PSYCHOTHERAPIE (ISSN 1616-3753)
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Denken lernen statt denken lassen - Kognitive Verhaltenstherapie hilft am besten Denken lernen statt denken lassen - Kognitive Verhaltenstherapie hilft am besten
Denken lernen statt denken lassen - Kognitive Verhaltenstherapie hilft am besten
PSYCHOTHERAPIE
© PSYCHOTHERAPIE 03.01.1995

Das Standardwerk der Psychotherapie-Wirkungsforschung: Kognitive Verhaltentherapie ist jeder Psychoanalyse überlegen

Heilkunst ohne Gebetbuch
Empirische Psychologische Therapie

VON DIETMAR G. LUCHMANN

Grawe, Klaus et al.: Psychotherapie im Wandel.

Buchbesprechung
Klaus Grawe, Ruth Donati & Friederike Bernauer: Psychotherapie im Wandel. Von der Konfession zur Profession. Göttingen: Hogrefe-Verlag, 1994. XIV und 886 S.

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Die Rezension erschien in gedruckter Form bereits in der Zeitschrift Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis, 1994 (Band 26, Heft 2) Seite 231-241. Die vorliegende Webseite entspricht mit ihrem Textabschnitt der gedruckten Fassung von Seite
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die meisten Psychotherapeuten begierig darauf sind, etwas über die tatsächliche Wirkung der verschiedenen Therapieverfahren zu erfahren" (S. 694), nicht jedoch ohne festzustellen: "Ein Gesundheitssystem, in dem das Wohl der Patienten nur noch als Vorwand für das Verfolgen finanzieller Interessen dient, wird seine grundlegende Reformbedürftigkeit allerdings nicht mehr lange bemänteln können" (S. 16).

Ohne Zweifel ist dies die umfangreichste, methodisch gewissenhafteste und wissenschaftlich akribischste Psychotherapievergleichsstudie, die dem deutschsprachigen Leser die Ergebnisse der gesamten internationalen Wirkungsforschung im Bereich Psychotherapie verfügbar macht. Daß dieses Buch zugleich ein politisches ist, folgt weniger aus dem Umstand, daß der Erstautor auch einer der von der Bundesregierung beauftragten Gutachter zur Frage eines Psychotherapeutengesetzes ist, sondern aus den meßbaren Daten und verifizierbaren Fakten, die dieses Handbuch psychotherapeutischer Effizienz mit gnadenloser Deutlichkeit offenlegt: Insgesamt 16 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben im Verlaufe von mehr als einem Dutzend Jahren "über dreieinhalbtausend Therapiestudien sichten müssen, in denen die Wirkung einer psychologischen Behandlungsmethode in einem kontrollierten Versuchsplan geprüft wurde“ (S. 30). Von diesen auf über 300 wissenschaftliche Zeitschriften verteilten Studien wurden von Grawe und Mitarbeitern "nach methodischer Güte und klinischer Relevanz dann 897 Studien, die sich direkt auf den Kernbereich der Psychotherapie beziehen, mit großer Sorgfalt und Detailliertheit ausgewertet und die Ergebnisse nach einzelnen Therapiemethoden zusammengestellt" (S. 31). Ein besonderes Merkmal dieser "grossen gemeinsamen Forschungsanstrengung" an der Universität Bern besteht darin, daß die Autoren "den Anspruch hatten, alle je durchgeführten kontrollierten Psychotherapiestudien vollständig zu berücksichtigen" (S. 31).

Es ist unmöglich, die Fülle an Daten, Material und Erkenntnissen auch nur anzudeuten, die Grawe u.a. zusammengetragen und ausgewertet haben. Die nachfolgenden Betrachtungen aus der Studie und den direkten Wirkungsvergleichen verschiedener Therapieformen können daher nur eine wärmstens ausgesprochene Einladung zum Nach- und Weiterlesen und keinesfalls eine Zusammenfassung sein. Angenehm ist die übersichtliche Strukturierung des zusammengetragenen Materials, der gezogenen Problembereiche und die klare Diskussion der Ergebnisse, die das Buch trotz seiner zahlreichen tabellarischen Zusammenstellungen und Materialfülle sehr lesbar halten. In bezug auf die zentrale Frage, welche Psychotherapie wie wirksam ist, nehmen Grawe u.a. kein Blatt vor den Mund: "Noch nie hat sich in irgendeiner Übersichtsarbeit über die vergleichende Wirkung von Therapien irgendeine andere Therapieform den kognitiv-behavioralen Therapien als überlegen erwiesen. Immer geht es nur um die Frage, ob man die Unterschiede zugunsten der Verhaltenstherapie als signifikant ansehen kann oder muss. Der umgekehrte Fall steht gar nicht zur Debatte. Die tatsächliche Ergebnislage könnte daher nicht eindeutiger sein, als sie ist: Kognitiv-behaviorale Therapie ist im Durchschnitt hochsignifikant wirksamer als psychoanalytische Therapie und Gesprächspsychotherapie" (S. 670).

Grawe u.a. gehen auch ausführlich auf die aus jahrzehntelanger psychoanalytischer Fehlprägung resultierende extreme Überschätzung des Zeitbedarfes für Psychotherapie ein, die sich in vielen Köpfen noch hartnäckig als ein Mythos hält und sowohl die objektive Realität moderner kognitiv-behavioraler Therapie als auch die Ergebnisse der gesamten wissenschaftlichen Wirksamkeitsprüfung völlig ignoriert. "Der Zeitraum, in dem wirksame Therapien ihre Effekte erzielen, bemisst sich nach Monaten und nicht

Lesen Sie weiter auf Seite 233 der Druckfassung dieser Rezension.




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