psychotische Störung, bei der verhältnismäßig stabile Wahnphänomene oder Halluzinationen die
hauptsächlichen klinischen Merkmale darstellen, aber nicht die Kriterien für eine Schizophrenie
erfüllen (F20.-). Wenn die Wahnphänomene andauern, ist die Diagnose in anhaltende wahnhafte
Störung (F22.-) zu ändern. |
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Paranoide Reaktion
Psychogene paranoide Psychose
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| F23.8 |
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Sonstige akute vorübergehende psychotische Störungen |
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Hier sollen alle anderen nicht näher
bezeichneten akuten psychotischen Störungen, ohne Anhalt für eine organische Ursache,
klassifiziert werden und die nicht die Kriterien für F23.0-F23.3 erfüllen.
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| F23.9 |
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Akute vorübergehende psychotische Störung, nicht
näher bezeichnet |
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Kurze reaktive Psychose o.n.A. Reaktive Psychose
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| F24 |
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Induzierte wahnhafte Störung |
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Es handelt sich um eine wahnhafte
Störung, die von zwei Personen mit einer engen emotionalen Bindung geteilt wird. Nur eine von
beiden leidet unter einer echten psychotischen Störung; die Wahnvorstellungen bei der anderen
Person sind induziert und werden bei der Trennung des Paares meist aufgegeben. |
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Folie à deux
Induziert:
· paranoide Störung
· psychotische Störung
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| F25.- |
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Schizoaffektive Störungen |
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Episodische Störungen, bei denen sowohl
affektive als auch schizophrene Symptome auftreten, aber die weder die Kriterien für Schizophrenie
noch für eine depressive oder manische Episode erfüllen. Andere Zustandsbilder, bei denen
affektive Symptome eine vorher bestehende Schizophrenie überlagern, oder bei denen sie mit anderen
anhaltenden Wahnkrankheiten gemeinsam auftreten oder alternieren, sind unter F20-F29 zu kodieren.
Parathyme psychotische Symptome bei affektiven Störungen rechtfertigen die Diagnose einer
schizoaffektiven Störung nicht.
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| F25.0 |
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Schizoaffektive Störung, gegenwärtig manisch |
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Eine Störung, bei der sowohl
schizophrene als auch manische Symptome vorliegen und deshalb weder die Diagnose einer
Schizophrenie noch einer manischen Episode gerechtfertigt ist. Diese Kategorie ist sowohl für
einzelne Episoden als auch für rezidivierende Störungen zu verwenden, bei denen die Mehrzahl der
Episoden schizomanisch ist. |
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Schizoaffektive Psychose, manischer Typ
Schizophreniforme Psychose, manischer Typ
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| F25.1 |
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Schizoaffektive Störung, gegenwärtig depressiv |
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Eine Störung, bei der sowohl
schizophrene als auch depressive Symptome vorliegen und deshalb weder die Diagnose einer
Schizophrenie noch einer depressiven Episode gerechtfertigt ist. Diese Kategorie ist sowohl für
einzelne Episoden als auch für rezidivierende Störungen zu verwenden, bei denen die Mehrzahl der
Episoden schizodepressiv ist. |
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Schizoaffektive Psychose, depressiver Typ
Schizophreniforme Psychose, depressiver Typ
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| F25.2 |
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Gemischte schizoaffektive Störung |
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Gemischte schizophrene und affektive Psychose
Zyklische Schizophrenie
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| F25.8 |
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Sonstige schizoaffektive Störungen
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| F25.9 |
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Schizoaffektive Störung, nicht näher bezeichnet |
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Schizoaffektive Psychose o.n.A.
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| F28 |
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Sonstige nichtorganische psychotische Störungen |
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Hier sind wahnhafte oder
halluzinatorische Störungen zu kodieren, die nicht die Kriterien für Schizophrenie (F20.-), für
anhaltende wahnhafte Störungen (F22.-), für akute vorübergehende psychotische Störungen (F23.-),
für psychotische Formen der manischen Episode (F30.2) oder für eine schwere depressive Episode
(F32.3) erfüllen. |
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Chronisch halluzinatorische Psychose
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| F29 |
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Nicht näher bezeichnete nichtorganische Psychose |
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Psychose o.n.A.
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Exkl.: |
Organische oder symptomatische Psychose o.n.A. (
F09 ) Psychische Störung o.n.A. (
F99 )
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© 1992-2000 World Health Organization (WHO) / DIMDI.
Die Erstellung erfolgte unter Verwendung der Datenträger der amtlichen ICD-10-Fassung des
Deutschen Instituts für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Veröffentlicht
durch die Weltgesundheitsorganisation unter dem Titel "International Statistical
Classification of Diseases and Related Health Problems, Tenth Revision, Volumes 1-3". Für
Schäden, die durch Fehler bei der Herstellung bzw. Bearbeitung der amtlichen
deutschsprachigen Fassung der ICD10, des ICD-10-Diagnosenthesaurus, der
ICD-Überleitungstabelle haftet das DIMDI nur, soweit ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit
zur Last fällt. Es wird nur der Ersatz des unmittelbaren Schadens geschuldet.
Für PSYCHOTHERAPIE gilt der in den Nutzungsbedingungen beschriebene Haftungsausschluss. Diese
Seite wurde zuletzt aktualisiert am 30.12.2001.
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